Interview

US Love im Interview

Mit den Fragen zum Lieblingsgericht und zum persönlichen Soulfood hat die Interview-Reihe begonnen und es geht weiter, denn es gibt so viele spannende Frauen rundherum. Heute im Interview ist Jessica von US LOVE aus Wiesbaden

 

 

 

Hallo liebe Jessica !

Wie kommt man auf die Idee einer Partner-Börse? Erzähl doch mal…

In meinem Arbeitsumfeld auf der Europa-Zentrale der US-Streikräfte in Wiesbaden habe ich sehr viel oder fast ausschließlich mit Amerikanern zu tun. Die Amis finden es toll, dass ich ein „local“ – jemand aus Wiesbaden – bin. Sie nehmen oft an, dass ich bestimmt „many nice German friends“ vor Ort habe. Da wurde und wird mir öfters mal die Frage zugesteckt, ob ich nicht eine nette Single-Freundin hätte, die gerne einen Amerikaner kennenlernen möchte.

Wenn Leute in meinem privaten Umfeld hören, dass ich in der Zentrale der US Army Europe arbeite, wurde und werde ich des öfteren mit einem Augenzwinkern gefragt, ob ich kein Date mit einem netten Amerikaner vermitteln könnte. So ist mit der Zeit die Idee entstanden, einen speziellen und persönlichen American-German Dating Service zu gründen.

Bei diesem Dating Service können deutsche Singles ganz gezielt amerikanische Singles kennenlernen und amerikanische Singles, die hier stationiert sind, können wiederum deutsche Singles, die sich vielleicht einen amerikanischen Partner wünschen, treffen. Ganz egal, ob Mann oder Frau.

Es gibt ja viele Frauen, die sich für einen amerikanischen Partner interessieren. Inzwischen erhalte ich sogar Anfragen von Frauen aus Nachbarländern und der Ukraine. Die große Frage ist aber immer, wie sie jemand Passendes ausfindig machen können. Und umgekehrt ist das bei den Amerikanern genauso. Sie sind sich ebenfalls unsicher, wie sie eine passende (deutsche) Frau treffen können. Die Amerikaner bei der US Army sind letztlich auch nur Männer, die oft voller Unsicherheiten stecken.

Fast wie bei Men in Black

Manchmal komme ich mir vor wie in einem amerikanischen Film: Wenn ich morgens durch die Zugangskontrollen fahre, sehe ich auf dem Weg zu meinem Büro oft Gruppen von Soldaten auf den Trainingsplätzen, die in grauen Army-Shirts ihre morgendlichen Liegestützen unter lauter und schroffer Anweisung machen oder salutieren. Auch sehe ich viele Leute von der Air Force oder von den Marines in ihren schicken Uniformen, im Hintergrund kreisen große Militär-Helikopter in der Luft und starten oder landen Jets und fallen Salutschüsse. Den noch größeren Anteil an Personal jedoch bilden die zivilen Regierungsmitarbeiter, die tatsächlich meistens im Anzug und gefühlt IMMER mit schwarzer Sonnenbrille herumlaufen. Da komme ich mir dann manchmal vor wie im Film „Men in black“ (LOL…).

Den Hauptanteil in meiner Vermittlungstätigkeit machen die Zivilisten aus. Also die Amerikaner, die hier für die US-Regierung und die US-Verteidigung tätig sind. Viele davon sind schon seit vielen Jahren in Deutschland und manche sprechen wirklich gut Deutsch. Sie interessieren sich für unsere Region, unsere Kultur und Geschichte, bereisen Deutschland und die europäischen Länder.

German Froilleins

Wir deutschen Frauen gefallen einfach den Männer, die sich bei mir melden. Sie sagen mir, wir German ladies seien weniger schrill, reden eine ganze Oktave tiefer als die Amerikanerinnen und seien generell etwas weniger aufgeregt unterwegs. Auch gefallen wir optisch besser, weil wir meist größer und schlanker sind. Viele mögen auch die bei uns eher noch traditionell weibliche Kleidung – also Röcke und Kleider – statt immer nur Shirt, Shorts und Turnschuhe wie viele Amerikanerinnen. Und zu guter Letzt schätzen die Amerikaner an uns German Fräuleins, dass wir weniger stark materiell denken als die meisten Amerikanerinnen. Ich will hier niemanden über einen Kamm scheren, aber das sind so die Argumente, die ich zugetragen bekomme. Natürlich melden sich auch Amerikanerinnen bei mir, die gerne einen deutschen Mann kennenlernen möchten. Das kommt zwar seltener vor, aber ich gehe davon aus, dass es noch mehr werden. Auch Anfragen zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften habe ich schon erhalten.

Dating mit US Love

Bei US Love Wiesbaden gibt es nur „echte“ Profile. Ich kann „Fakes“ komplett ausschließen, da ich alle Mitglieder persönlich treffe, um deren Angaben wie Alter, Größe, Aussehen und Fotos zu verifizieren. Das ist ein enormer Extraaufwand, aber meine Kunden bestätigen mir, dass sie dies außerordentlich zu schätzen wissen. Viele haben schlechte und enttäuschende Erfahrungen beim Online-Dating gemacht, sagen, dass Profile selten der Realität entsprechen und daher eine reine Zeitverschwendung sind. Gerade die Regierungsmitarbeiter in vertraulichen Positionen scheuen das Online-Dating, da man sich dort mit persönlichen Angabe und Fotos präsentieren muss. Sie möchten sich nicht in der Öffentlichkeit auf Partnersuche begeben und gerade sie schätzen es enorm, dass ihre Partnersuche bei US Love Wiesbaden vertraulich behandelt und nicht öffentlich gepostet wird.

Für 2017 habe ich einiges vor; u.a. plane ich, monatliche All-you-need-is-love-Partys für Mitglieder zu veranstalten, bei denen man sich ganz frei kennenlernen und angeregt unterhalten kann.

Wer sich über US Love Wiesbaden „matchen“ lässt, kann sich bereits beim ersten Date gewiss sein, dass ER speziell die deutsche Partnerin und SIE speziell den amerikanischen Partner bei den US-Streitkräften finden möchte. Im besten Fall eine Love-Story mit Happy-End…  Bei Interesse, ich bin zu finden über www.uslovewiesbaden.com

Wow – wie lange machst Du das jetzt schon?

Ich mache das seit Sommer 2016. Zur Zeit nebenberuflich zu meinem Hauptjob als „local national employee“ bei den Amerikanern.

Und nach getaner Arbeit: Wie sieht die perfekte Happytime aus?

Eine Laufrunde für die Bewegung an frischer Luft im Wald und Krafttraining. Dann ein gutes Abendessen und anschließend die Füße auf der Couch hoch.

Gibt es ein spezielles Soulfood, wenn’s draußen grau und ungemütlich ist?

Ich mag alles, was an grauen, kalten Tagen wärmt, d.h. Suppen und wärmende Gewürze wie Ingwer. Soulfood ist für mich aber auch die Mousse au chocolat abends auf der Couch.

Hast Du ein spezielles happyfood, für Tage, die es zu feiern gilt?

Da fällt mir spontan Sekt oder besser noch Champagner ein, wenn es etwas zu feiern gibt.

Und was geht Dir nie aus und ist immer vorrätig im Kühlschrank?

Ich hab meistens gleich ein paar Päckchen Butter vorrätig. Butter ist ein toller Geschmacksträger und vielseitig verwendbar.

Vielen Dank für das Gespräch, liebe Jessica!

Für mehr Infos: US Love Wiesbaden

 

* P.S.: Is doch immer wieder interessant, über den Tellerrand zu blicken. Ich selbst finde die Amerikanerinnern ja wesentlich schicker und liebe deren Style (da sag ich nur Donna Karan). Aber das ist wohl wie mit Nachbars Garten, der ist ja bekanntlich auch immer grüner.

P.P.S. Zur Info für alle Nicht-Wiesbadener, es leben in trauter Nachbarschaft rund 20 Tausend Amerikaner der US Army in Wiesbaden. Es ist wie eine eigene Stadt in der Stadt und schade, dass es sich nur manchmal ein bisschen mischt (im Freibad, beim Weinfest oder auf dem Weihnachtsmarkt). Früher, vor 9/11, konnten auch Deutsche ins dortige Kino. Heute darf man nur einmal im Jahr, zum Deutsch-Amerikanischen Freundschaftsfest, auf’s Gelände. Eines der amerikanischen Wohngebiete in Wiesbaden, das Hainerberg Village, ist in meiner direkten Nachbarschaft und das finde ich immer wieder recht amüsant.