Genuss, Reisen

Zu Gast bei Marc Haeberlin im Elsass

Wir sind zu Gast im Sterne-Restaurant Auberge de l’Ill. Die Region Elsass an der französischen Grenze ist schon lange mein Sehnsuchtsort hinsichtlich Genuss. Ein Besuch ist für mich wie Kurzurlaub und da eines der weltbesten Restaurants im beschaulichen Illhäusern seinen Sitz hat, habe ich zu einem besonderen Anlass dort einen Tisch reserviert:

Das Gourmet-Restaurant Auberge de l’Ill von Marc Haeberlin im Elsass

Die Geschichte des Gourmet-Restaurants ist lang, und es ist gerade deshalb ein Klassiker. Die Kritiker waren über viele Jahrzehnte immer voll des Lobes, lange war es mit von Gault Millau mit 3 Sternen ausgezeichnet, dann 2 Sterne, was immer noch sehr besonders und absolut exquisit ist. „Once in a lifetime“ dachte ich mir. Als es dann soweit war, reservierte ich einen Tisch im Restaurant (klick) – für das Mittagsmenü. Das Mittagsmenü deshalb, weil es einfach günstiger ist als am Abend und auch, weil’s im Anschluss auch direkt wieder nach Hause ging.

Wer ein größeres Budget zur Verfügung hat, dem sei definitiv empfohlen, den Abend an diesem schönen Ort ausklingen zu lassen und auch im angeschlossenen Hotel zu übernachten. Es ist ein Traum: Idyllisch am Bach gelegen, ganz ruhig die Umgebung. Das Hotel des Berges bietet 5-Sterne de Luxe und ist ein Idyll an der schönen Ill, man kann übrigens auch im renovierten Fischerhäuschen übernachten und ganz neu in einem Campervan. Der angeschlossene Spa-Bereich lässt kaum einen Wunsch offen. Der Neubau ist im modernen Architektur-Stil erbaut, viel Holz und klare Strukturen. Einfach perfekt.

Auberge de l’Ill von Marc Haeberlin im Elsass

H eute soll es um das Sterne-Restaurant Haeberlin und die feinen Kochkünste gehen. Marc Haeberlin, Chef-Besitzer in vierter Generation, hat in den 1970ern die Restaurantleitung übernommen. Gegründet war das Restaurant von seinem Vater Paul Haeberlin in den 1950ern und direkt mit 2 und unmittelbar danach mit 3 Sternen ausgezeichnet. Die Geschichte des Restaurants Auberge de l’Ill kann man auch auf der Internetseite nachlesen. Sehr schön zum Blättern ist auch dieses Buch: Elsass – meine große Liebe.

Gastfreundschaft und Herzlichkeit sind in der Auberge de l’Ill auch ganz groß geschrieben

Zu Gast im Elsass bei Marc Haeberlin

Im Restaurant werden wir herzlich empfangen und tatsächlich nimmt mich Marc Häberlin direkt mit in die Küche und stellt uns das gesamte Team vor. Damit hatte ich nicht gerechnet, doch er nimmt sich alle Zeit für seine Gäste und freut sich sehr über das Interesse an seiner Kochkunst. Man ist locker, der Service wirkt ungezwungen und gleichzeitig höchst professionell. Wir lachen herzlich und als mein Französisch nicht mehr ausreicht, wechseln wir ganz entspannt auf die deutsche Sprache. Ich fühle mich fast schon wie zu Hause. Danke dafür an dieser Stelle.

Das Mittagsmenü im Restaurant de L’ill

Wir haben das Menü Tradition gewählt, weil besonders die Klassiker interessant sind, zumindest aus meiner Sicht und zumal beim ersten Besuch. Doch es gibt auch eine weitere Menü-Auswahl und auch eine vegetarische Variante und sogar ein Menü für die jungen Gäste. Tatsächlich sind einige Familien mit Kindern da und auch das zeigt, wie unkompliziert und gastfreundlich alles gehandhabt wird.

Dennoch spürt man die Professionalität, es ist ein gehobenes Haus, in dem Sterneküche auf höchstem Niveau angeboten wird. Beim Glas Champagner kann ich meinen Blick über die Terrasse schweifen lassen und die Vorfreude breitet sich aus. Der dichte Teppich im Inneren schluckt angenehm die Geräusche und so hört man kaum die Gespräche der anderen Gäste. Die Szenerie wirkt unheimlich entspannend. Doch dann geht es nach einem kleinen Gruß aus der Küche auch schon mit der Gourmet-Reise los.

Das Menü Traditions bietet zweierlei Varianten:

Gänsestopfleber-Terrine, auf dem Löffel serviert, Confit aus Früchten der Saison und Langhopf getoastet
oder
Bretonischer Hummer, Blumenkohl, grüner Apfel und Sellerie


Lachs-Soufflé „Auberge de l’Ill“
oder
Das Wolfbarschfilet, Brokkoli und Haselnüsse aus dem Piémont, herbstliche Sauce vierge


Das gebratene Lammkarree (Frankreich) mit knusprigen Karotten und Estragon
oder
Die Nuss vom Kalbsbries, Maultasche mit Steinpilzen und kandierten Schalotten


Lauwarmer Apfelkuchen nach Tatin-Art, Quittensaft aus dem Elsass und Vanilleeis aus Tahiti
oder
Macaé-Schokolade aus Brasilien in verschiedenen Texturen, Piémont-Haselnüsse als traditionelles Nugat


Petits-Fours und Schokoladenpralinen

Wir sind zu zweit und so war die Wahl einfach: Wir bestellen die zwei Varianten und jeder darf beim anderen probieren, wenn er mag. So kann man das gesamte Spektrum genießen. Insbesondere das Lachs-Souffle interessierte uns beide, ein Lachsgericht mit Hechtfarce. Das Gericht wurde bereits vom Vater, also Paul Haeberlin, entwickelt und ist sozusagen das Signature Dish des Restaurants und wird nun seit Jahrzehnten unverändert serviert. Auf Youtube habe ich ein älteres Koch-Video gefunden, wo die Zubereitung des Klassikers gezeigt wird. Großartig!

SignatureDish_Haeberlin; Auberge de l'ill; Sterneküche, 2*, Gault Millau;
Signature Dish: Lachs-Soufflé „Auberge de l’Ill“

Mittags trinke ich kaum Alkohol, auch war im Anschluss die Heimreise geplant, daher entschied ich mich nach dem Champagner nur für glasweise Wein statt der Weinbegleitung. Doch dies ist kein Problem, am Nachbartisch wird sogar die berühmte braune Limonade getrunken. Nach einem wunderbaren Glas Bollinger Champagner habe ich mich für den feinen Pinot Blanc vom Weingut Josmeyer bei Colmar gewählt. Das Weingut arbeitet nach den Grundzügen der Biodynamic und eine Weinprobe dort ist sehr zu empfehlen. Das Haus ist wunderschön gestaltet, Kunst auf den Weinetiketten und im Raum – sehr sympatisch. Dann zum Fleischgang passt der dunkle Rotwein mit Name Rouge T aus der Cave de Turckheim ganz vorzüglich. Die Winzergenossenschaft ist nicht allzuweit entfernt und wir haben direkt eine Kiste mitgenommen.

Doch während der Blick zwischen den Pausen immer wieder entspannt zur Terrasse und den anderen Tischen gleitet und man dem fast lautlosen Service zusieht, macht sich ein Glücksgefühl breit. Doch es kommen noch ein paar Highlights mehr. Ein Fest für die Sinne! Auch hier bin ich wieder sehr froh darüber, dass meine Sinne nicht vom Alkohol benebelt sind. So gerne ich Wein genieße, doch bei einem Sterne-Menü ermüdet mich Wein eher und deshalb halte ich mich immer etwas zurück und trinke belebendes Quellwasser zwischendurch. Denn, es kommt ja noch das Finale, das Dessert.

Eigentlich bin ich für Süßes nicht so sehr empfänglich, doch bei so einem Kunstwerk kann man doch nicht nein sagen, zumal Himbeeren eine meiner liebsten Beeren sind. Zu schön um Reinzubeißen, oder? Im folgenden kommen dann noch ein paar Petit Fours und Pralinen zum Kaffee. Und weil ich bei meinem letzte Besuch im Tantris mit den Selfies begonnen habe, setz ich das mal im Marmorbad von der Auberge de l’Ill fort. Schön ist’s im Elsass und an der Weinstraße dort. Absolute Empfehlung, egal zu welcher Jahreszeit.

Zum Abschied noch ein paar Selfies, auch vom lauschigen Fluss, der Ill, einem Zufluss des Rheins

So ein Besuch im Sternerestaurant Auberge de l’Ill ist einfach wunderbar und so beeindruckend. Traumhaft zu beobachten, wie entspannt es in einem so bedeutenden Restaurant zugeht. Für Menschen, die sich für die Hoch-Küche, also Fine Dining interessieren, empfehle ich den Besuch im Restaurant Auberge de l’Ill absolut. Ich hoffe, meine Fotos machen Lust auf einen Besuch, obwohl nur mit dem Handy fotografiert. Folgenden Bericht möchte ich an dieser Stelle empfehlen, der Restaurant-Bericht von Sternefresser ist sehr schön geschrieben.

Kontakt:

Restaurant Auberge de l’ill
68970 Illhaeusern
Tel.: +33 3 89 71 89 00
aubergedelill@aubergedelill.com

Geöffnet von Mittwoch bis Sonntag von 12.00 bis 13.30 Uhr und von 19.00 bis 20.30 Uhr

Haerberlin; Auberge_de_L'ill_Restaurant; Sterneküche Elsass;