Leben

Hätte, hätte Fahrradkette

Von wegen #yolo und #carpe diem… Lebst Du Dein Leben? Immer wieder gibt es mir zu denken, wenn meine Mutter mit dem Satz anfängt: „Wir hatten immer gesagt, wenn wir dann mal in Rente sind, haben wir endlich Zeit…“

Lebst Du Dein Leben?

Hätte, hätte,… und dann ist’s zu spät. Weil Krankheit oder Tod einen Strich durch die Rechnung machen. Lebst du Dein Leben oder schiebst Du wieder auf? Diese Frage stellt sich mir hin und wieder.

Meine Antwort ist Jein. Also ja und nein. Doch mit jedem Jahr wird der Kompromiss kleiner. Es ist ja auch nicht einfach mit dem „Lebe deinen Traum“. Was ist es denn? Karriere oder ist es die gemütliche Hängematte auf Ibiza? Nach einigen Folgen „Die Auswanderer“ habe auch ich kapiert, dass es auf Ibiza ebenso einen grauen Alltag gibt. Da hilft auch das mediterane Klima nicht und wenn dann die Knete knapp ist, geht die Laune in den Keller. Sowieso, dauerhafter Müsiggang führt zu Lethargie und damit ist Speck auf den Hüften vorprogrammiert. Also ist es das auch nicht.

Lebe deine Träume

Ja, aber wie denn nun? Ist es der Beruf oder sind es Kinder, die einem Erfüllung geben? Interessant ist ja, dass so manche vermeintliche Träume schnell zerplatzen, wenn man sie man kurz ausprobiert. Der Coach und Autor Veit Lindlau schreibt über diese Themen und ist derzeit überall präsent mit seinen Claims. Ich bin mir nicht sicher, ob die Antwort auf diese komplexen Lebensfragen so einfach ist… Für mich jedenfalls nicht.

Die Freiheit nehm‘ ich mir

Ein Arbeitsloser ohne Jobaussichten hat alle Zeit der Welt. Er ist frei – und kann berichten wie furchtbar es ist, wenn plötzlich keine Struktur mehr das Leben ordnet und  wenn man kein Geld für den Latte oder Prosecco hat. Hm, auch doof. Das ist nicht die Freiheit die ich meine.

Selbstbestimmt Leben? Also selbstständig mit einem Start-Up. Endlich sagt keiner mehr, was man zu tun und zu lassen hat. Sein eigener Chef sein, das hört sich voll cool an, kann aber auch voll nach hinten los gehen und ist vor allem richtig viel Arbeit. Da gibt es keinen bezahlten Urlaub, Zuschuss zur Krankenversicherung und Überstundenkonto. Also was nun?

Was ist dein Traum?

Welchen Traum zuerst? Oder am besten alle Träume gleichzeitig? Mein Fazit: Im Kleinen liegt das Glück!

Also, Zeit für den Genuss dieser kleinen Momente muss sein und das muss man trainieren. Erfolgreich im Beruf: Ja klar, aber mit konsequenter Zeitbegrenzung. Das Pareto-Prinzip hilft da ungemein. Denn zeitintensiv muss nicht immer besser sein. Abwechlung und Pausen sind wichtig.

Yoga, Laufen, Schwimmen… Das alles kann man immer mal in den Terminkalender einbauen. Selbst die Yoga-Übung „Baum“, also auf einem Bein stehen, klappt beim Zähnebürsten oder während eines Telefonats hervorragend. Auch Bloggen geht zwischendurch. Inzwischen diktiere ich meine Blogbeiträge, zumindest als Entwurf. Digitale Nomaden haben mir den Weg gezeigt. Als Pendler verbringe ich viel Zeit im Auto, währenddessen mir die besten Ideen kommen. Kein Problem. Diktierfunktion eingeschaltet und los geht’s. Und die gesparte Zeit, die verbringe ich dann in der Hängematte oder so. Ein Traum!

Und wie sieht das bei Dir aus? Lebst Du Dein Leben?