Leben

Schönheitspflege Ü40

Eigentlich sollte hier ein Beitrag über meine persönliche Bucket List stehen, denn im März habe ich Geburtstag und so kurz vor Fünfzig kommt man da ins Grübeln…. so von wegen: Was will ich noch alles Erleben, bevor ich ins Gras beiße? Okay, viel wichtiger schienen dann plötzlich die greifbaren Dinge. Nämlich das Spiegelbild, dass mir morgens entgegenblickte und ähm..

Mein Faltenbild

Natürlich bin ich in der Woche meines Geburtstags noch zur Kosmetikerin und ja, ich habe mir auch eine dieser ultimativen und noch nie dagewesenen Anti-Aging-Masken aufschwatzen lassen (was, wenn es vielleicht doch hilft?) und ja, ich finde es auch sch***, dass ich nicht die Erfahrung einer Fünfzigjährigen und das Antlitz einer – sagen wir – Dreißigjährigen habe. Gut, dass genau just in diesem Moment der ZEIT Artikel auf meinem Mobile aufpoppte, der noch einmal die Nicht-Wirksamkeit von Anti-Aging-Kosmetik bestätigte und in der Zeitschrift myself schreibt Ina Küper-Reinermann: „Egal, wie Sie cremen – mit Risiken und Nebenwirkungen ist nicht zu rechnen“ Ebent, wenn Kosmetik helfen würde, hieße sie nicht Kosmetik, sondern Medizin. Denn die Falten entstehen tief unterhalb der Oberfläche und so tief darf Kosmetik gar nicht wirken.

Die anstrengendere Variante des Anti-Aging, die Gesichtsgymnastik, habe ich in einem Buch kennengelernt. Denn die etwa 70 Gesichtsmuskeln wollen trainiert werden (nicht nur die Lachfalte) und somit werde ich mich dieser Gymnastik jetzt mal mehr widmen.

Die sogenannte Zornesfalte zum Beispiel, ist eine klassische Mimik-Falte. Es ist ja nicht so, dass ich häufig zornig wäre (naja, tönt es aus dem Off). Diese Falte erscheint auch, wenn ich kritisch hinterfrage, wenn ich Mißtrauen äußere, ja, dann zieht sich schon mal die Stirn zusammen. Mimik eben. Wir sind ja nicht zum Spaß hier. Inzwischen hat sich diese Falte dauerhaft in meinem Gesicht manifestiert. Offensichtlich habe ich meine Stirnmuskeln einseitig genutzt, deshalb werde ich jetzt auch alle anderen Gesichtsmuskeln spielen lassen. Jetzt trainiere ich Facegym! Den kritischen Blick, den will ich behalten, aber hinzu kommt ein trainierter Augenaufschlag mit keckem Wimpernklimpern. Und Lächeln. Immer schön ein Lachen auf dem Gesicht, das wirkt gleich viel netter und sympathischer. Die besagte Falte kommt auch, wenn mich die Sonne blendet, weil ich dann „kniepe“. Auch das lass ich jetzt mal schön bleiben. Ab +/-50 nie mehr ohne Sonnenbrille und immer schön Lächeln.

Face Gym

Dabei geht es um mehr:  Haltung, Atmung und natürlich auch gute Ernährung. Denn das alles gehört zusammen. Das Schöne an den Falten ist, dass einem diese Linien zeigen, welche Mimik man sehr häufig macht und was man vielleicht eher weniger machen sollte. Die Lachfalten zum Beispiel entstehen nur, wenn man viel lacht (daran will ich zunächst mal nichts ändern), die Zornesfalte – siehe oben – und die Stirnrunzel-Falten etc. pp. Da kann man viel ändern und dazu kommt eine gute Haltung und eine gute, tiefe Atmung. Die Nasabilolfalte hängt laut Benita Cantieni stark mit der Haltung und dem Becken zusammen. Gut, dass ich regelmäßig Yoga und Pilates mache und darf auf keinen Fall weniger machen! Gut, dass mir mein Körper den Weg zeigt und nachdem ich gelesen habe, dass Sport und Bewegung auch bestes Gehirntrainig sind, gehört Training zum Anti-Aging dazu. Bei der Recherche bin ich über einen „uralten“ ZEIT Artikel aus dem Jahre 2004 gestolpert.

Genau, da steht „Altern ist ein völlig normaler und keineswegs reparaturbedürftiger Bestandteil des normalen Lebens“. Ebent, ein gewünschter Nebeneffekt. Und weiter, „Muskeln wollen benutzt werden.“ Deshalb benutze ich jetzt alle meine (Gesichts-) muskeln, um kein Ungleichgewicht entstehen zu lassen (und die Zornesfalte übermäßig zu beanspruchen).

Die Kosmetik-Serie „Regeneration“ hat trotzdem dauerhaft Einzug in mein Badschränkchen gehalten. Nein, die Mär von Anti-Aging glaube ich nicht mehr, es duftet halt so fein und fühlt sich auch sehr gut an und gepflegte Haut sieht auch schöner aus und, wenn es nicht hilft, schadet es ja auch nicht… Viele probieren Botox, Lifting und Hyaloronspritzungen. Doch siehe oben – meins ist das nicht.

Apropos Bucket List. Glück kann kein Geld der Welt kaufen. Das sage ich mir zu jedem Geburtstag. Trotzdem fände ich es cool, auch mal einen 911 vor der Türe stehen zu haben. Auch wenn ich ihn mir nur ein Jahr leisten kann…

Das Foto ist in Rom (Italien) entstanden, mindestens einmal im Jahr möchte ich dort sein und die Leichtigkeit des Dolce Vita leben…