Reisen

Männer kein Zutritt

Es ist immer ein kleines Abenteuer im Ausland ins Beauty Center zu gehen. Ob Thailand, Türkei, Afrika, USA oder eben in einem muslimischen Land wie Katar – im Großen und Ganzen sind unsere weiblichen Pflege-Rituale ähnlich. Ein bißchen anders ist es trotzdem. Dieses Mal also

The Women Style Center in Doha, Katar (arabische Halbinsel)

Ganz versteckt ist der Laden, komplett blickgeschützt und für Männer ist der Zutritt verboten. Oh –interessant: Frauen unter sich!

Die Preise sind recht hoch und ich frage mich für was, denn die Produkte sind nicht von Dior & Co. und alles wirkt ein bisschen wie bei Uschi’s Nagelstübchen um die Ecke: Ein paar Service-Damen kümmern sich, während die Chefin sich in der hinteren Ecke lümmelt und mit dem Töchterchen Hausaufgaben macht. Als ich mich für eine eventuelle Verspätung entschuldige – ein Blick auf die große Uhr über der Eingangstüre werfend- winkt man ab: Nein, alles prima. Die Uhr geht nur einfach 15 Minuten vor. Hä?

Zunächst Pediküre

Hier gibt’s nichts Aufregendes zu berichten: Offensichtlich schrubbt man auf der ganzen Welt die Füße auf die gleiche Art und Weise. Während meine Füßchen bearbeitet werden, habe ich Zeit für ein spannendes Schauspiel, denn eine verschleierte Muslimin kommt rein. Schwubbs, schnell ist der Umhang abgeworfen. Eine arabische Schönheit mit wunderbar langen, schwarzen Haare kommt zum Vorschein. Sie lässt sich ein aufwändiges Hair Styling mit Make Up und pipapo verpassen. Ziemlich atemberaubend. Und während der ohrenbetäubenden Fön-Procedur mit zig Rundbürsten, telefoniert sie (das Fön-Geräusch übertönend) mit ihrem BlingBling Handy so laut, dass bei mir an Entspannung nicht zu denken ist.  Alles fertig, geht es ganz schnell. Kurzer Spiegel-Check und dann kommt ein Gummiband um die Haarpracht und alles ist wieder unter einem feinen schwarzen Schleier versteckt. Zwei freche Augen blitzen aus den Sehschlitzen zu mir rüber.

Frauen unter sich…

Zwischendurch kommt die Tochter des Hauses mit ihren Hausaufgaben vorbei: D like dog, B like Book, T like Tree … ah, das englische Alphabet – das krieg ich gerade noch so hin, da helfe ich doch gerne.

Nach fast zwei Stunden sind meine Hände und Füße runderneuert. Jetzt möchte ich noch die Augenbrauen orientalisch gezupft bekommen. Kurz bereue ich es, denn in Liegeposition mit dem Kopf nach unten hantieren über mir zwei energische Frauen an meinen Augen rum. Das Zupfen mit Faden ziept nicht weniger als mit der Pinzette und als dann auch noch zur Schere gegriffen wird, bekomme ich Angst. Doch bald ist alles überstanden und das Ergebnis ist wirklich ein aufgeräumter Blick. Nice!

Ich muss sagen, die Orientalen kennen sich aus mit Schönheitspflege.
Gute Arbeit! Gerne wieder.