Leben

Schreib-Blockade

Notizbuch liniert

Kerstin Hofmann’s Aufruf zur Blog-Parade „Schreib-Blockade“ finde ich spannend. Jegliche Art von Blockaden kenne ich sehr gut. Angefangen von Aufschieberitis über den inneren Schweinehund bis hin zu Null Bock. Beim Schreiben? Nein, da kenne ich das nicht. Eine Schreibblockade gibt es bei mir nicht. Briefeschreiben, Tagebuchschreiben, Geschichtenschreiben… das mache ich schon seit ich einen Stift halten kann. Und sind meine Gedanken verwirrt, dann hilft es mir geradezu, einmal alles auf’s Papier zu bringen. Schreibblockade? Nicht mit mir!

Formulierungsschwierigkeiten, okay, das kenne ich. Man fängt zig Mal an und verwirft wieder alles. Manche Themen wollen einfach nicht in Worte gepackt werden. Was mir dann hilft ist Laufen! Raus an die frische Luft. Das bringt alles in Bewegung, auch die Worte, die im Kopf nicht zueinander wollen. Und kommt man dann wieder an den Schreibtisch zurück, klappt das auch schon viel besser.

Rede-Blockade – das kenne ich noch viel besser. Worte wollen nicht aus meinem Mund purzeln und Verben lassen sich partout nicht konjugieren. Blockade! Im Studium hatte ich in mündlichen Prüfungen komplette Blackouts mit Schwindel und Kreislaufzusammenbrüchen und allem pipapo. Das hat mich lange beschäftigt und über Jahre besuchte ich Rhetorik-Kurse, Kommunikationstrainings und freie Rede Workshops (Danke an Toastmasters – hat echt Spaß gemacht!). Heute sage ich

So what!?

Es gibt Menschen, die sind eloquent – und ich bin es eben nicht. Oder nur manchmal. An manchen Tagen ist mein Sprachzentrum „Out of Office“, basta. Da hilft nur Abwarten und Tee trinken und sich bloß nicht aufregen, weil das blockiert noch viel mehr. Hat man sich damit arrangiert, ist die Blockade auch schon aufgehoben – und im günstigsten Falle hat’s keiner gemerkt, haha (weil, die Blockaden werden immer kürzer, je selbstverständlicher man ihnen begegnet.)

Deshalb mein Tipp – bei Blockaden aller Art: So what?! Und schwubbs ist man in einer viel besseren Stimmung und die Blockade plötzlich Schnee von gestern.

Ein Spruch zum Schluss: Reden ist Silber. Schreiben ist Gold!

(Foto: Pixabay)