Genuss

Druckfrisch aus dem Atlantik

Frischeparadies: Hummer per Express Paket Lieferung

Für mich kommt ein Hummer eigentlich nur an der amerikanischen Atlantikküste auf den Teller, denn dort sind sie fangfrisch. Wenn’s aber doch mal in Deutschland ein solches Festessen sein soll, dann soll dabei keiner leiden, auch nicht der Hummer.

Gerade um Weihnachten und Silvester ist es in Deutschland relativ schwer, einen guten frischen Hummer zu bekommen. Ende Dezember ist die Nachfrage am höchsten und deshalb werden die Tiere bereits Monate zuvor gefangen und in Tanks gelagert. Das ist nicht nur unangenehm für den Hummer, sondern auch für den Feinschmecker, denn außerhalb seines natürlichen Lebensraums schrumpft ein im Tank lebender Hummer in seinem Panzer vor sich hin, bis dann endlich die Weihnachtsfeiertage da sind und er in einem heimischen Topf landet. Er schrumpft und schrumpft und da hat doch keiner etwas davon. Was also machen?

Wie bringt man einen Hummer schonend auf den Teller?

Statt langsam im Tank oder im Wasserbecken des Fischgeschäfts auf einen Feinschmecker zu warten, der den Hummer dann irgendwann in kochendes Wasser schmeißt, geht es auch schnell und schonend. Es gibt die „High Pressure“-Tötungsmethode, mit der die Tiere innerhalb von Sekunden durch eine Hochdruckmethode schonend ins Jenseits befördert und dann direkt verpackt werden. Als Verbraucher kann man sich so sicher sein, dass der Hummer weder eine anstrengende Reise, noch einen qualvollen Tod hinter sich hat, bis er im heimischen Kochtopf angekommen ist.

Diese „High-Pressure-Lobster“ gibt es seit neustem exklusiv beim Frischeparadies zu kaufen und ich war eingeladen diese Spezialität, inklusive des Über-Nacht-Lieferservice, zu testen. Die Bestellung wird über die „Frische Paradies“-Website ausgeführt und am nächsten Tag ist das Paket auch schon da. Der Hummer wird als tiefgekühlte, vakuumierte Ware, die in einer großen, mit Öko-Verpackungsmaterial und Trockeneis-Packs ausgelegten Kiste verpackt ist, geliefert. Die Stücke sind bereits zerlegt und nach langsamem Auftauen im Kühlschrank kann man den Hummerschwanz und das Scherenfleisch, welches zusammen eingeschweißt wurde, direkt verarbeiten. Wir haben uns für die klassische Zubereitung in einer Beurre blanc entschieden, um den Geschmack des leckeren Lobsters so wenig wie möglich zu verfälschen.

 

Hummer vom Frischeparadies

Das Schalentier kommt vom Frischeparadies bereits fertig zerlegt

 

Hummer lecker zubereitet

Und der High-Pressure-Lobster hält nach kurzer Garzeit in der Buttersauce tatsächlich, was versprochen wurde: Frischer, intensiver Hummergeschmack und zartes Fleisch, das auf der Zunge zergeht. Der Hummerschwanz hat auch nicht den typischen mürben Charakter, den man sonst von tiefgekühlten Schalentieren kennt, sondern ist locker und saftig mit zarten Fasern. Zu einem frischen Hummer, den man am Meer serviert bekommt, ist der Unterschied nicht allzu groß. Und mit dem gutem Gewissen, dass das Tier nicht leiden mußte, schmeckt der High-Pressure-Lobster besonders gut.

Hummer mit Beurre blanc auf Spaghetti

Hummer mit Beurre blanc auf Spaghetti

Zum Silvester-Dinner gibt’s bei uns dieses Jahr keinen Hummer, denn diese Feinkost hebe ich mir für meinen nächsten Besuch in Maine auf (siehe Foto unten). Dort sind die Tiere fangfrisch und an jeder Ecke wird ein Hummer-Snack (wie hier Currywurst) verkauft. An der Ostküste in Amerika ist Hummer ein landwirtschaftliches Erzeugnis, ähnlich wie hier Schweinefleisch. Apropos, kennst Du die Geschichte, als 1958 die Gefangenen dort im Gefängnis protestierten, weil sie nicht nur Hummer essen wollten und endlich mal „was G’scheites“ auf dem Teller haben wollten? Viele Jahre wollte das Meeresgetier nämlich keiner essen… vielleicht geht es uns irgendwann mit Heuschrecken auch einmal so?

Hummer in Maine

Hummer-Essen in Portland (Maine) an der Ostküste der USA