Leben

Buchtipp: Job oder Leben

Buchmesse Frankfurt

Den Spruch Geld oder Leben kennst Du und für diesen Buchtipp habe ich ihn etwas abgeändert, denn im Buch von Frank Behrend geht es um die Arbeit.

Nimm deine Arbeit nicht allzu ernst und sowieso, wichtig sind ein pünktlicher Feierabend, sagt der Chef. Familienzeit ist Lebenszeit und das hat Priorität, sagt der Chef. Nein, nicht mein Chef, sondern ein Chef einer Werbe-Agentur.

Da lachen wir laut, oder? Wer in der hippen Agenturbranche arbeitet, weiß – dort ist alles möglich – nur eben kein pünktlicher Feierabend (Ausnahmen bestätigen diese Regel). Zu lange habe ich auch dort gearbeitet.

Die 10 ernsthaften Ratschläge…

Die 10 ernsthaften Ratschläge von Frank Behrend, wie man locker durch’s (Berufs-) Leben kommt, gingen vor einiger Zeit durch die Presse und ein Raunen war zu hören. Der Verursacher hatte Mühe, sich zu verteidigen, dabei war’s doch nur gut gemeint! Dass er mit seinen 10 Punkten so eingeschlagen hatte, spricht Bände. Ein empfindlicher Nerv des deutschen Angestellten war getroffen und eine Diskussion losgetreten worden.

Frank Behrendt, 54, arbeitet in der Kommunikationsbranche. Er war Vorstand der Agentur fischerAppelt als er sein Buch „Liebe dein Leben und nicht deinen Job“ veröffentlichte. Heute ist er Chef der PR-Agentur Serviceplan. Inzwischen liegt auch ein weiteres Buch vor und er schafft damit Impulsgeber. Genau so nennt er sich auch: Impulsgeber.

Wieviel Engagement im Job ist gesund? Wieviel Überstunden verträgt ein Familienleben und wieviel Stress hält das eigene Sexleben aus?

Lange genug habe ich selbst als Angestellte in einer verantwortungsvollen Position gearbeitet und hätte diese Ratschläge gerne umgesetzt, doch – es ging nicht. Selbst dann nicht, als ich schon wusste, dass ich auf der Entlassungsliste wg. Umstrukturierung stehe.

Da drängt sich die Frage auf, ob’s an einem selbst liegt? Man denkt ja immer gerne, man sei unersetzlich. „Ich muss das noch fertig machen…“ ist schnell gesagt und dann dauert es doch zwei Stunden länger und das Handout wird am nächsten Tag gar nicht benötigt. Ach, wie schade, der Feierabend war mal wieder umsonst geopfert worden.

Erst nach vielen Berufsjahren begreife ich heute, dass es gut tut, eine Akte einfach liegen zu lassen – denn so manches Projekt erledigt sich schon auch mal von selbst.

Ich muss, ich muss…

Es passt nicht zu den deutschen Tugenden und es fällt uns so schwer, mal „alle Fünfe grade“ sein zu lassen. Damit wir das aushalten, erhalten wir regelmäßig Boni und Zulagen und die sichere Rente und die Kosten-Übernahme der Krankenversicherung. Wenn der Druck dann doch mal zuviel wird, dann haben wir Rücken oder Migräne. Zivilisationskrankheiten. Die einzig akzeptierte Art des Ruhens ist: Krank sein.

Der gelbe Schein ist die rote Karte des Angestellten, sagte mir mal ein Kollege. Hm, naja, auch eine Methode: Das Blaumachen. Wenn die Kollegen mal nerven oder der Job an sich, dann holt man sich den gelben Schein. Schlimm, oder? Dabei haben wir Mitbestimmung, Betriebsräte, Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften noch und nöcher – aber offensichtlich haben auch die es sich irgendwie gut eingerichtet.

Ist es garnicht so schlimm wie es sich anhört?

Nun hat der Mann, der damals diese 10 Tipps rausposaunte, ein Buch dazu geschrieben und ich bin froh, dass man nicht nur Philosophen, sondern auch Manager solch ein Thema ansprechen. Wobei er nichts Neues berichtet, aber manchmal muss man Wahrheiten einfach nur oft genug hören. Danke also für dieses Buch.

Meine 10 Tipps, wie man locker und entspannt durch’s Berufsleben kommt, sind tatsächlich nicht so viel anders, wie die des Herrn Behrend. Nur mit dem Hinweis, das man auch diese Tipps gelassen nehmen sollte und auch mit einem Augenzwinkern. Wenn es nicht gleich auf Anhieb klappt, trotzdem entspannt bleiben und einfach innerlich diese Haltung tragen. Das hilft schon immens. So betitelt es auch DER SPiEGEL (weiterlesen hier).

In diesem Sinne – eine gute Woche wünsche ich!

Frank Behrendt – Der Impulsgeber
„Liebe dein Leben und nicht deinen Job“

Ebenso von ihm erschienen:
„Die Winnetou Strategie – Wie Du zum Häuptling Deines Lebens wirst“