Portrait

Portrait: Doreen aus Berlin

hehocra: Atelier für Erinnerung

Mit den Fragen zum Lieblingsgericht und zum persönlichen Soulfood hat die Interview-Reihe hier im Blog begonnen und es geht weiter, denn es gibt so viele spannende Leute und Lebensläufe und heute geht’s #farbverrückt nach Berlin.

Hallo und guten Tag, liebe Doreen, erzähl doch mal, was Du genau machst? Bitte stell uns doch mal Dein Projekt vor, denn ich stelle im Blog immer spannende MacherInnen vor.

Danke für die Einladung. Mein Name ist Doreen Trittel. Ich bin Künstlerin und Impulsgeberin aus Berlin. Mein Atelier trägt den Titel

hehocra: Atelier für Erinnerung & Veränderung

In meiner Kunst setze ich mich immer wieder mit Prägungen und Mustern auseinander, mit denen wir in der Gegenwart konfrontiert sind. Dies bekommt in diesem Jahr nochmal eine neue Ebene, denn wir sind alle mit gravierenden Veränderungen beschäftigt, die uns global, gesellschaftlich und ganz persönlich betreffen. Ängste kommen hoch, die oft ihren Ursprung in der Vergangenheit haben. Die Kunst und die eigene Kreativität können gerade in solchen Wandlungssprozessen wichtige Anker sein, uns Halt geben und den Weg weisen.

Seit wann? Warum? wie kommt’s?

Im Sommer hatte ich gemeinsam mit Katja Otto, Glücksbloggerin (klick), eine gemeinsame Online-Aktion zum Mitmachen, zum Eintauchen, zum Ansteckten, zum Erleben und zum Genießen ins Leben gerufen. Unter dem Titel #farbverrückt sind wir über mehrere Wochen durch die Farben des Regenbogens gereist. Jede Farbe hatte eine Woche ihre Bühne. Wir haben Impulse gegeben und gemeinsam mit allen Teilnehmer*innen die jeweilige Farbe in den Fokus genommen, fotografierend, malend, schreibend, lesend…

#farbverrückt

Als ich merkte, dass die Resonanz groß war, aber nicht jeder direkt dabei sein konnte oder auch keine Muße hatte, selbst kreativ zu werden, habe ich wie die Maus Frederick  die Farben von rot bis violett gesammelt und einen Kalender gestaltet: #farbverrückt – Dein Kalender für 2021. Dazu gibt es auch ein kleines, feines, farbenfrohes Minileporello zum hinstellen und erfreuen. Prentice Mulford hat einmal gesagt: „Es ist heilsam, sich mit farbigen Dingen zu umgeben. Was das Auge freut, erfrischt den Geist, und was den Geist erfrischt, erfrischt den Körper.“ In diesem Sinne setze ich auf die Kraft und Vielfalt der Farben. Um noch tiefgehender mit den Farben spielen zu können, entwickle ich gerade auch ein Freebie.

Und hast Du noch weitere Projekte?

Aktuell habe ich in Berlin Pankow, im Frauenzentrum Paula Panke eine Ausstellung mit dem Titel „Immer bereit!?“. Hier zeige ich verschiedene Arbeiten, in denen ich mich mit meiner eigenen Geschichte und der meiner Familie auseinandersetze. Ich bin in Ostdeutschland geboren und aufgewachsen. Das hat mich geprägt. Gleichzeitig stelle ich immer wieder Parallelen zu heute fest. Da stelle ich mir dann zum Beispiel die Frage: Für wen oder was bin ich immer bereit?

Leider ist die Ausstellung momentan durch die Beschränkungen geschlossen. Aber es gibt eine Ausstellungsseite, auf der alle interessierten Besucher:innen ganz bequem von wo auch in meine Kunst in Form von Abbildungen, Videos und Storys eintauchen können (Link). Das ist kein Ersatz für einen realen Kunstgenuss, aber aktuell ein Weg, der möglich ist, um in Verbindung zu bleiben.

Wir sind bei Farbenfreundin: Die Lieblingsfarbe ist…?

Da ich die Vielfalt liebe, fällt es mir schwer, mich für eine Farbe zu entscheiden. Und #farbverrückt hat mir selbst nochmal jede Farbe und ihre Einzigartigkeit intensiv erleben lassen. Daher würde ich sagen: Meine Lieblingsfarbe ist bunt. Doch dabei habe ich persönlich eine Vorliebe für die kühlen Töne der Farbenwelt.

Und nach getaner Arbeit: Wie sieht die perfekte Happytime aus?

In dieser Jahreszeit ziehe ich mich gern auf mein Sofa mit einem Tee und einer kuscheligen Decke zurück. In anderen Zeiten genieße ich am liebsten einen leckeren Cappuccino im Café – den ich vorher immer erst fotografieren muss.

Gibt es ein happyfood, also ein Lieblingsgericht? Oder ein „guilty pleasure“?

Ja, auch beim Essen fällt es mir schwer, ein Lieblingsgericht auszuwählen. Mein Mann kocht und bäckt so wunderbar. Das genieße ich sehr.

Gibt es einen Kraftort, einen Glücksort für Dich?

In unserer Wohnung und meinem ‚homeatelier‘ fühle ich mich unglaublich wohl. Dies ist für mich ein energieschenkender Rückzugsort. Ansonsten habe ich in meinem Inneren einen Kraftort, an den ich mitunter reise. Das ist ein Park mit uralten, dicken Bäumen, den ich noch aus meiner Kindheit kenne.

Meine Glücksorte in Berlin sind der Park am Campus der Charité in Mitte und der Technischen Universität in Charlottenburg. Dort setze ich mich gern Kaffeetrinkend auf eine Bank und genieße die Naturoase in der Stadt.

Herzlichen Dank für Deine Fragen und die Einladung, liebe Bärbel.

Vielen Dank für das Gespräch !