Leben, Wiesbaden

Meditation und ich

Mein Blog machte Sommerpause. Let’s have a break… Und ich?

Nicht.

Wie ist das so mit den Pausen? Wie viel Urlaub braucht man vom Alltag? Wie oft muss man bei sich selbst den Stecker rausziehen? Manche Menschen, die funktionieren immer und zwar auf 200%, andere sind ständig krank, wieder andere pausieren regelmäßig oder wieder andere haben generell ein niedriges Lebenstempo und dann gibt es noch die, die einen sehr ausgeglichenen Energiehaushalt haben – alles im Lot.

Welches Tempo richtig ist und welches nicht, muss jeder für sich entscheiden. Und sicherlich ändert sich das auch im Laufe eines Lebens. Derzeit verändert sich auch bei mir etwas. Altersbedingt? Nein, sondern weil ich bewusster mit mir umgehe und weil sich manchmal das Tempo eben ändert.

Zur Meditation hat mich hat eine Probestunde im Meditationskurs von Unit Yoga in Wiesbaden inspiriert.

Lange war für mich Aktivität an der frischen Luft ein wunderbares Mittel, um meine Batterien aufzuladen. Schwimmen, Laufen aber auch Gartenarbeit hat meinen Kopf leer gemacht, mich entspannt und glücklich gemacht. Das macht’s immer noch, aber im Alltag Zeit für Gartenarbeit zu finden? Manchmal ist das ein bisschen schwierig. Weil, vielleicht stehe ich länger im Stau auf der Autobahn oder es ist bereits Nacht und dann will ich auch nicht mehr durch den Wald joggen.

Liegestuhl? Couch? Nichts für mich. Das ist zwar auch mal ganz nett, aber es lädt meine Batterien nicht auf. Okay, Mittagsschlaf, Power Napping, ist auch ein prima Mittel zum Aufladen. Aber wann geht das denn? Wir sind ja nicht in Japan, wo es normal ist, tagsüber mal für 10 min. den Kopf auf dem Schreibtisch abzulegen, um eine Runde zu schlafen.

Meditation

Ganz neu war für mich die Erfahrung mit Meditation. Länger als ein paar Minuten meditieren kann ich das zwar noch nicht, aber ich stelle immer wieder fest, wie hilfreich die Technik ist und wie erholt ich mich danach fühle. Wer hätte das gedacht?

Einfach nur auf den Atem hören, vielleicht auch ein sanftes OM säuseln und schon verfliegt die Anspannung, der Ärger, der Termindruck, die Müdigkeit. Neue Energie strömt durch mich.

Manchmal bin ich auch etwas müde danach, denn dann verschafft sich mein Körper Gehör und ich spüre meine Bedürfnisse, die ich vielleicht vorher übergangen hätte. Trotzdem, der Kopf ist wacher als vorher.

Bislang bedeutete Meditation für mich, dass man mehrere Stunden in einer unbequemen Haltung sitzt, dazu noch indische Klimpermusik und eine Mandala-Karte vor sich liegend. Hm. Trotz meiner Offenheit gegenüber allem und jedem – das ginge nun wirklich zu weit.

Doch es geht auch anders und es geht ganz einfach. Sogar im parkenden Auto, sogar im Abendkleid, sogar am Flughafen. Wichtig ist, sich zu konzentrieren.

Mithilfe einer kleinen Anleitung gelingt es auch mir, für kleine drei Minuten meine Gedanken zu disziplinieren (Danke an Holger Zapf von Unit Yoga dafür):

  • Aufrechter bequemer Sitz, die Augen geschlossen oder zumindest fast geschlossen; manchmal hilft es, einfach ins Leere zu blicken.
  • Tief durch atmen. Am besten tief in den Bauch atmen, vielleicht hilft es die Hände auf den Bauch zu legen und die Wölbung dabei zu spüren. Beim Ausatmen ein wenig dagegen drücken und spüren, wie die Bauchdecke gen Rücken geht.
  • Wir sind bei uns angekommen. Nun darf die Atmung fließen. Entweder mit einem Mantra (zum Beispiel das Wort OM) meditieren oder nur auf den Atem hören. 3 Minuten lang: OM mit der Einatmung, OM mit der Ausatmung.
  • Sobald Du merkst, dass sich deine Aufmerksamkeit zerstreut und du vielleicht den Einkaufszettel in Gedanken durchgehst – einfach wieder zurück kommen zur Atmung und zum Mantra.
  • Nimm am Ende der Meditation einige tiefe Atemzüge und spüre in die Ruhe und Energie hinein, öffne nun die Augen.

Hat sich etwas verändert danach? Bestimmt. Immerhin, man war einfach mal kurz ausgeklinkt aus dem Hamsterrad, dem „always on“. Das alleine tut schon gut. Verändert es die Welt? Ein bisschen! Mich hat es schon ein bisschen verändert.

Aber Du machst doch Yoga. Wieso denn jetzt Meditation? Das ist doch alles dasselbe!?

Nein, ist es nicht. Natürlich verbindet auch Yoga mich mit meinem Körper und ich atme dadurch bewusster, bin mehr geerdet und ruhiger und und. Aber für mich ist Yoga eine Aktivität, eine Übungsabfolge, die den Körper trainiert, die Muskeln stark macht und die Sehnen flexibel. Meditation aber macht meinen Geist stark.

Ausprobieren!

In jeder Stadt werden Meditationskurse angeboten – einfach mal testen. Ich finde es klasse! Nicht immer aber immer öfter…

Mich hat übrigens Stefanie Weyrauch vom Blog Yogastern dazu gebracht (Du siehst sie oben auf dem Foto). Von alleine wäre ich nie zu dem Kurs gegangen, obwohl ich täglich mindestens 2x am Studio Unit Yoga in Wiesbaden vorbei fahre. Danke Dir, Stefanie, für die Inspiration!

Meditation und Achtsamkeit kann auch ein kleines bisschen die Welt verändern. Zunächst im kleinen, aber auch im großen Ganzen, sagt Werde, die Zeitschrift von Weleda. Am kommenden Werktag ausprobieren: Achtsam sein, den Kollegen mit anderen Augen sehen – auch wenn er mürrisch ist, ein geduldiges Lächeln zeigen. Den PKW an der Kreuzung nicht anhupen, sondern einmal durchatmen und lächeln… nur ein bisschen die Welt verändern, ähm, retten.

 

 

 

 

 

2 Kommentare

  1. Liebe Stefanie,
    vielen Dank für Deinen Kommentar. Ja, ich baue die Mini-Meditation schon ein bisschen in meinem Alltag ein, von Tag zu Tag mehr. Danke und bis bald mal wieder.
    GrÜße*

  2. Das freut mich sehr, dass ich dich zum Meditieren inspirieren konnte 🙂
    Ich wünsche dir ganz viel Spaß, Entspannung und Ruhe beim Yoga und bei deiner Meditation!

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