Leben

Blogger oder Presse?

Dies ist ein Blog und es schreibt ein Blogger. Wäre es ein Online-Magazin einer Zeitung würde ein Journalist schreiben. Der Unterschied? Ja, den müsste man mir mal erklären. Gibt es da einen Unterschied? Ich meine, so inhaltlich, also im Text und im Ergebnis?

Bei Veranstaltungen und Messen werde ich inzwischen wie ein Presse-Vertreter behandelt: Freier Zugang, freie Verpflegung, Einladungen zu speziellen Informationsveranstaltungen und VIP-Events. Zugang zu Bilddaten und Presseberichten, Schon schön.

Leider nicht beim Autokauf. Journalisten-Rabatte? Fehlanzeige. Ich bin ja nur Blogger. Nein, würde ich sowieso niemals annehmen – ich bin doch nicht bestechlich, bin doch kein Journalist!

Der Deutsche Journalisten Verband gewährt mir keinen Zutritt. Ich schreibe zwar, habe aber noch nichts veröffentlicht. Naja, doch schon (siehe mein Blog mit fast tausend Lesern täglich) – aber das ist ja nur ein Blog und keine Zeitschrift oder kein Online-Magazin eines namhaften Verlages. Ob das in Zeiten von Spiegel-Online & Co. noch zeitgemäß ist?

Ein weiterer Unterschied ist, dass ich kostenlos schreibe. (oder mag mir jemand ein Honorar überweisen?) … apropos, da fällt mir die Schlagzeile über den Ex-Chef von DIE ZEIT ein, der vergessen hatte, Steuern zu zahlen (auf mal schlappe 650 Tauend Euro Nebeneinkünfte).

Also, was ist jetzt der Unterschied? Keine Ahnung. Studiert habe ich, die Komma-Regeln kenne ich und Themenvielfalt biete ich auch. Oder verstehe ich da was nicht?

Nun wurde ich eingeladen, an einer Studie des Deutschen Fachjournalisten-Verbands (DFJV) teilzunehmen und zu erklären, warum und weshalb und über was ich denn so schreibe – als Blogger. Der Berufsverband der Journalisten ist neugierig und öffnet sich. Langsam. Zu langsam.

9 Kommentare

  1. Ehrlich gesagt verstehe ich das Problem nicht so ganz. Im Grunde ist es doch egal, ob man den Status Journalist hat oder nicht. Ein „guter“ Blogger wird doch inzw. gewertschätzt. LG, Steffi

  2. Sehe ich wie Du und bin gspannt auf Deinen Bericht. Ich habe zwar Veröffentlichungen, sogar 2 Fachbücher und DIVERSE Artikel, auch in Printmedien. Bei VG Wort bin ich gemeldet und bekomme meinen Anteil. Aber kein Journalistenverband nimmt mich. Und über die Rabatte für Journalisten (die die eigentlich großteils gar nicht laut Vervandsstatuten annehmen dürfen) k… ich schon seit Jahren.
    LG INes

  3. Hallo Andreas, einfach ist es nicht. Natürlich muss man präsent sein und auch mal nachfragen oder sich eben akkreditieren und dann abwarten…

  4. Wow, wusste nicht, dass das als Blogger so einfach ist, aber wahrscheinlich liegt das daran, dass du relativ bekannt und gut vernetzt bist, liege ich da richtig? Wirst du eigentlich jedes Mal eingeladen oder nimmst du auch mal im Vorlauf Kontakt auf? Oder passiert das gar direkt vor Ort in Ausnahmefällen und du nennst bei der Akkreditierung mal kurz deine Webadresse?

  5. Ich finde es eben auch so merkwürdig, dass man als Journalist sehr viele Vorteile und Rabatte eingeräumt bekommt – das hat für mich einen Beigeschmack.

  6. Stefanie Hombach sagt

    Oh ja, das leidige Thema. Ich kenne es, leider zu gut und es nervt mich auch jedes Mal. Bin gerade eben auf der Seite der fiba (Sport-Messe in Köln) gewesen. Die Regeln, was man nachweisen muss um sich als Presse akkreditieren zu können sind so ausführlich, da habe ich Kopfschmerzen bis ich fertig mit lesen bin. Ätzend.

    Liebe Grüße,
    Stefanie

  7. Auf der einen Seite finde ich es gut, dass der DJV oder auch Verdi nicht jeden daher gelaufenen Blogger als Journalist anerkennen – dafür gibt es einfach zu viele, die einen Presseausweis nicht verdient haben. Andererseits verdienen viele Blogger mittlerweile richtig Kohle mit ihren Seiten – warum also nicht auch gute Blogger anerkennen? Die Diskussion könnte man aber sicherlich bis ins Unendliche führen.

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