Style

Das Modekarussel dreht sich

Es geht um Jugendlichkeit, um Sex-Appeal und unerfüllte Sehnsüchte… schon immer spielt die Werbung damit und schon immer geht es darum in den Modeheften. Die Fotos der Modells sind perfekt. Was nicht passt, wird mit Photoshop passend gemacht. Der schöne Schein. Wir wissen es alle. Auch mit Gucci, Prada & Co werden wir niemals so lasziv wie Kate Moss auf der Couch liegen. Macht aber nichts, oder?

Modezeitschriften

Irgendwie ist es immer wieder reizvoll, diese Modezeitschriften zu durchblättern. Ja, ich bin Zeitschriften-addicted. Witzig wird es, wenn ich dann mal wieder ausmiste. Die Vogue aus 1996, mit der tollen Mode-Fotostrecke. Die wollte ich unbedingt aufgewahren. Oder das Special mit Heidi Klum, oder war es Claudia Schiffer?
Heute, 2015, da stapeln sich also diese alten Modehefte vor mir und irgendwie ist es dann doch nur bedrucktes Hochglanzpapier. Schon 2009 wurde mir der ultimative Modetrend präsentiert, immer wiederkehrend die Models mit den lasziv geöffneten Mündern und dem Wallehaar. Doch wie lustig, auch 2011 und dann wieder 2013 – diesselben Frühlingsthemen, Tipps für Beach und Bikini. Immer mit den Modefotos, die einem sagen: „Schau, ich hab‘ längere Beine als Du. Kauf Dir Gucci, Prada oder Chanel, dann klappt’s vielleicht auch bei Dir!“ Die Modehefte aus den Dreißigern, die ich bei Omi im Schrank fand, waren vom gleichen Strickmuster, ebenso die Burda-Hefte von Mutti aus den Fünfzigern.

Ja. ich liebe die Welt der Mode, die Farben und Formen. Die Wandlungsmöglichkeiten mit Styles und Makeup. Trotzdem – wenn ich mir dann die Modefotos aus den Jahrzehnten genauer ansehe, dann spüre ich ganz klar: Wichtig ist, dass wir den (Mode-) Zirkus nicht allzu ernst nehmen. Wichtig ist, dass wir uns auch nach Ablauf des Verfalldatums noch sexy fühlen – weil es uns gefällt!

Ja, ich liebe die Mode und lass mich gern verführen von den Versprechungen, jede Saison mit neuen Rocklängen. Mal weit, mal eng. Mal kurz mal lang. Das neue Schwarz ist heute Grau, morgen Blau. Das Karusell im Modezirkus dreht sich immer wieder weiter.

Glück findet man da aber nicht. Auch wenn es die Magazine einem noch so eindringlich verkaufen wollen. Spaß am Leben, Spaß an Mode und Verwandlung, das geht auch ohne Modellmaße und auch noch mit Ü70. Gut zu sehen auch im Blog „Advanced Style“.

So, und jetzt muss ich zum Papiermüll-Container. Die alten Zeitschriften werden aussortiert. Endlich ist wieder Platz im Regal… für die neuen Hefte in 2015!

Apropos Ordnung und Aussortieren und so, eine Blogger-Freundin aus Frankfurt hat dazu folgende Tipps

4 Kommentare

  1. Vielen lieben Dank für den schönen Kommentar und die positive Rückmeldung. Viel Spaß wünsche ich mit der neuen Mode in 2015!

  2. Liebe Bärbel alias die Farbenfreundin,

    ein sehr gelungener Beitrag, dem ich nur beipflichten kann!
    Ich lese auch viele Mode-Magazine und archiviere seit Jahr(zehnt)en die für mich interessanten Stile und Outfits. Es ist wirklich lustig zu beobachten, wie Frauen einer Art kontinuierlicher Gehirnwäsche unterzogen werden, was sie vermeintlich alles haben und tragen müssten, um schöner, schlanker, jünger zu sein. Und die Themen, die immer wieder neu aufgewärmt werden: man könnte die Uhr danach stellen…
    Ich lasse mich dennoch gerne vom Blättern in Zeitschriften inspirieren – wohl wissend, dass Mode – wie Sie so schön sagen – nicht glücklich macht. Meinen Weg durch den Mode-Dschungel suche ich mir mit meinem inneren Stil-Kompass, den es immer wieder gut zu kalibrieren gilt 😉

    Noch einmal herzlichen Dank für den Beitrag, den ich gerne gelesen habe und herzliche Grüße von
    Stephanie alias die Modeflüsterin

  3. Ja, manchmal trenne ich mich auch von Vogue, Myself, Brigitte oder Freundin und gebe sie an Freundinnen und Kolleginnen weiter, das stimmt.

  4. Toll formulierter Text. Und weil das so ist mit den Zeitschriften, habe ich mich 2014 von einigen Abos getrennt. Modezeitschriften bewahre ich allerdings eh nicht auf, sondern gebe sie zum Lesen weiter.

Kommentare sind geschlossen.