Zum Geburtstag thematisiere ich mein Alter, denn irgendwas ist immer und da frage ich auch gleich mal in die Runde: Wie gehst Du damit um?
Nobodytoldme – so nennt die Gründerin Susanne, ihre Seite. Sie ist Beraterin und Ernährungscoach für Frauen, insbesondere diejenigen, die in den Wechseljahren angekommen sind. Warum Nobodytoldme? Wahrscheinlich deshalb, weil nie jemand ehrlich über die Wehwechen des Alters spricht (und was man dagegen tun kann, wenn überhaupt), schon gar nicht wir Frauen selbst.
… schon wieder ein Jahr älter!
Mein Geburtstag jährt sich schon wieder und ich bin selbst ganz erschrocken, denn es war doch kürzlich erst der 50. und die Feier zum 40. war doch auch erst, naja, noch nicht so lange her, also zumindest kann ich mich noch sehr gut an die Feier erinnern.
Pustekuchen, es war lange vor Corona. Ja, während Corona ist die Zeit schnell vergangen. Jetzt haben wir schon „nach Corona“ und bald sag ich nicht mehr „Ü50“, sondern „um die 60“ ähm oder doch ehrlich „Ü60“ und schon heute kann ich mir Gedanken über die Gästeliste für den 60. Geburtstag machen. Denn, die Zeit rast und bald ist es soweit.
Doch zurück zu den Wehwehchen. Ja, Altwerden ist nichts für Feiglinge, ist ein weiterer Spruch und es ist schon richtig: Das ist kein Kinderspiel. Trotz gesunder Ernährung, Sport, Yoga und Pilates und viel Schlaf. Da geht es den Männern wie den Frauen: Es zwickt an allen Ecken. Wobei die Frauen da noch ein weiteres Thema haben, nämlich, dass sich die Fruchtbarkeit verabschiedet und damit meist ein ganzes Paket an weiteren Zipperleins hinzu kommen.
Die Boomer steuern auf die Rente zu
Geht es dir auch so, dass im Bekanntenkreis die Rentner und Leute in „Altersteilzeit“ nicht mehr nur vereinzelte Einzelfälle sind? Man fragt sich, warum man selbst eigentlich noch voll arbeitet, mitten im Leben steht und es auch nicht zeitnah ändern wollte. Na, vielleicht wäre es doch mal an der Zeit darüber nachzudenken? Nicht, dass man etwas verpasst?
Die Wechseljahre und das Altern sind in den Medien präsent. Wahrscheinlich ist es dem Umstand zu verdanken, dass derzeit die Boomer, immerhin die größte Bevölkerungsgruppe Deutschlands, auf die Rente zugeht und mit all den Problemen des Älterwerdens zu kämpfen hat. Gleichzeitig müssen wir dann wohl doch länger arbeiten, wenn es nach den Plänen der Regierung geht.
Doch bleiben wir bei der Menopause. Es ist ja schon ein Glück, dass das Thema endlich mal auf der Titelseite so mancher Zeitschrift angekommen ist. Man darf also hoffen, dass die Pharma-Industrie und somit auch die Forschung die Frauen mehr in den Fokus nehmen. Denn, lange wurde nur über die Gesundheit und die Krankheiten „des Menschen“ geforscht und damit meinte man den Mann. Weniger die spezifischen Gesundheitsprobleme von Frauen wurden unter die Lupe genommen und das rächt sich, denn wir ticken halt doch ein bisschen unterschiedlich. Naja, es ist ja auch noch frisch, dass wir Gleichberechtigung haben und als Frauen selbstbestimmt leben dürfen in Deutschland.
Dass die Gesundheitspolitik und manches andere hinterher hinkt, darf einen da nicht verwundern. Doof jedoch, dass gerade jetzt die Krankenkassen kein Geld übrig haben. Man muss sich also selbst helfen. Dazu gibt es auf Instagram unendlich viele Kanäle: Frauenärztinnen, Ü50-Influencerinnen und viele andere Coaches. Daneben gibt es hin und wieder interessante TV-Beiträge und natürlich auch Bücher. Dass Ernährung eigentlich das A & O ist, sagt diese Autorin in Ihrem Buch „Das Logbuch der Hundertjährigen“ und in diesem Buch „Wechseljahre“ gibt es auch noch ganz viel weitere Tipps.
Ein Glück, dass man sich nicht alleine fühlt. Die Flut an Information ist kaum zu bewähltigen und gut, dasss man sich mit Freundinnen austauschen kann, denn damit wird schon einmal die Spreu vom Weizen getrennt. Und auch gut, dass die Männer ü40 auch das eine oder andere Zipperlein haben, sonst käme man sich ja komisch vor. Angefangen von den Augen bis hin zum Kreuz und dem Gelenkapparat.
So trifft man sich also im fortgeschrittenen Alter wieder im Fitness-Studio. Nicht, um mit einem jugendlich athletischen Körper zu punkten, sondern, um den altersbedingten Gebrechen ein bisschen vorzubeugen. Ich habe mir inzwischen auch neue Vorbilder gesucht. Die 90jährige Amerikanerin, die einen Schwimmwettbewerb gewonnen hat. Der 80jährige, der einen Halbmarathon geschafft hat… Mit Sport das Altern zu verlangsamen, erscheint mir eine der besten Möglichkeiten. Das macht zudem Spaß.
Was machst Du, um das Altern zu verkraften?
Zum Geburtstag selbst lass ich zunächst die Korken knallen – niemals ohne Champagner!

