Style

Mode-Trends auf der Spur bei der MBFW in Berlin

Anja Gockel Fashionweek 2018

Zweimal im Jahr ist Fashionweek in Berlin und weil schöne Kleider zu meinem Lifestyle dazu gehören, habe ich mir vieles angeschaut und mir vor allem hinsichtlich Nachhaltigkeit so meine Gedanken gemacht.

Früher war ich regelmäßig zur Fashionweek, doch dann war mir der Rummel zu viel und dieses #Dressed-for-the-moment so gar nicht mehr mein Ding. Lieber besuchte ich die nachhaltig orientierte Modemesse für Green Fashion mit Name INNATEX. Doch was bedeutet Nachhaltigkeit? Ist „grün“ produziertes in Indien besser als „Made in Germany“? Es ist komplizierter, siehe auch hier, doch zunächst lassen wir schöne Bilder von der Fashionshow der Mode-Designerin Anja Gockel sprechen.

Anja Gockel & die Brillen von Hies Optik

Die Show der Mainzer Modedesignerin Anja Gockel findet ganz exklusiv im Hotel Adlon am Brandenburger Tor statt. Die Kollektion wie immer wunderbar farbenfroh und die einzelnen Teile sehr geschmackvoll und feminin. Der Runway rundum den Springbrunnen inmitten des Hotel Adlon ist imposant und bei vielen Enwürfen geht ein Raunen durch die Sitzreihen.

Die Sonnenbrillen sind Entwürfe aus dem Hause Hies Optik in Taunusstein und ich bin als Wiesbadenerin natürlich ganz stolz, dass er mit in Berlin dabei ist. Der Optikermeister passt die Brillen-Entwürfe der Trägerin individuell an und so findet jede/r eine individuell angepasste Sonnenbrille.

Zuvor hatte ich die Chance, denn Runway bei der Generalprobe beobachten zu dürfen. Da sieht man erst einmal, wieviel Arbeit in einer tollen Show steckt. Ein großartiges Erlebnis!

Total schön war die Begegnung mit der Siegerin von GNTM 2018, die sympathische Toni aus Stuttgart. Eine wunderbar offene und lebensbejahende Frau und ich habe mich sehr gefreut, vor der Show bei der Generalprobe ein Selfie mit ihr machen zu dürfen.

Klar, sehen und gesehen werden, ist ganz wichtig auf der Fashionweek. Das Drumherum macht viel her und ich hatte meinen Spaß. Der feine Prosecco aus dem Fläschchen schmeckt und der Service vom Hotel Adlon ist eh Fünfsterne-Deluxe, dazu freies Wifi – ich find’s super!

Greenfashion selected

Die Eventlocation E-Werk ist Austragungsort der regulären Fashionshows und wer nicht in der Frontrow sitzen darf, kann die Übertragung auf der riesigen Leinwand ansehn. Sogar Endkonsumenten waren eingeladen, die Show dort zu bestaunen, denn die Modemesse stand unter dem Motto „Liberate Fashion“ – also ganz innovativ! Im E-Werk findet auch die Modenschau der Designer statt, die sich auf nachhaltige Mode spezialisiert haben und unter dem Oberbegriff Greenfasion selected eine gemeinsame Show zeigen.

Nachhaltig heißt nicht langweilig und ich bin total begeistert von den einzelnen Kollektionen. Sehr farbenfroh, sexy und einfach beeindruckend sind die Entwürfe. Die Shows im E-Werk wurden alle auf Video aufgenommen und ein Summary gibt’s hier. Und Hintergrundinfos gibt auch diese Website.

Wunderschöne Kollektionen zeigten die einzelnen Designer an ihren Ständen auf der Messe Greenfashion im Kraftwerk Berlin und im Anschluss auf der Innatex Rheinmain. Dort treffe ich alte Bekannte wie die Mode-Designerin von Greta Andersson mit ihren tollen, hochwertigen Basics. Sie achtet besonders auf die Materialien, denn guter Stoff ist das A & O. Gerade bei Hosen ist ein leichter Wollstoff einfach perfekt, denn wenn man viel sitzt, knittert Baumwolle total, Wolle dagegen bleibt stabil, ist sehr atmungsaktiv – da können wir von der Anzugsmode der Herren lernen. Schon sehr sehr lange kenne ich das Label NIX aus Berlin und wir treffen uns jedes Jahr wieder. Ich bin sehr happy, dass ich aus der Sommerkollektion noch eine der Blusen ergattern konnte. Danke an Barbara!

NIX Mode aus Berlin, Bluse mit Kraniche

NIX Mode aus Berlin, Bluse mit Kranichen

Kauf mich, kauf mich – warum eigentlich nicht mieten?

Mir missfällt mir der Rummel um die immer wieder neue Kollektion und dieses Werben „kauf mich!“ – denn das ist bei der Ökomode nicht anders. Wirklich innovativ finde ich die Idee, Mode garnicht mehr zu kaufen, sondern zu leihen. Kleiderkreisel oder Kleidertausch – das gibt es im Kleinen schon. Kleiderei bietet diesen Service in Hamburg & Köln an.

Rent the Runway – Mode mieten

Genau, Klamotten-Vermietung ist der neue Trend. Die Zeitschrift The Economist berichtet von dem sehr erfolgreichen Unternehmen RTR (rent the runway) die in den USA vor allem Office-Outfits vermieten und zwar als Online-Angebot. Ja, das ist eine andere interessante Variante, denn auch ich habe unzähle „Büro-Klamotten“ im Schrank, die mir privat zu brav sind, denn da liebe ich es casual. Business-Outfits sind die Arbeitskleidung der Büromenschen und warum nicht jeden Montag ein Paket neuer Outfits bei einem Shop abholen?

Das ist eine tolle Idee, Outfits nur noch zu mieten, denn dann spare ich mir den Gang zur Reinigung oder muss keine Blusen bügeln und es haben viele etwas davon. Im Büro fühle ich mich immer gut angezogen, habe viel Abwechslung und muss die vielen Kostüme aber nicht kaufen.

In den USA ist das ein boomendes Geschäft, nicht nur für Business-Outfits, sondern auch Abend-Garderobe oder Party-Outfits. Genau – dann klappt das auch wieder mit dem „Dressed for the moment“ und man hat modisch ganz viel Abwechslung. Hier geht’s zu deren Website – leider nur innerhalb der USA.

Ob das dann so nachhaltig ist, wie es sich anhört, müsste geprüft werden, denn klar, Energie-Verbrauch für Reinigung und Versand könnten die Vorteile in Bezug auf Nachhaltigkeit wieder zunichte machen. Doch eine interessante Idee auf jeden Fall. Oder – würdest Du das machen oder willst Du die Teile im Schrank hängen haben?

Tchibo vermietet Babykleidung

Inzwischen hat auch Tchibo das Leih-System entdeckt. Bei Tchibo-Share kann man Babykleidung mieten. Perfekt! Denn gerade Babys wachsen so schnell, dass die Kleidung unbedingt weitergegeben werden sollte. Warum den Prozess nicht professionalisieren? Dann spart man sich die unzähligen Tauschbörsen und Mama-Flohmärkte, weil – wer hat denn für sowas Zeit?

Nachhaltigkeit in der Mode

Schon als Stil-Beraterin hatte ich festgestellt, dass das A & O in der Mode gute Qualität ist. Dann klappt das auch mit der Nachhaltigkeit (dazu auch der Bericht „Bis es mir vom Leibe fällt) Das fängt im Grunde schon bei den Schnitten und Entwürfen an. Eine Basis-Garderobe wird man auch nicht mieten und wenn man seinen Stil gefunden hat, kann man ein tolles Kleid, Kostüm, Shirt über Jahre tragen und es sieht weiterhin klasse aus – einfach weil es zum persönlichen Stil passt. Denn auch die beste GOTS-zertifizierte Jeans hat einen schlechten sogenannten „carbon footprint“, wenn sie nach einer kurzen Saison weggeworfen wird. Modisch ausgefallenes, Trends oder Ausgeh-Mode kann ich dann zusätzlich mieten. Das hat Zukunft, finde ich! Wer gründet das bitte ganz schnell für Frankfurt?

Im Rahmenprogramm ging es um Fair Fashion und die vielen Innovationen: Moderne Stoffe, denkende Stoffe und nachhaltige Materialien in der Schuhmode. Oh ja, Schuhe sind wirklich ein giftiges Thema, da will ich garnicht drüber nachdenken! Toll, das Melawear mit ihren Sneakers da eine andere Richtung einschlägt, sehr innovativ!

Melawear

Melawear – aus was besteht eigentlich ein Sneaker?

Spitze Nadel – Preisverleihung auf der Ethical Fashion Show

Ein Preis gegen die dunkle Seite der Mode-Industrie wurde auch während der Fashionweek in Berlin vergeben und die Aktion von www.spitze-nadel.de hat mich besonders berührt, denn eine Schulklasse aus Süddeutschland führte in einem klug gemachten, medial sehr beeindruckenden Theaterstück vor, was es heißt, in der Bekleidungsindustrie in Niedriglohnländern wie Bangladesch, China oder sonstwo zu arbeiten, damit wir Klamotten „dressed vor the moment“ tragen können. Die Preisträger in diesem Jahr sind

  • Friedrich-von-Alberti-Gymnasium Bad Friedrichshall
  • der Verein „Bis es mir vom Leibe fällt“
  • Designerin Tanja Hildebrandt

Ich bin sehr beeindruckt, von den Iniativen und freue mich sehr, dass sich etwas bewegt.

In eine ähnliche Richtung geht die Aktion „Be a fashion changer„, das die Bloggerin Vreni Jäckle mitorganisiert hat und dann sogar in die Demonstration #Fairfashionmove“ mit vielen Teilnehmern mündete. Ja, wenn man die schlimmen Bilder von dem Elend in den Billiglohnländern sieht, kann man nur sagen: In der Mode-Industrie ist dringend ein Umdenken notwendig!

Die Bekleidungsindustrie ist ein hartes Geschäft. In vielen Ländern werden die Kollektionen mit Überstunden und heftigem Druck hergestellt. Teilweise 16-Stunden-Tage müssen die Arbeiter durchhalten, denn Mode ist ein schnelles Geschäft und „dressed for the moment“ bedeutet, dass ganz kurzfristig Aufträge platziert und auch schnell bearbeitet werden müssen.

Spitze Nadel Fashionweek

Es klebt Blut an Fast Fashion

China,  Indien  und  die  Türkei  sind  nach  wie  vor  die  wichtigsten  Produktionsländer  für  Textilien  und  Bekleidung. Manche Produzenten haben sich jetzt in der Fair-Wear-Foundation zusammengeschlossen. Um  in  diesen  Ländern  von  fairen Arbeitsbedingungen  sprechen  zu  können,  gibt  es  noch  große  Hürden  zu  überwinden, doch ein Anfang ist gemacht.

Deshalb die Frage – müssen es denn immer neue Klamotten sein? Eigentlich wünschen wir uns nur ein bisschen Abwechslung, oder? Ich bin dafür, Klamotten in Zukunft zu mieten.

Lanius X Weleda

Immerhin bin ich seit 30 Jahren Weleda Kundin

Partytime at Fashionweek: Lanius X Weleda

Was hat Mode mit Kosmetik zu tun? Alles und nichts. Klar, bei Mode geht es um Schönheit und pflegende Kosmetik gehört damit dazu. Seit über 30 Jahren bin ich Weleda Kundin und die feinen, ökologisch hergestellten Körperöle und pflegende Cremes, Zahnpflegeprodukte und auch Medikamente sind aus meinem Bad nicht weg zu denken.

Umsomehr freut es mich, dass die Marke so jung geblieben ist und bei der Fashionweek in Berlin mit dabei ist. Die Party zum Abschluss des Tag 1 auf der Modemesse in Berlin wurde zusammen mit dem großartigen, nachhaltig orientierten Modelabel Lanius veranstaltet und war wirklich ein schöner Ausklang. Als Geschenk erhielten wir alle ein feines Foulard-Tuch im maritimen Stil. Dankeschön!

Nicht nur die Innatex Rhein-Main, auch die Reise in die Hauptstadt zur Fashionweek 2018 war wieder ein wunderbares Erlebnis und dazu sehr informativ. Jedes Jahr verabschiede ich mich vom Flughafen Tegel und finde es einfach nur verrückt, dass ich auch in 2018 nun wieder dort gelandet bin.

Berlin hat ‚was  –  zum Schluss noch ein cooles Bild vom Badeschiff an der Spree – das hätte ich am liebsten nach Hause an den Rhein mitgenomme. Ich wünsch mir so ein Badeschiff!

Badeschiff auf der Spree in Berlin

Badeschiff auf der Spree in Berlin