Allgemein

Jenny von „happiness in progress“

Etappenglück von happiness in progress

Von den Reiseplänen der beiden Wiesbadener Frauen Jenny und Vic hatte ich im Sensor-Magazin gelesen. Dort hatten sie ein Interview zum Start der Wanderung gegeben. Naja, keine Wanderung im klassischen Sinne, sondern eine Tour von Wiesbaden bis zur Nordsee – das machte mich neugierig! Seither folge ich der Instagram-Seite und den Stories und ich bin begeistert. Zeit für ein Interview mit Jenny für meinen Blog, lies selbst:

Hallo und guten Tag, liebe Jenny,
erzähl doch mal, was Du genau machst? Bitte stell uns doch mal Dein Projekt vor, denn ich präsentiere im Blog immer spannende Macherinnen und auf Instagram habe ich Eure Wanderung zur Nordsee verfolgt… Wow – zwei Wiesbadenerinnen im Internet!

Also, seit wann? Warum? wie kommt’s? Und vielleicht wäre das ja auch eine berufliche Alternative?

Genau, gemeinsam mit meiner besten Freundin bin ich am 7. Juli 2020 in Wiesbaden gestartet und insgesamt 600 km zu Fuß an die Nordsee gewandert. Es sollte mein ganz persönlicher Jakobsweg werden.

Nach einer für mich sehr schwierigen Trennung wollte ich wieder zu mir selbst finden, einen Weg finden, um mit all der Trauer und dem Schmerz fertig zu werden. Aufgrund von Corona war der eigentliche Jakobsweg nicht mehr möglich und da ich unglaublich gerne am Meer bin, dachte ich, dass ich einfach dorthin laufen könnte. Gesagt getan. Mit 16 kg Gepäck auf dem Rücken erlebte ich in 3 Wochen die Reise meines Lebens. Alles völlig ungeplant, jeder Tag anders, ich lernte die Kontrolle abzugeben und wieder ins Leben und das Gute in den Menschen zu vertrauen. Am liebsten würde ich in meinem Leben nichts anderes mehr machen als mich zu Fuß durch die Welt zu bewegen, allerdings müssen wir ja leider alle irgendwie unseren Lebensunterhalt verdienen, nicht wahr? ;-)

Was war das Kurioste, das ihr auf der Route erlebt habt?

Eine sehr verrückte Geschichte
Für eine Nacht haben wir bei lieben Menschen im Garten zelten dürfen, die selbst zu dieser Zeit im Urlaub waren. Über die Ferne haben sie uns zu ihrem Haus navigiert. Aber nicht nur das. Als wir angekommen waren, haben sie uns tatsächlich verraten wo der Ersatzschlüssel ihres Hauses versteckt liegt, damit wir in deren Keller unsere Wäsche waschen konnten. Unfassbar, wie viel Vertrauen uns entgegen gebracht wurde. Aber insgesamt war es einfach total verrückt, wie viele Menschen uns auf der Straße erkannt haben und Bilder mit uns wollten. Oder dass Follower uns auf dem Weg diverse Geschenke vorbei gebracht haben, von Kuchen, über Obst usw. In einer Bäckerei in Vilmar gab es coronabedingt beispielsweise keine Sitzplätze, sodass die Inhaberin uns in ihre private Küche gesetzt hat und wir dort den leckeren Kuchen genießen durften. Wir haben so viel Gastfreundschaft erfahren. Ach und in Bielefeld kam eine Fußpflegerin zu dem Burgerladen, in dem wir gegessen haben, um uns mitten auf der Straße die Füße zu massieren, das war so verrückt schön!

Nicht zu vergessen die vielen lieben und aufbauenden Nachrichten über Instagram. Mir haben so viele Menschen von ihrer eigenen Trennungsgeschichte berichtet und man hatte einfach das Gefühl, mit alldem nicht alleine zu sein.

Wir sind bei Farbenfreundin: Die Lieblingsfarbe ist…?  

Pink ;-)

Und nach getaner Arbeit / Wanderung: Wie sieht die perfekte Happytime aus?

Auf unserer Reise gab es eigentlich zwischendrin schon immer Happytime. Wir waren ja so viel in der Natur unterwegs und haben uns immer wieder Zeit für Pausen genommen, um all die Aussichten und Umgebungen auf uns wirken zu lassen. Da wir jeden Tag woanders waren, sah auch die Happytime am Abend immer anders aus. Meistens war es jedoch ein Radler in gemütlicher Runde mit den Menschen, die uns bei sich aufgenommen haben. Das waren sehr bereichernde Gespräche. Es war allerdings immer eine Wohltat den 16kg-schweren Rucksack abzulegen, die Füße hochzulegen und gedanklich den Tag Revue passieren zu lassen…

Gibt es ein happyfood, also ein Lieblingsgericht? Oder ein „guilty pleasure“?

Ein alkoholfreies Radler und eine Pizza. Zum Nachtisch dann am liebsten noch ein Kinder-Bueno ;-)

Gibt es einen Kraftort, einen Glücksort für Dich?

Mein absoluter Kraftort ist das Meer. Dort komme ich wirklich innerlich zur Ruhe und kann den Moment voller Glück genießen. Generell fühle ich mich jedoch in der Natur sehr wohl, vor allem im Wald, weit weg vom Lärm und der Hektik der Stadt. Zum Glück hat das Rhein-Main Gebiet hier eine Menge davon zu bieten. Wobei ein schöner Spaziergang am Rhein auch nicht zu verachten ist. ;-)

Oh ja, das geht mir ähnlich: #meerliebe!

Was vielleicht noch schön zu erwähnen ist, es sollte ja mein #waytohappiness werden und tatsächlich war es das rückblickend auch. Über Instagram hat mich ein sehr besonderer Mensch angeschrieben und wir sind grade dabei uns kennenzulernen. Ich weiß nicht, wohin unsere gemeinsame Reise führt, aber ich habe es geschafft, alles Alte loszulassen und mich für dieses wunderbare Neue zu öffnen. Ohne diese Reise hätte ich heute keinen Instagram Account und ich wäre auch diesem Menschen vermutlich niemals begegnet ;-)

Wundervoll, das freut mich sehr. Vielen Dank für das Gespräch! Ich bin ganz begeisert und wow, so schön, was für wunderbare Erlebnisse ihr beide hattet.

Es gibt übrigens auch eine Internetseite: Etappenglück, schau hier