Leben

Simplify your life

Batik Blau

Was mein blaues Kleid mit ALDI zu tun hat? Manche behaupten ja, der Erfolg des Discounters liege in der reduzierten Auswahlmöglichkeit. Oh ja, das kann ich sehr gut nachvollziehen und deshalb hier mein Plädoyer für „reduced to the max“!

Genau, weil im Discounter die Wahlmöglichkeiten sehr begrenzt sind, kauft es sich leichter ein. Am Regal wird mir die Entscheidung einfach sehr leicht gemacht, denn es gibt halt nur einen O-Saft oder nur wenige Teesorten, nämlich grün, schwarz und vielleicht noch eine Kräutermischung. Das hilft mir sehr und auch wenn ich sonst den Discounter verteufle, diese Art der Sortimentsgestaltung gefällt mir.

Reduced to the max

Dasselbe bei mir am Kleiderschrank: Reduced to the max. Ich brauche keine unzähligen Wahlmöglichkeiten, wenn ich doch weiß, was mir steht. Schon vor Jahren hat mir die Stilberatung geholfen zu wissen, welche Schnittführung und welche Farben gut für mich sind. Klar, nun könnte ich unzählige Etuikleider genau in diesen Farben und dieser Schnittführung im Schrank haben. Doch der Tag hat nur vierzwanzig Stunden…

Wieviel Zeit will ich denn vor dem Kleiderschrank verplempern, nur um zu überlegen, welches dieser vielen Etuikleidern es nun sein soll. Oder soll es vielleicht eine Hose sein? Nein, das dauert mir alles zu lange! Klar, eine gewisse Auswahl ist schön, denn auch ich wechsle gerne mal das Outfit: Mal office-tauglich, weil mit bedecktem Knie, mal ideal für den Strand, weil dünn und leicht und etwas verknittert. Das Designerkleid für den Besuch im Sternetempel für das Candlelight Dinner. Auch mal mehr türkisblau oder getreift, sportlich oder mit Rüschen. Das ist dann aber auch schon gut und hauptsache die Auswahl passt in einen kleinen Schrank.

Wer will einen begehbaren Kleiderschrank?

Ganz ehrlich, ich nicht. Denn ich behaupte, dass zu viele Optionen das Leben schwer machen. Stehe ich vor einem Schuhregal mit 100 Schuhen, brauche ich ewig um mich zu entscheiden – dafür ist mir mein Leben mittlerweile zu kostbar. Ich wünsche mir ein leichtes Leben, befreit von überflüssigen Dingen. Simplify your life, genau das propagiert seit Jahren auch der Ratgeber Simplify

Nun habe ich also eine Handvoll Sommerschuhe und eine Handvoll Winterschuhe. Okay, und eine Handvoll Sneakers (ich laufe nun mal so gerne). Die sind dann auch nach einem Jahr durch und ich darf mir neue kaufen. Das finde ich toll, denn dann habe ich immer wieder neue, schöne Teile im Schrank. Dazu ist die Auswahl überschaubar, statt voller Regale. Glücklicherweise ist diese Lebenshaltung auch gleich viel nachhaltiger, denn es müssen nicht unzählige Kleidungsstücke für wenige Tragemomente hergestellt werden und so haben wir gleich alle etwas davon.

Portraitfoto Bärbel Klein Wiesbaden

Reduced to the max ist meine Devise

Meine Lieblingsfarbe ist blau, das liegt vielleicht an meiner Augenfarbe oder daran, dass ich das Meer so liebe. Jedenfalls trage ich gerne blau und bekomme auch regelmäßig Komplimente für mein Outfit. Also warum sollte ich eine andere Farbe tragen? Ausnahmen bestätigen die Regel aber tatsächlich geht’s im Kleiderschrank bei mir sehr blau zu und langweilig ist das überhaupt nicht, denn Blau ist ganz vielseitig: Hellblau, Nachtblau, Türkisblau, Pazifikblau, Dunkelblau, Schwarzblau, Pastellblau, Eisblau, Himmelblau, Königsblau…

Foto: Sabine Kristan #zeigDich

Foto: Sabine Kristan #zeigDich

Rund um meine diese Basisfarben gestalte ich mir spannende Outfits und wie gesagt auch Ausnahmen bestätigen die Regel und natürlich trage ich auch mal Weiß oder Bunt oder Bordeaux, doch es überwiegt die Farbe Blau. Warum sich das Leben unnötig kompliziert machen?

Das Witzige daran ist, dass durch diese Basisgarderobe dann auch die Kombinationen ganz einfach sind. Denn: Es harmoniert (fast)  alles miteinander. Die Grundfarbe Blau dominiert und passt super zu Weiß, zu Rot, zu Grau, zu Grün… fast alles ist untereinander kombinierbar und damit sind wieder die Entscheidungsprozesse recht einfach.

Kurzum: Simplify!

Warum ich seit 20 Jahren zu demselben Friseur gehen, dieselbe Shampoo-Marke verwende und auch eigentlich dieselbe Kosmetikserie (nur dass ich hier auf  die reichhaltige „over 50“ umgeschwenkt bin)? Soll ich euch mal sagen, warum? Genau aus diesem einen Grund, ich mag die vielen Entscheidungsprozesse nicht… siehe oben. Vielleicht bin ich einfach zu faul? Ach was, ich meine, das Leben ist zu kurz dafür. Simplify!

Oder, wie geht ihr damit um?