Leben

In Bewegung bleiben…

Bärbel Klein_deutsches Sportabzeichen, Training im Freibad Kleinfeldchen Wiesbaden

Oft werde ich gefragt, wie ich mein Gewicht halte (wo ich doch so viel am Essen bin…) und ja, es ist meine Lust an der Bewegung. Egal ob Yoga, Gartenarbeit oder Spaziergänge im Regen. Dazu gehe ich seit über zwei Jahren zu Fuß zur Arbeit und fahre außerdem Fahrrad (ohne Batterie-Antrieb). Weil ich zudem manchmal eine Challenge brauche, bin ich auf das deutsche Sportabzeichen gestoßen und überrascht, wieviel Engagement und Ehrenamt dahinter steckt.

Kennst Du das deutsche Sportabzeichen? Anfangs hörte es sich für mich zunächst sehr nach Bundeswehr und Regeln an. Es war viel von Leistung die Rede und ich finde, beim Sport sollte es in erster Linie um Freude an der Bewegung und Lust am eigenen Körper gehen. Leistung ist etwas für Leistungssportler.

Doch beim Recherchieren war ich dann positiv überrascht. Es geht vielen Teilnehmern vornehmlich um Spaß und Gemeinsamkeit. Sogar Menschen mit Behinderung können das Sportabzeichen machen und meine Trainerin hatte kürzlich tatsächlich eine Schwimm-Challenge mit einer blinden Frau. Das finde ist großartig! Jede Stadt bietet Unterstützung an, vor allem: Kostenfrei! Ganz viele Trainer arbeiten ehrenamtlich und lernen Kindern und Erwachsenen bestimmte Sportarten und unterstützen auf dem Sportplatz in jeglicher Hinsicht.

Selten habe ich so viel Unterstützung erfahren und das ganze ohne Vereinsmeierei. Ein paar Anrufe beim Sportamt in Wiesbaden und schwubbs, hatte ich einen Personal Trainer und schon einen Termin für mein Sportabzeichen. Da es Corona-bedingt aktuell kaum große Events gibt, trifft man sich also mit dem Trainer persönlich an einem öffentlichen Sportplatz / Schwimmbad und dort werden die Zeiten für die einzelnen Diszipline abgenommen. Es gibt auch feste „Sport-Treffs“ – schau einfach bei Dir vor Ort nach, entweder im Internet oder beim nächstbesten Sportverein, denn die kennen die Termine.

Go for Gold

Natürlich will ich das deutsche Sportabzeichen in Gold schaffen! Wenn schon denn schon, oder? Nachdem ich die Olympia-Reportagen geguggt habe, bin ich motiviert, auch höhere Ziele zu erreichen. Das deutsche Sportabzeichen in Gold, wow, das pinnen sich manche sogar an ihre Uniform. Die Bundesjugendspiele damals fand ich tatsächlich immer ganz lustig, weil es mehr Happening als Sportveranstaltung war. Das Sportabzeichen dient auch eher dazu, Lust auf unterschiedliche Sportarten zu machen und das Abzeichen ist in meinem Fall auch für eine Hobby-Sportlerin relativ easy zu erreichen. Ein Glück, dass ich keine dreißig mehr bin, denn mit Ü50 sind die Anforderungen überschaubar. Ja, ein bisschen wird man im Alter schon geschont – doch naja, wir werden sehen, vielleicht überschätze ich meine Fitness?

Beim ersten Telefonat mit dem Sportamt wurde mir Leichtathletik vorgeschlagen, doch da hatte ich direkt Schnappatmung. Nein, weder Hochsprung oder Geräteturnen will ich in meinem Leben noch einmal probieren. Davon bekomme ich Alpträume! Doch es gibt Alternativen. Schwimmen zum Beispiel. Welches ist Dein Lieblingssport? Vielleicht Tischtennis oder Fußball oder auch Laufen – es gibt für jeden etwas. Check this here.

Mein Training mit Wechselzone & Co

Beim Sportabzeichen geht es um vier Dinge: Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination.

Mein Glück: Mit Schwimmen kann ich gleich zwei Kategorien abdecken, nämlich die Schnelligkeit beim Spurt (25m Schnellschwimmen) und dann noch Ausdauer mit 400m Freistil. Schwimmen kann ich ja bekanntermaßen. Jippie! Seit ich mit der Schwimm-Trainierin Anne von Wechselzone trainiere, bin ich auch noch viel schneller und wendiger im Wasser geworden. Die gewünschten 400m und eine Bahn Schnellschwimmen traue ich mir locker zu.

Koordination lerne ich bei meiner Yoga-Stunde im Wiesbadener Studio Mymooves und bei Personal Trainerin Lilli, die mich ordentlich motiviert. Im Sommer war ich auch öfters beim Outdoor-Yoga mit den Leuten vom Yoga-Zentrum Main-Taunus und fühle mich daher ziemlich fit.

Yogastudio San Diego

Das deutsche Sportabzeichen: Gold, Silber oder Bronze

Mit dem Medizinball oder Sprungseil muss ich noch üben, doch es stehen mir verschiedene Trainer (kostenfrei!) zur Verfügung und so werde ich also demnächst ein bisschen trainieren. Auf dem Foto siehst Du, wie ich mich im Wasser geschlagen habe, also Schwimmen lief super, hier ist mir Gold sicher. Die Prüferin Nicole Schneider kam extra für mich ins Freibad, hat mich rundum gut informiert, war unheimlich nett und hat mir sogar die Zwischenzeiten zugerufen, um mich zu motivieren. So klasse. Das Siegerfoto von oben hat sie übrigens geknipst.

Nun warten wir die anderen Diszipline ab. Im Oktober 2021 ist mein anvisierter Termin, dann gibt’s die Urkunde. Stay tuned…

Im Folgenden ein paar Bilder aus dem Trainingsalltag. Übrigens immer NACH der offiziellen Badezeit bevor es dunkel wird. Denn: mit Flossen und anderen Gerätschaften sollte man im Freibad die anderen Schwimmgäste nicht nerven, ja, ich achte da drauf, finde das gehört zur swimmer correctness :-)