Style

Öko-Jeans

 

Die Jeans ist mit das giftigste Kleidungsstück. Das war mir bislang nicht klar. Die Herstellung einer Jeans ist ein extremes Umwelt-Desaster. Uff. Etwa 1,6 kg giftige Substanzen werden eingesetzt, um die Jeans so cool aussehen zu lassen, dass wir sie kaufen wollen. Doch zuvor wird jede Hose noch zig mal gewaschen und das kostbare Gut Wasser mit den Chemikalien verunreinigt. Viel Wasser, denn pro Jeans werden etwa 60 Liter nur für die Waschungen verbraucht. Bei einer Öko-Jeans sind es nur noch etwa 2 Liter Wasser.

Öko Jeans

Okay, über die schlechten Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern (Bangladesch, China usw) wird derzeit viel in den Medien viel diskutiert. Trotzdem ist mir erst beim Besuch der Moden-Messe in Berlin, der Green Lounge und der Innatex in Hofheim die Tragweite richtig bewusst geworden. Ein Umdenken ist dringend notwendig! Während wir hier über Bio-Gemüse und die grüne Plakette diskutieren, sterben in den Mode-Produktionsländern die Menschen daran, dass sie unsere Jeans in „used-Look“ verwandeln. Das kann’s doch irgendwie nicht sein. Ganz kurz auf den Punkt gebraucht wird es in dem Radio-Bericht im SWR2 in dem auch der Global Organic Textile Standard (GOTS) für Jeans erklärt wird. Die Leute von Wunderwerk und Sey Fashion, deren coole Mode ich auch auf der Innatex bewundern konnte, stehen hier Rede und Antwort.

Umweltschonende Methoden bei der Herstellung von Öko-Jeans

Bei der Herstellung von Öko-Jeans werden umweltschonende Methoden eingesetzt, um der Jeans den „used look“ zu geben. Oder, man färbt gar nicht erst tiefblau, um dann umständlich die Farbe wieder runterzuschrubben – so entstehen nämlich die wunderbar bunten Hosen aus der Batik-Serie von Wunderwerk (Bild siehe oben). Klasse, dass es Firmen gibt, die neue Wege gehen und tolle Mode dabei entsteht.

Einen anderen auch sehr coolen Weg geht das Label Reet Aus. Über deren Mode berichte ich nächste Woche im Innatex-Bericht.

Ganz ehrlich, ich finde, Mode muss Spaß machen und gut tun. Allen gut tun. Es kann nicht sein, dass andere Menschen dafür leiden, nur weil wir Jeans in cool und very used look tragen möchten – oder vielleicht gar nicht tragen, sondern nur mal shoppen waren – und die 10. Hose dann im Schrank liegt. Oder? Freue mich über Diskussion.

Mehr Infos: ARD-Dokumentation zur Jeans Produktion.
Online-Shops für Öko-Mode: z. B. greenality und avocadostore