Genuss

… trinkt rote Smoothies

Und manchmal auch in Grün oder Gelb…, zusammen mit „Grüne Smoothies“. Eine Gruppe von Smoothie-Experten aus Berlin informieren unter diesem Label im Internet und YouTube über das gesunde Getränk und veranstalten immer mal wieder sogenannte Smoothie-Challenges und im Januar habe ich kurzerhand daran teilgenommen. Zunächst musste ich in einen Hochleistungs-Mixer investieren. Ohne geht’s nicht, denn bei Smoothies geht es nicht einfach nur ums Mixen. Das wäre doch zu einfach. Das Besondere an Smoothies ist, dass durch das feine Zerkleinern Inhaltsstoffe zu Tage kommen, die man durch Kauen oder einfaches Zerkleinern nicht freisetzen könnte: Chlorophyl zum Beispiel. Brauchen wir das überhaupt? Wer weiß. Soll aber ganz gesund sein und wenn es Schimpansen gut tut, dann vielleicht auch uns… Langzeit-Studien gibt es noch keine, das schreibt auch DER SPIEGEL.

Und wer hat’s erfunden?

Victoria Boutenko (USA). Sie forschte aus gesundheitlichen Gründen und hat ihre Ernährung auf Rohkost umgestellt, was ihr und ihrer ganzen Familie sehr gut tat. Sie stellte dann fest, dass Schimpansen zwar auch eine ganze Menge Grünzeug verspeisen, aber eben immer mal mit Obst vermischt. Vielleicht wäre das auch etwas für uns? Aber das viele Kauen? Wie soll das gehen? Und so wurde das Zeug einfach vor dem Essen zukleinert: Einfach in die Maschine und das viele Grünzeug wird trinkfertig.

Wie bei jeder Ernährungsform scheiden sich auch bei den Smoothies und Rohkost die Geister. Das muss jeder selbst für sich entscheiden. Ob nun Vollwertkost, vegan, vegetarisch oder makrobiotisch – jeder wie er’s mag.

Du bist was Du isst

Vor Jahren habe ich für mich die Traditionelle chinesische Medizin (TCM) für mich entdeckt und beachte seither die TCM-Ernährungstipps. Nicht mehr 100% konsequent, aber so, dass ich mich weiterhin gut und gesund fühle und keine dieser für Frauen oft üblichen Wehwechen habe, nämlich weder kalte Füße noch Gewichtsprobleme. Eigentlich bin ich zufrieden und möchte nichts an meiner Ernährung ändern, aber weil Smoothies so hochgelobt werden und ich offen für Neues bin, wollte ich es dann doch einmal ausprobieren.

Die TCM propagiert, das Gemüse zu kochen. Nur bei wenigen Personengruppen wird Rohkost in größeren Mengen empfohlen. Muss ja nicht zerkocht sein, aber leicht gedünstet, als Suppe vielleicht – dann erwärmt es meine Mitte schön und mich gleich mit. Ein Apfel schmeckt ja schon lecker, aber habt ihr schon einmal Apfelmus gegessen? Vielleicht mit Ingwer oder einem Hauch von Limone? Mmmmh, yummi!

Smoothies aber sind kalt. Naja, zumindest ungekocht. Und siehe da – nach 2 Wochen Smoothies bekam ich auch direkt die Quittung: Mir war ständig kalt, ich hatte kalte Hände, kalte Füße und eine kalte Nasenspitze. Hm. Ein klarer Nachteil.

An Apple a day keeps the doctor away… Meine Ernährung ist ausgewogen und besteht sowieso 2/3 aus Obst und Gemüse. Trinkfertig zerkleinert in Form eines Smoothie kann man aber eine noch wesentlich größere Menge an Obst und Gemüse verdrücken:  Orange, Banane, Äpfel, Sellerie, Spinat, Pfefferminze – kurz geschreddert und kurzerhand hat man aus einem ganzen Gemüsekorb ein „Zwischengericht“ gezaubert. Womit wir beim Vorteil Nr. 1 wären: Durch das Schreddern vertilgt man tatsächlich sehr viel Obst bzw. Gemüse pro Tag. Dazu auch noch Sorten, die man sonst vielleicht eher nicht essen würde. Also roher Spinat zum Beispiel, das Grün der Karotten und des Kolrabi. Na – wenn das kein Vitamin-Booster ist!

Und siehe da – neben einem Nachteil stellte ich auch alsbald ein weiterer Vorteil ein: Mein Fingernägel brachen bzw. brechen nicht mehr ab! Seit Monaten hatte ich hiermit Probleme und just nach 10 Tagen regelmäßigem Smoothies Genuss hatte ich stabile und gesunde Fingernägel.

Mein Fazit: Gesund! Aber in Maßen und nur als Zusatz-Nahrung und nicht anstatt eines Hauptgerichts. Außerdem habe ich nach ersten Versuchen die Kohlsorten und auch das Kohlrabi-Grün und das Möhren-Grün weggelassen. Mir ist das einfach nicht bekommen und ganz ehrlich – ich bin doch kein Schimpanse (…)!