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Internationale Tage im Museum Wiesbaden

Es ist Wochenende und es regnet. Wie wär’s mit einem Besuch im Museum? Im Museum Wiesbaden ist zudem jeden ersten Samstag im Monat der Eintritt frei. Eine gute Gelegenheit, auch die aktuelle Sonderausstellung mit Bildern von Emil Nolde anzusehen.

Die Grotesken – Emil Nolde

Mit dem künstlerischen Werk von Emil Nolde verbinden sich meist Vorstellungen von stark farbigen Blumengärten oder farbintensiven Bildern aus der Südsee. Aber Nolde konnte auch anders. Er hatte einen Hang zum Phantastischen und Grotesken. Schön schräg muss ich sagen!

Seine überhaupt ersten künstlerischen Arbeiten sind die Bilder in Postkarten-Größe, auf denen er Schweizer Bergen groteske menschliche Physiognomien gibt. Apropos, er war Autodidakt und hat sich das Malen und Zeichnen selbst beigebracht. Von diesen Anfängen bis in die Jahre des Berufsverbots durch die Nationalsozialisten zieht sich in seinem Werk immer wieder die Abkehr von der Realität hin zu einer grotesken Gegenwelt. Von wegen – alles so schön bunt hier, denn es gab auch eine abstruse Gegenwelt, die er zu Papier brachte.

 

Internationale Tage

Seit 1959 engagiert sich das Pharma-Unternehmen Boehringer Ingelheim in Kunst & Kultur unter dem Namen Internationalen Tage. So auch in 2017 mit dieser Ausstellung, die nur deshalb nach Wiesbaden kam, weil der eigentliche Ausstellungsort in Ingelheim derzeit renoviert wird.

Danke für diese schöne Ausstellung, die in enger Kooperation mit der Nolde Stiftung Seebüll entstand. Sie umfasst ca. 30 Gemälde sowie ca. 80 Werke auf Papier, die zum Teil noch nie öffentlich in einer Ausstellung gezeigt wurden. Läuft noch bis 9. Juli 2017. Sehr spannend und ich habe einen sehr vielschichtigen Künstler Nolde entdeckt.

Unbedingt empfehlenswert ist es, die Ausstellung mit einer fachkundigen Führung zu besichtigen, denn so versteht man die Kunstwerke und die Entstehtungsgeschichte noch viel besser und kann sich ganz dem Kunstgenuss hingeben. Ich war zur Eröffnung mit anderen Bloggern aus dem Rhein-Main-Gebiet eingeladen. Zum ersten Mal hatte sich das Museum Wiesbaden auch Social Media und den Bloggern gewidmet und so wurden wir feierlich vom Museumsdirektor begrüßt und von den fachkundigen Mitarbeitern von Artefakt durch die Ausstellung geführt. Das Museum Wiesbaden ist absolut in der Neuzeit angekommen und öffnet sich den neuen Medien: Wlan im ganzen Haus und sogar das Fotografierverbot wurde aufgehoben. Die von den Besuchern ins Netz gestellten Fotos werden ausgewertet und als Bereicherung empfungen. Herzlichen Glückwunsch an Wiesbaden für solch eine fortschrittliche Institution und Danke, dass ich mit dabei sein durfte. Außerdem dort getroffen habe ich: Rheinhessenliebe, Maitri Art, mikelbower, , katha_rudolph

Im Anschluss empfehle ich noch einen Rundgang durch die Naturhistorische Sammlung, aber davon habe ich Euch hier schon erzählt. Das kann man nie oft genug machen. Die Räume haben eine meditative Wirkung und die Ausstellung ist so wunderbar konzipiert, das wird nie langweilig.

Museum Wiesbaden
Hessisches Landesmuseum
für Kunst und Natur
Friedrich-Ebert-Allee 2
65185 Wiesbaden
Fon 0611 ⁄ 335 2250

Apropos Museum – in Frankfurt findet dieses Wochenende die Nacht der Museen  statt – immer ein großes Spektakel!

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare

  1. Liebe Sieglinde,
    vielen herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Ja, das Wiesbadener Museum hat sich wirklich berappelt. Also ich vor 25 dorthin zog, war es in einem total desolaten Zustand und die Vorhänge hingen als Fetzen vor den Fenstern – ohne Worte! Und das in einer der reichsten Städte in Deutschland. Inzwischen ist das Gebäude renoviert und auch inhaltlich wurde schwer optimiert. Der Eintrittspreis ist nicht ohne, doch es gibt ja auch kostenlose Tage – das finde ich toll. Und auch nur ins Museumscafé zu sitzen und die Ruhe auf sich wirken zu lassen, finde ich eine tolle Sache.

    Lass es Dir gut gehn!

    Viele Grüße
    Bärbel

  2. Museum ist immer eine gute Idee. Wir lieben Kunst und so verbringen wir überall, wo wir sind einige Zeit in Museen. Noch dazu, wo es inzwischen so wunderbare Museen gibt, sowohl von der Architektur her als auch der inhaltlichen Gestaltung.
    Museen bieten ja viel mehr als nur Anschauen von Kunst. Und was Du beschreibst, ist auf jeden Fall eine Bereicherung für Besucher und Museum.
    Ich gehe immer inspiriert aus einem Museum heraus.
    Fein, dass Du uns an Deinem Museumsbesuch hast teilhaben lassen.
    Herzliche Grüße schickt
    Sieglinde

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