Leben

Neues wagen!

Blick in den Kleiderschrank

Am 21. Dezember ist Wintersonnenwende. Endlich werden die Tage wieder heller. Endlich geht es wieder aufwärts. Jetzt ist die richtige Zeit, sich von Altem zu verabschieden, um Platz für Neues zu schaffen. So kann man mit neuer Energie ins Jahr 2021 starten.

Raus damit!

Der Lockdown und die kommenden Feiertage sind eine gute Gelegenheit, den Schrank auszumisten und neu zu ordnen. Endlich haben wir Zeit für solche Dinge.

Zeit für „Tabularasa!“ – mein Aufräumen beginnt meist am Kleiderschrank und zwar starte ich spielerisch mit einer kleinen, privaten Modenschau und Rückblick („weißt Du noch, als ich dieses Kleid kaufte….“). Bald finden sich Teile, denen ich schlicht entwachsen bin: Das Teil muss weg, weil…

Kleidung, die ich schon im letzten Winter nicht getragen habe, wird als erstes inspiziert und anprobiert. Vor dem Spiegel stell ich mir die Frage, ob das wirklich das Spiegelbild ist, das ich mir für 2021 wünsche? Passt das Teil noch zu mir / zur Mode / zum Job / zum Leben?

Entweder darf es bleiben oder es muss weg – oder aber, das Kleidungsstück darf als Andenken bleiben (dann kommt es in einem Vakumbeutel verpackt in den Keller). Wie zum Beispiel meine Hochzeitsschuhe, ein paar Highheels von REPLAY, sehr unbequem, inzwischen untragbar, aber niemals würde ich sie weggeben können.

Im Kleiderschrank sollen nur die Teile verbleiben, die ich regelmäßig benötige, denn sonst verliere ich die Übersicht und kann mich vor lauter Klamotten kaum mehr entscheiden. So manches Teil (die Hotpants, die XS-Leggins, der Pushup, das Glitzerkleid, der Business-Anzug) hat seine Aufgabe erledigt und vielleicht freut sich jemand anderes darüber.

Tatsächlich werden mit den aussortierten Klamotten auch ein paar alte Überzeugungen und Einstellungen über Bord geworfen. Das ist jedes Jahr so und auch im Corona-Jahr 2020 hat sich das bewährt. In den vergangenen 365 Tagen ist „Leben“ passiert und das hat Spuren hinterlassen und manche Klamotten passen eben danach einfach nicht mehr. Kennst Du?

Das hat auch nichts mit dem Alter zu tun, denn mir geht das schon immer so. Zum Beispiel hatte ich mit 25 viel Schwarz, nein, hatte ich nur Schwarz im Kleiderschrank. Das war ich irgendwann über, zum Glück, und heute nenn ich meinen Blog „Farbenfreundin“ und habe (fast) kein Schwarz mehr im Kleiderschrank. Wie das Leben halt so spielt…

Tabularasa im Kleiderschrank

Die aussortierten Sachen, die noch schick und gut sind, bringe ich zum Second Hand Shop. Fehlkäufe habe ich zwar kaum, aber es gibt immer wieder Kleidungsstücke, die dann doch nicht richtig passen oder sich nicht zum Lieblingsstück entpuppt haben und ich finde, dann sollten sie Platz machen und dürfen von jemandem anderen abgetragen werden.

Die Wiesbadener Second Hand Shops sind klasse und gut zu wissen, das die Plateau-Sandalen, die ich nur zweimal getragen habe, eine Besitzerin finden, die sie gerne trägt. 

Ich liste einfach mal ein paar Läden auf – ohne Gewähr natürlich. Alle Läden sind gut geführt und haben ein gut gemischtes Sortiment, teilweise auch für Männer.

. Courage, Neugasse 2 – übrigens ein Glücksort!
. Boutique 21, Scharnhorststraße 20 im Westend
. Rosi Second Hand, Grabenstraße 12, mitten in der City
. Second Hand, Wagemannstraße 11, direkt neben Jourdan Maßatelier
. Gewandhaus, Taunusstraße 17, 65183 Wiesbaden
. Zweite Liebe,  Marktplatz 11, Passage hinter der Marktkirche

Es lohnt sich, dort einfach mal spontan vorbei zuschauen und nach den Konditionen fragen. Meist wird die Kleidung als Kommissionsware angenommen. Ich verkaufe immer wieder dort und kaufe aber auch gerne – denn Gucci, Prada & Co. kann ich mir nur in Second Hand leisten.

Platz für Neues schafffen, auch mental

Mit dem Aussortieren der Klamotten passiert – finde ich – eine innere Reinigung. So manche Überzeugung wird über Bord geworfen. Das tut gut, das macht Platz für ein neues ICH. Zur Unterstützung kann man sich auch eine Wunschliste schreiben

  • Von was will ich mich verabschieden?
  • Welche Wünsche habe ich für das nächste Jahr
  • In welchem Bereich möchte ich mich entwickeln?

Es kann ein Wunschgewicht sein, der Beziehungsstatus oder eine Karriere-Position, die man erreichen möchte. Auch die Persönlichkeit betreffend kann man sich Ziele setzen (offen sein für Neues, meine sensible Seite zeigen, mutiger sein…) oder vielleicht ist es ein neues Hobby? Von Angeln über Fremdsprachen bis hin zu Klavierspielen oder Kitesurfing – es gibt viele tolle Dinge, die das Leben bereichern.

Das Leben ist zu kurz, um Dinge unversucht zu lassen. Probier es aus!