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Schwein gehabt! Meine Gedanken zum Thema Fleisch

Glückliches Huhn auf Bauernhof

Kürzlich habe ich beim JoselitoLAB den besonderen Joselito Schinken kennengelernt und dabei bin ich so ein bisschen ins Grübeln gekommen. Was ist uns gutes Essen, insbesondere gutes Fleisch eigentlich wert und was bezahlen wir dafür?

Eigentlich hatte ich mir schon nach dem Treffen mit dem Genuss-Netz so meine Gedanken gemacht. Dieses „Geiz-ist-geil“ beim Essen, bei unserer Nahrung, finde ich nicht in Ordnung. Das geht so nicht weiter und ich bin froh, dass die Produzenten und Bauern ab und zu auf die Barrikaden gehen und höhere Preise für ihre Erzeugnisse fordern.

Kühe auf Weide in Hohenlohe

 

JRE Genussnetz und andere Produzenten

Je mehr ich mich mit Essen beschäftige, desto mehr beschäftige ich mich auch mit der Produktion und dem ganzen drumherum von Lebensmitteln, insbesondere Fleisch. Damit bin ich nicht die einzige, denn viele Freunde ernähren sich deshalb inzwischen vegetarisch oder sogar vegan.

Das ist nicht mein Weg, denn ich mag Fleisch einfach zu gerne. Meine Art, ein Zeichen zu setzen ist es, beim Fleischkauf einen angemessenen Preis zu bezahlen und Fleisch als sehr hochwertiges Produkte anzusehen.

Genauso wie ich gutes Gemüse vom Bauern um die Ecke kaufe (ja, Wiesbaden hat noch Landwirtschaft und zwar hier) oder auf dem grünen Markt, kaufe ich Fleisch von glücklichen Tieren, sei es von der Domäne Mechthildshausen oder vom Metzgerei-Einzelhandel oder bei Produzenten vom Genussnetz oder eben den Schinken von glücklichen Joselito-Schweinen.

Italienische Büffel leben jetzt in Freiheit am Bodensee

Bis vor kurzem kannte ich die Horrorgeschichten aus Italien noch nicht, oder wusstest Du, dass die männlichen Jungtiere, weil sie keine Milch für die Mozzarella‐Produktion geben, oft schon direkt nach der Geburt „entsorgt“ werden? So ist auch Büffel-Bill entstanden, denn Büffel-Fleisch ist eigentlich eine feine Delikatesse und deshalb weiden jetzt Büffel am schönen Bodensee, werden artgerecht gehalten und ich kann Büffelfleisch oder feinen Mozarella aus Süddeutschland bequem online bestellen. Bei konventionell hergestelltem Mozzarella habe ich seither immer den Zeitungsbericht von den armen italienischen Büffel vor Augen.

Kühe auf Weide in Hohenlohe

Bei Mode aus Bangladesch mache ich mir Gedanken über die Herstellungsbedingungen – dann muss ich mir diese auch bei der Nahrungsmittelproduktion machen, oder?

Mindestlohn für Schweine

Eine Freundin hat den Bauernhof der Eltern übernommen und deshalb kenne ich ein paar Hintergrundinformationen zur Fleischproduktion in Deutschland. Kurz gesagt, ich bin entsetzt! Der Durchschnittsdeutsche will kein Geld für Schweinefleisch bezahlen, trotz seiner großen Liebe zu Schnitzel und Wurst.

Auf dem Fleischmarkt wird dem Hersteller für ein Kilo Schweinefleisch gerade mal 1,50 Euro bezahlt. Für Fleisch von einem glücklichen Schwein, das ein gutes Jahr auf einem Bauernhof ernährt wurde und dort auch mal ein paar Sonnenstrahlen erblicken konnte. Lächerliche 1,50 Euro für 1 Kilogramm. Davon kann kein Schwein leben!

Iberico Schweine - Joselito Jamon

Happy pigs

Die Schweine, die für den Joselito-Schinken verarbeitet werden, haben sozusagen im Lotto gewonnen, denn sie leben in ihrem etwa 18 monatigen Schweineleben ein sehr gutes Leben. Sie haben sozusagen „Schwein gehabt“:

Viele Hektar Platz zum Toben und Raufen im schönen Südspanien, dazu Futter, das vor allem aus Eicheln besteht und ja, frische Natur und spanische Weiden so weit das Auge reicht. Das hört sich an wie im Märchen, ist aber so.

Gutes Essen darf auch kosten

Deshalb hat der Iberico Schinken auch seinen Preis, den ich inzwischen bezahle und der es mir wert ist, denn wenn es guter Schinken sein soll, dann darf er auch etwas kosten. Genauso geht es mir mit Käse oder Kaffee (mein Kaffee stammt von Contigo). Lieber weniger, dafür gutes Essen.

Käse vom Affineur Eltville

Feiner Käse vom Rheingau Affineur aus Eltville

 

Gartenstühle

 

2 Kommentare

  1. Ja, genau. Danke Dir Sieglinde für Deinen Kommentar. Stimmt, auf Slow Food hätte ich noch hinweisen können. Die sind ja recht bekannt und es gibt viele Regionalgruppen.
    Herzliche Grüße aus Wiesbaden
    Bärbel

  2. Du hast vollkommen recht. Gutes Essen muss und darf etwas kosten.
    Wir kaufen schon lange kein Fleisch mehr, das nicht bio ist. Allein schon beim Braten, welch ein Unterschied: kein Wasser tritt aus, es brät sich einfach wunderbar. Von Geschmack und Nachhaltigkeit mal ganz zu schweigen.
    Unsere Devise ist die von Slow Food (2004 habe ich mal darüber gebloggt http://blog.da-sempre.de/slowfood-im-zeichen-der-schnecke.html).
    Beim Bauern einkaufen können wir hier auch in der Großstadt und im Bioladen sowieso. Wir haben immer unsere Gemüsesäckchen dabei, dann können wir auch ohne Plastik auskommen.
    Und das Ganze macht auch noch Spaß, weil wir ganz einfach und mit Genuss was Gutes tun und zwar den Bauern, den Tieren, der Umwelt und uns.
    Herzliche Grüße von Sieglinde

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