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Nachhaltig Sporteln

Kleinfeldchen Wiesbaden HallenbadKleinfeldchen Wiesbaden Hallenbad

Apropos gute Vorsätze, Sport und so. Das Schöne am Laufen ist, dass diese Sportart eine sehr ökologische ist, denn was braucht man schon? Schuhe und los. Naja, vielleicht noch Sportkleidung und einen Sport-BH. Doch dann geht’s raus an die frische Luft und es ist einfach wunderbar. Ähnlich unkomliziert ist Gymnastik. Da sag mal noch einer, dass es schwierig sei, sich mehr zu bewegen. Garnicht schwer! In Zeiten, wo Aktivitäten auch hinsichtlich Nachhaltigkeit betrachtet werden, schauen wir uns doch mal das an.

Anders mein Lieblingssport Schwimmen. Das ist im Winter in unseren Breiten so gar nicht nachhaltig. Das Bad muss geheizt werden, das Wasser gereinigt und vielleicht mit Chlor versetzt werden… riesige Pumpen verbrauchen Strom und die Heizung viel Energie, hm. Mir ist da eine Studie auf den Tisch geflattert, in der es um Nachhaltigkeit im Sport geht und dann sind da noch die Städte miteinander verglichen worden. Muss das denn jetzt sein? Ja, denn Nachhaltigkeit ist das Topthema derzeit. Seit der Pandemie werden sich Verbraucher immer mehr den Umweltauswirkungen von Konsum bewusst. Mit mehr als 340.000 Suchanfragen pro Monat weltweit ist Nachhaltigkeit eines der größten Themen. Forschungsergebnisse von Deloitte ergaben, dass 43% der Verbraucher aktiv Marken aufgrund ihrer Umweltwerte auswählen. Doch wie viele Konsumenten werden auch 2021 auf umweltbewusste Käufe setzen? Um den aktuellen Stand von Nachhaltigkeit in Mode und Fitness zu untersuchen, hat Reebok eine neue Studie durchgeführt, in der Städte weltweit anhand ihrer Kriterien für nachhaltige Mode bewertet wurden. Dabei wurden die die Gesamtmenge der in jeder Stadt anfallenden Textilabfälle, sowie wieviel dieses Abfalls recycelt wird, analysiert.  

Die Studie offenbart zusätzlich die besten Städte zum Besuchen und Leben um umweltfreundlichen Sport zu treiben, in Bezug auf den Anteil der Fahrradnutzung, die Anzahl der Wander- und Laufstrecken, sowie Sonnenstunden. Weiters wurden die besten Fitnessgeräte für niedrige Kohlenstoffemissionen und noch mehr beobachtet. Im Anschluss verraten Experten aus der Mode- und Fitnessbranche, zugängliche Empfehlungen für einen nachhaltigeren Lebensstil, und Tipps, um nachhaltige Modeentscheidungen zu treffen. 

Nachhaltige Mode: Wie schneiden Modemetropolen ab? 

2018 erzeugte die Europäische Union mehr als 2,35 Millionen Tonnen Textilabfall, was eine enorme Umweltbelastung darstellt. Daher ist es für uns als Verbraucher wichtig, mehr umweltbewusste Entscheidungen zu treffen, wenn es darum geht, zu entscheiden, was wir kaufen.

Modekünstler Akvilė Les betonte, dass wir auf Qualität statt Quantität setzen sollten. Bei der Untersuchung der Metriken wie die Anzahl an Tonnen Textilabfälle pro Jahr, die Gesamtausgaben einer Stadt für neue Kleidung, die Tonnen an Kleidung, die auf der Mülldeponie vs. im Recycling landen und das Suchvolumen von 31 verschiedenen nachhaltigen Modebegriffen wie „Mietmode“, „Vintage Schuhe“ und „recycelte Mode“, ansieht, landete Kopenhagen, Dänemark auf Platz eins in Sachen nachhaltige Mode in Europa. Die Studie zeigt, dass Verbraucher zunehmend umweltbewusst werden und Themen wie Nachhaltigkeit in ihre Kaufentscheidungen miteinbeziehen. 

Nachhaltigkeit, Sport, Fitness; Sportarten

Skandinavien hat die Nase vorn

Kopenhagen ist die beste Stadt für nachhaltige Mode, 0% der Textilabfälle landen auf Mülldeponien und monatlich werden mehr als 4.420 Begriffe für nachhaltige Mode gesucht, somit ist klar warum die Hauptstadt den ersten Platz belegt. 

Auf Platz zwei steht Antwerpen, hier werden jährlich 17.553 Tonnen Textilabfälle recycelt, das entspricht 97,36% des gesamten in der Stadt produzierten Textilabfalls. Dublin folgt auf Platz drei, hauptsächlich zurückzuführend auf die Tatsache, dass die Stadt die gesamten dort erzeugten Textilabfälle in nutzbare Wärme, Strom oder Brennstoff umgewandelt, welches auch als „Energierückgewinnung“ bekannt. Es ist jedoch klar, dass Europas Modehauptstädte noch viel tun müssen, damit umweltbewusste Entscheidungen im Vordergrund stehen. 

Kerry Bannigan, Gründer der Conscious Fashion Campaign, betont „nachhaltige Mode zu unterstützen ist ein Lebensstil. Es ist eine bewusste Entscheidung sich zu informieren und dementsprechend zu Handeln. Man sollte darüber nachdenken, wie oft man ein Kleidungsstück tragen wird bevor man es kauft, unabhängige ethische Marken unterstützen und recherchieren welche Marken mit den eigenen Prinzipien übereinstimmen, sodass, wenn man schon etwas kauft, man auch mit Sinn einkauft.“

Nachhaltigkeit, Sport, Fitness; Sportarten

Mainz hat die Nase vorn

Naja, aufmerksam wurde ich ehrlich gesagt, als ich die Stadt Mainz auf einem der ersten Plätze entdeckte… entweder hat da jemand am Rädchen gedreht oder sie machen etwas besser. Schau mal unten auf der Grafik. Freiburg ist Deutschlands nachhaltigste Stadt für Mode. Sie wird gefolgt von Mainz, wo die geringsten Textilabfallmengen auf Mülldeponien landen, welches nur 0,4 Tonnen pro Jahr entspricht.

Die Mainzer haben – laut der Statistik – auch die niedrigsten jährlichen Ausgaben für neue Kleidung, nur 170.197,24€. (okay… ich sag jetzt mal nix, aber das könnte auch andere Gründe haben… lol. Oder, wie sagt man so schön: Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast. Nein, ich mach natürlich nur Spaß!).

Von allen analysierten deutschen Städten ist Berlin die Stadt mit den höchsten Textilabfallmengen pro Jahr, nämlich 14.404 Tonnen. Somit findet sich die Bundeshauptstadt an letzter Stelle. Im Gegensatz dazu hat es aber die fortschrittlichsten Bürger, pro 100,000 Menschen werden monatlich 1.990 Mal eine Reihe von 30 Begriffen zu nachhaltiger Mode gegoogelt, darunter Mietmode, recycelte Kleidung, Second-Hand-Kleidung und umweltfreundliche Mode. Die Deutschen sind sehr umweltfreundlich wenn es um den Textilabfall geht, in nur 15 von den 36 untersuchten Städten landet jährlich mehr als eine Tonne Abfall auf den Mülldeponien, mit einer großen Berücksichtigung auf Recycling. 

Nachhaltigkeit, Sport, Fitness; Sportarten

Fitness forever

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Women’s Health UK ergab, dass 72% der Fitnessstudiobesucher nach dem Lockdown nicht zurückgehen werden. Da sich viele von uns nun an Home-Workouts gewohnt haben, scheint es nicht allzu dringlich zum Fitnessstudio zurückkehren zu müssen, und viele suchen umweltfreundlichere Alternativen auf. Diese neuen Gewohnheiten werden voraussichtlich auch nach Covid-19 anhalten. Leute werden zunehmend aufmerksam auf die Umweltbelastung der Fitnessstudios, Dr. Folusha Oluwajana, Leiterin von Personal Training und Bewegung und Hausärztin, meint: „Viele Fitnessstudios haben eine Reihe von elektrisch betriebenen Geräten, Beleuchtung mit hohen Wattzahlen und Klimaanlagen, und manche haben mittlerweile sogar 24 Stunden pro Tag offen.“

„Umweltfreundliche Workouts sind kostenlos und können oftmals nahe beim Wohnort ausgeführt werden, zudem schaffen die Bewegung im Freien, die frische Luft, als auch die Vitamin-D Versorgung im Frühling und Sommer, zusätzliche psychische und physische Gesundheitsvorteile.“

Abigail Ireland, Performance Strategist, rät wie man umweltbewusster Sport treiben kann: „Wir verspüren oft den Drang in die neuesten Gadgets und Equipment zu investieren, um Trainingsmotivation beizubehalten. Aber bringen wir es zurück auf die Basics, wir brauchen eigentlich nur unseren Körper.“ Bei der Investition in neue umweltfreundliche Sportgeräte rät Dr Folusha Oluwajana, Personal Trainer und Hausärztin: “Bei der Überlegung neues Equipment für das „Home Gym“ zu kaufen, ist es ratsam Second-Hand Gegenstände in Betracht zu ziehen, wie zum Beispiel Hanteln oder Bänke. Oder man nutzt einfach Gegenstände, die man schon zuhause hat. Stühle und Hocker sind eine tolle Alternative zu einer Bank, und eine Wasserflasche (eine wiederverwendbare natürlich), Dosen, Gläser, ein Sack Mehl oder Zucker können alle als Gewichte fungieren.“

Umweltfreundliches Fitness

Wenn man umweltfreundliche Möglichkeiten zum Sport treiben überlegt, empfiehlt Performance Strategist Abigail Ireland: „Es lohnt sich immer wahrzunehmen, was Mutter Natur zu bieten hat. Zum Beispiel eine Runde an der frischen Luft joggen, oder den schwedischen Ansatz „Plogging“ ausprobieren, wo man joggen mit Müll aufsammeln verbindet!“

Wenn man sich die Gesamtemissionen bei der Herstellung von Trainingsgeräten für das Fitnessstudio ansieht, ergab unsere Studie, dass die beste Wahl für die Umwelt die Herstellung eigener Hanteln ist. Die DIY-Hanteln, mit Polyethylen als Hauptbestandteil, verursachen nur 0,4Kg Kohlenstoffemissionen pro Einheit und bieten somit eine tolle umweltbewusste Alternative. Beliebte Gegenstände wie Gymnastikbälle und Yogamatten belegen in der Studie den zweiten Platz. Aus PVC hergestellt, verursachen diese Gegenstände nur jeweils 0,6kg bzw. 0,7kg Kohlenstoffemissionen. 

Wir haben Experten gefragt, welche Übungen und Equipment sie empfehlen, um den eigenen CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Performance Strategist Abigail Ireland meint: „Calisthenic-Workouts sind für Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer und Allround-Fitness sehr zu empfehlen, die Übungen mit dem eigenen Körpergewicht bringen Ergebnisse und verursachen dabei keine Kohlenstoffemissionen.“ „Wenn man in Equipment investiert zahlt es sich aus sich auf langlebige Basics wie Hanteln, Kugelhanteln, Langhanteln und Stretch Bänder zu verlassen, diese bieten eine breite Vielzahl an Trainingsmöglichkeiten und benötigen keinen Strom. 

Tipps für ein umweltfreundlicheres Trainingsprogramm 

Draußen Sport zu treiben hat viele Vorteile, wie zum Beispiel Vitamin-D Aufnahme und soziale Interaktionen. Dr. Folusha Oluwajana, MAHAAH, meint: „Eine der einfachsten Wege dein Training umweltfreundlicher zu machen ist es draußen durchzuführen. Outdoor-Workouts haben viele Vorteile.“ „Sie sind kostenlos und können oftmals nahe zum eigenen Zuhause gemacht werden, zudem wird die physische und psychische Gesundheit durch die Aussetzung an der frischen Luft und der Sonne für Vitamin-D Aufnahme, unterstützt. 

Kaufe wiederverwendbare Gegenstände

Eine einfache Änderung, die du an deiner Trainingsroutine vornehmen kannst, ist wiederverwendbare Gegenstände zu verwenden. Ein gutes Beispiel ist der Kauf einer Edelstahl Trinkflasche. Die meisten Fitnessstudios bieten einen Trinkbrunnen an dem man seine Trinkflasche auffüllen kann, welches viel umweltfreundlicher ist als Wasser in Plastikflaschen zu kaufen. 

Joe Mitton, Gründer von MittFitt kommentiert: „Eine wiederverwendbare Wasserflaschen zu kaufen und diese dann an den Trinkbrunnen der Fitnessstudios aufzufüllen, ist eine super Option da es die unnötige Verschwendung von Einweg-Wasserflaschen verhindert.“

Such dir einen Trainingspartner

Falls dein Neujahrsvorsatz mehr Konsequenz beim Fitnessstudiobesuch war, hast du dir vielleicht einen Trainingspartner gesucht. Wenn ihr in derselben Gegend wohnt und zu eurem Fitnessstudio fahren müsst, ist gemeinsam hinzufahren die beste Option, um die Kohlenstoffemissionen zu reduzieren. Dies gilt aber auch für Trainingsequipment. Ein guter Tipp ist untereinander auszumachen, wer welches Equipment besitzt und anstatt dem doppeltem Equipment hat man nun eine Vielzahl an verschiedenen Geräten und ist gleichzeitig umweltfreundlicher.

Körpergewichtübungen wählen

Übungen mit dem eigenen Körpergewicht werden oft als die sicherste Trainingsform angesehen, aufgrund dem geringeren Verletzungsrisiko durch schwere Gewichte. So kann man die Muskelbelastung gut kontrollieren sowie  den Schwierigkeitsgrad jeder Übung leicht anpassen. Die Nutzung des eigenen Körpergewichts ist auch umweltfreundlicher, da man den Kauf von Equipment und Geräten umgeht. Dr. Folusha Oluwajana fügt auch hinzu, „Mit dem eigenen Körpergewicht trainieren, Zirkeltraining und Yoga sind alles Sportarten, die draußen ausgeführt werden können. Man kann ganz einfach Equipment wie Springseile, Stretch Bänder oder Gewichte mitnehmen!“

Umweltfreundliche Übungen in den Alltag einarbeiten

Auch wenn wir nicht mehr im Homeoffice arbeiten, ist auf jeden Fall der Arbeitsweg eine Möglichkeit für ein bisschen Training: Entweder einen Teil der Arbeitsstrecke zu Fuß zu gehen, statt mit dem Auto oder Zug. Dr. Gabrielle Macaulay, MAHAAH-Mitbegründerin und Familienmedizinerin sagt: „Viele von uns saßen aufgrund der Pandemie zu Hause fest, aber jetzt wo sich die Situation langsam wieder auflockert, ist es eine sehr praktische Methode, den Arbeitsweg gleich als umweltfreundliches Training zu nutzen. Jede Form der Bewegung ist förderlich und kann von niedriger Intensität wie Spazieren, zu höherer Intensität so wie Joggen und Fahrradfahren, reichen. Für manche Leute ist der Arbeitsweg allerdings einfach zu lang und Zug oder Auto sind unumgänglich, aber auch hier kann man etwas tun. Zum Beispiel kann man ein paar Stationen früher aussteigen oder 15-Gehminuten vom Büro entfernt parken, auf lange Sicht können diese Sachen einen großen Unterschied bewirken.“

Danke an Reebok für diese spannende Untersuchung und für die Übersichten und Grafiken, die mir zur Verfügung gestellt wurden. Nein, es gab keine Trainingsklamotten, denn siehe da, auf dem Foto trage ich Schuhe eines Herstellers aus Herzogenaurach. Doch ich kann es nur unterstützen, es macht schon Sinn, auch im Sportbereich auf Nachhaltigkeit zu achten und klasse, dass auch Sporthersteller inzwischen nachhaltige Produkte entwickeln.