Wiesbaden

Was mich inspiriert

Blogbeiträge für mehr als tausend Leser zu schreiben und das seit nunmehr sechs Jahren – dafür braucht es Inspiration. Was aber inspiriert mich? Wie komme ich auf Ideen für Beiträge für Euch, für diesen Happyblog? Wie entstehen immer wieder neue Texte zu neuen Themen?

Inspiration ist Thema der Blogparade vom Netzwerk Ariadne, einem Zusammenschluss von Wiesbadener Frauen aus dem Bereich Kultur. Ariadne feiert den 7. Geburtstag und lässt alle daran teilhaben. Wie das? Es wird ein E-Book veröffentlicht mit allen während der Blogparade veröffentlichten Beiträgen zum Thema

„Was inspiriert Dich?“

Dieser Beitrag auch. Deshalb frag‘ ich mich nun: Wie sieht das denn aus mit der Inspiration bei Farbenfreundin?

Die Eingebung

Eine Idee für einen Text ist wie eine Eingebung. Plötzlich materialisiert sich ein Thema und direkt habe ich Bilder und Worte dazu im Kopf. Was aber passierte zuvor? Warum habe ich mal mehr mal weniger solcher „Eingebungen“? Das ist das große Rätsel, doch ich habe eine vage Antwort darauf. Denn Inspiration fühlt sich für mich quirlig an, die Sensoren und Rezeptoren stehen unter starker Spannung und gleichzeitig ist Bewegung im Kopf.

Bewegung

Bewegung ist also mein Stichwort. Körperliche Bewegung überträgt sich bei mir direkt auf’s Geistige und macht Platz für Ideen. Manchmal reicht ein kleiner Spaziergang, eine Runde Laufen und ich habe neuen Elan und Inspiration für meine Projekte.

Es ist ein bisschen, als würden die aufgenommenen visuellen Eindrücke durch die Bewegung aufgeschüttelt und durchgesiebt und die spannenden Teile bleiben danach übrig und machen sich bemerkbar. Gartenarbeit ist übrigens auch effektiv, nur, dass hier die Hürde größer ist, weil es sich so nach Arbeit anhört. Sobald es sich aber um freie Bewegung handelt, beginnt mein Geist zu sprudeln. Auf Reisen ist der Effekt noch etwas verstärkt, denn da kommen die beiden Komponenten Bewegung + fremde Eindrücke gleichzeitig zum Tragen und sind dadurch auch gleich intensiver.

Inspiration auf Reisen

Bei Reisen sauge ich alles Fremde auf wie ein Schwamm. Routine und alte Pfade langweilen mich und machen meinen Geist müde. Sitze ich aber im Flieger oder im ICE, dann sind die Synapsen auf Zack. Neue Eindrücke, fremde Gerüche, fremde Menschen und ihre Sprachen, aber auch neue Landschaften sind wie Aufputschmittel für meine Inspiration.

Neuentdeckungen

Neuentdeckungen inspirieren mich und sind Ausgangspunkt für meine Kreativität. Nun besteht die Schwierigkeit, die Idee zu behalten. Der Schreibtisch und das Notebook sind weit weg und vielleicht fehlt auch die Gelegenheit, die Ideen direkt auszuformulieren. Wie halte ich also meinen Geistesblitz, den Musenkuss fest?

Es gibt Momente, da ist Eingebung so stark, dass sie sich im Hintergrund weiter entfaltet und trotz Arbeit, Stress, Berufsverkehr in den Gedanken erhalten bleibt. Später kann ich sie dann in einem Beitrag festhalten. Trotzdem – wer weiß das schon im Vorfeld und/oder hat immer ein Notebook dabei? Deshalb halte ich kleine Geistesblitze direkt fest. Notizzettel verschwinden bei mir leider auf nimmer Wiedersehen (Grüße an dieser Stelle an Tim Bentzko, der in der letzten NDR Talkshow ein ähnliches Phänomen bei sich entdeckt hat, denn auch er notiert sich Songtext-Ideen – und findet die Zettel niemals wieder).

Skizzenbuch

Andere Autoren und Kreative erzählen von Notizbüchern, Scannerbooks, One-Note-Pinnboards in denen sie ihre Skizzen und Ideen festhalten. Ich habe das auch versucht, aber ich denke nicht in Worten, sondern eher visuell und deshalb ist meine iPhone-Fotosammlung mein Scribble-Buch. Ich knipse also Fotos mit der Handy-Kamera, um mich an eine Situation, eine witzige Begebenheit, eine Reise, eine Landschaft oder eine beeindruckende Szenerie zu erinnern. Das ist dann meine visuelle Ideen-Sammlungen.

Apropos andere Kreative erzählen… eine weitere Inspirationsquelle sind Interviews. Ob in Talkshows oder Zeitungsinterviews oder auch Interviews auf Blogs – das gibt mir Einblicke in andere (Lebens-) welten und inspiriert mich gleichzeitig. Deshalb schaue ich immer wieder gerne die NDR-Talkshow, lese Zeitungsinterviews oder höre Radio, gerne den hessischen Rundfunk, denn Bärbel Schäfer hat auch immer interessante Gäste in ihrer Talk-Sendung auf hr3.

opelbad-wiesbadenSchwimmend zur Inspiration

Schwimmen ist meine große Leidenschaft. Ich bin verrückt nach Wasser und es gibt wenige Dinge, die mich in einen ähnlichen Glückszustand versetzen, wie ein Bad im Pool, Meer oder See. Ohne Glücksgefühl keine Inspiration, denn der Geist muss wach und lebendig sein.

Umsomehr freute ich mich über das Gespräch mit einer Künstlerin, der es offensichtlich ähnlich geht. Die Malerin Ricarda Peters aus Wiesbaden geht mit Vorliebe außerhalb der Stoßzeiten, also auch mal an Regentagen, ins Opelbad und trägt dann eine Taucherbrille, um ganz eins zu werden mit dem Element Wasser. Die Eindrücke werden ganz fokusiert, als hätte man einen Kopfhörer auf. Der Eindruck der Wasserbewegungen vor den Schwimmbadkacheln und die verschiedenen Luftbläschen im Wasser sind dann so direkt und intensiv, dass es fast schon meditativ wirkt. Ein großartiges und sehr inspirirendes Experiment. Zu dieser Methode interviewte ich sie ausführlich, denn ich war neugierig geworden. Dazu ein anderes Mal mehr.

 

Kurzum: Bewegung inspiriert mich. Und nach diesem Text schlüpfte ich jetzt schnell in meine Laufschuhe und laufe los. Es kann nie genug Inspiration sein!

Dieser Text gehört zur Bloparade „Was inspiriert Dich?“ und wird Teil eines eBooks. Kulturschaffende Kolleginnen und Kollegen, die bei der Aktion mitmachen wollen, finden die Teilnahmebedingungen unter https://netzwerkariadne.wordpress.com/2016/08/22/ein-ebook-zum-geburtstag/

2 Kommentare

  1. Inspiration ist ein wichtiger Lebensquell für mich. Ähnlich wie bei Dir brauche ich immer wieder mal neue Begegnungen, Eindrücke oder Situationen. Die verknüpfen sich dann zu meinem ganz eigenen Erleben und mit meiner Persönlichkeit und daraus entsteht etwas wirklich Neues, das aber mit mir zu tun hat.
    Inspiration ist also für mich sowohl Bindeglied zu Anderem als auch Produkt davon.
    Auf jeden Fall immer erfrischend!
    Einen Blog dann daraus zu schreiben ist jedoch wie schon Edison sagte:
    10 % Inspiration und 90 % Transpiration … 🙂
    Na dann… Herzliche Grüße von Sieglinde

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