Genuss, Reisen

Spitzenessen im Tantris

Zu Gast bei Kochlegende Hans Haas im Restaurant Tantris in München

Gourmet-Essen ist sexy oder sind’s die smarten Sterneköche? Sterneköche soweit das Auge reicht: Ob bei Foodtrucks oder im Fernsehen bei Kitchen Impossible. Wie auch immer, ich esse gerne und sehr gerne auch mal fein.  So zum Beispiel im berühmten Restaurant Tantris in München. Davon muss ich euch erzählen!

Hans Haas, Restaurant Tantris in München

Restaurant Tantris

Den Küchenchef Hans Haas kannte ich schon vom Interview zu seinem wunderbaren Kochbuch und deshalb wollte ich seine Küche auch mal selbst probieren. Von der denkmalgeschützten Inneneinrichtung hatte man mir auch vorgeschwärmt. Also – auf geht’s nach München!

Schon das Gebäude und der Eingang sind der Kracher: Großartige Siebziger-Jahre Baukunst in Beton gegossen. Die Skulptur am Eingang in Form eines Fabeltier begegnet einem später auch als Tischdeko wieder. Die Inneneinrichtung ähnelt einer Filmkulisse und die große Wandskulptur von Danielo Silvestrin ist krass. Wirklich stark beeindruckend. Ein fullminantes Statement in orange, dabei stimmig und edel zugleich. Seit 2012 steht das Ensemble unter Denkmalschutz und es ist wahrlich ein innenarchitektonisches Highlight. Passend zum Essen, sag ich jetzt mal.

Hans Haas, Kochlegende vom Restaurant Tantris in München

Zwei Sterne

Der erste Küchenchef im Tantris war 1971 Eckart Witzigmann, gefolgt von Winkler und seit 1991 also Hans Haas, der seither die zwei Sterne verteidigt und noch einige Auszeichnungen mehr erzielt hat. Er ist ein ehemaliger Schüler von Witzigmann, kommt ursprünglich aus Tirol und das spürt man. Wie heißt es auf der Internetseite so schön: „Ihm gelingt eine einzigartige Mischung aus Bodenständigkeit und wahrer Kochkunst.“ Ja, genau das mag ich an der Küche von Hans Haas. Es gibt regional bekannte Gemüsesorten wie Rote Beete oder Topinambur – und dann so leicht und überraschend serviert. Einfach höchste Qualität und Perfektion.

Die Speisekarte im Tantris wechselt täglich, sogar mittags stehen andere Gerichte als abends auf dem Menü. Da ist die Küche sehr flexibel und alles wird ermöglicht, ob nun ein drei, fünf oder acht Gänge-Menü, alternativ kann man auch à-la-carte wählen. Wir haben uns da ganz auf die Menü-Zusammenstellung des Küchenchefs verlassen und es war großartig. Wenn man nur zum Essen nach München fährt, dann heißt es: Menü, bitte!

Doch wie gehe ich mit der mehr als 60 Seiten umfassenden Weinkarte um? Bei uns im Rheingau gibt es meist nur Riesling. Der Sommelier empfiehlt uns also passende Weine, doch ganz ehrlich, bei einem Menü von Hans Haas möchte ich meine Geschmacksnerven nicht benebeln, denn sonst schmecke ich den weißen Trüffel und die feinen Gewürze gar nicht. Das Essen steht im Mittelpunkt, den Champagner gibt’s bei mir also hinterher.

Unsere Menü-Karte ist von Hans Haas handgeschrieben und da fühlte ich mich gleich sehr willkommen. Eine schöne Geste, gerade für mich als Neuling in der Sterne-Gastronomie. Etwas verunsichert war ich trotzdem in den heiligen Hallen des Tantris, doch der junge Kellner hat uns schnell aufgelockert. So muss das sein: Ganz entspannt und einfach nur genießen.

Danke dafür! Der Service auch nichts dem Zufall überlassen. Perfekte Abstimmung im Hintergrund und alles im Dienste der Gäste. Eine großartige Inszenierung! Tatsächlich, ein Menü im Sterne-Restaurant Tantris ähnelt einem Theaterstück. Teller für Teller, Kapitel für Kapitel, ergeben ein wunderbares Ganzes. Deshalb kann ich auch gar nicht die einzelnen Gerichte bewerten, denn es ist ein Erlebnis für alle Sinne.

Alleine die Tischdekoration und das edle Besteck aus einer kleinen Silberbesteck-Manufaktur aus dem Vorarlberg haben mich beeindruckt. Großartig liegt Gabel und Messer in der Hand. Schon witzig, das erste Mal, dass ich im Restaurant auf das Besteck achte.

Das Menü von Hans Haas

Menü von Hans Haas, Kochlegende vom Restaurant Tantris in München

Oben auf dem Bild seht ihr das Menü, zwischendurch und vorneweg gab es außerdem noch

. Thunfischtatar mit Avocado
. Zanderpraline auf Gurkensalat mit Kürbissuppe
. Foie Gras mit schwarzen Trüffeln

 

Hans Haas, Restaurant Tantris in München

Der Restaurant-Besuch fand zur Weihnachtszeit statt und deshalb ist das Menü dementsprechend winterlich. Einfach schön, dass die Küche sich den Jahreszeiten anpasst. Was mir am besten geschmeckt hat? Alles. Alles miteinander!

 

Küchenchef Hans Haas, Restaurant Tantris in München

 

Hans Haas, Restaurant Tantris in München

Wer meinen Blog kennt weiß, ich esse immer mal wieder fein und gut, doch eines kann ich sagen: Noch nie vorher hatte ich so gut gegessen. Das Restaurant Tantris übertrumpft alles! Deshalb hatte ich auch lange mit den Worten gerungen, denn wie sollte ich dieses Erlebnis beschreiben, denn ich bin ja kein Redakteur einer Gourmet-Zeitschrift und mir fehlt das entsprechende Vokabular. Ein wirklich wunderbares Erlebnis und jetzt heißt es sparen für den nächsten Besuch. Wobei das „kleinere“ Mittagsmenü wirklich erschwinglich ist und lieber lasse ich ein paar Besuche beim „Italiener“ ausfallen und gönne mir dann so ein Fest der Sinne.

Eins noch zum Schluss, denn wir sind hier ja bei Farbenfreundin… Auf Instagram hatte ich schon vorher einen Eindruck von der farbenfrohen Damen-Toilette gesehen. Ich war nicht die Erste, die ein Spiegel-Selfie gepostet hatte, das ist wohl Kult. Ich muss sagen: In Wirklichkeit ist dieser Raum noch viel erstaunlicher. Was eine Farbenpracht! Man fühlt sich in einer völlig anderen Zeit und eher im Badezimmer einer Schauspiel-Diva – großes Kino!

Zu Besuch im Restaurant Tantris in München

Fazit: Hingehn, staunen und genießen!

 

P.S. Ein großes Dankeschön an Hans Haas. Wir haben uns wirklich sehr wohl gefühlt!

Ganz herzlichen Dank auch für das Glas mit der besten Marillen-Marmelade, die wir je gegessen haben. Am Schluss haben wir uns ja fast geprügelt, wer den letzten Löffel davon bekommt und dabei essen wir eigentlich keine Marmelade… eigentlich. Nun ist das Glas leer und wir haben eine wunderbare Erinnerung. Bis zum nächsten Mal im schönen München!

Marillen von Hans Haas, Kochlegende vom Restaurant Tantris in München

 

 

 

2 Kommentare

  1. … nicht immer, aber öfter – sollte man sich mit einem feinen Essen beglücken, nicht wahr?

    Wünsche ebenfalls einen schönen Frühlings-Sonntag! Herzlichst, Bärbel

  2. Oh, welch edler Genuss! Da kann ich mir schon vorstellen, dass Dir die Worte etwas fehlen. Solch ein Gesamtkunstwerk ist ja auch beeindruckend. Und dann schmeckts auch noch ganz hervorragend und die Leute sind kompetent und zugewandt-freundlich und der Küchenchef himself schreibt die Menukarte – also, da hast Du wirklich eine Erlebnis der besonderen Art gehabt, liebe Bärbel.
    Danke, dass Du uns sozusagen dorthin mitgenommen hast!
    Mittags ist es sicher auch schön dort. Wir haben hier auch ein Sterne-Lokal, wo es einen Business Lunch gibt, das ist ein ganz feines Erlebnis mitten im Alltag. Das kann man sich öfters gönnen.
    Herzlichen Gruß und noch einen schönen Sonntag von Sieglinde

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