Wiesbaden

Jule vom Frühstückssalon

Mit den Fragen zum Lieblingsgericht und zum persönlichen Soulfood hat die Interview-Reihe begonnen und es geht weiter, denn es gibt so viele spannende Frauen rundherum und einige präsentiere ich hier im Blog. Heute im Gespräch ist Jule vom Frühstückssalon in Wiesbaden.

Vor Jahren haben wir uns über deine Goldmasche-Mützen kennengelernt und inzwischen hast Du ein weiteres erfolgreiches Projekt in Wiesbaden gestartet. Wie kam es denn dazu?

Ganz einfach: Ich bin bekennende Frühstückerin, ich bin fasziniert von einer gelebten Salonkultur und ich mag es, großes Palaver zu großen und kleinen Themen mit Menschen zu halten, die etwas zu sagen haben. Deshalb: Ein Frühstückssalon. Soweit die Kurzfassung.

Und ja, es stimmt: Auf den ersten Blick ist es ein weiter Bogen von der handgestrickten Bommelmütze zum Netzwerk-Seminar. In der Rückschau betrachtet waren meine handgefertigten Mützen der erste Schritt aus dem sicheren Angestelltendasein in die Selbständigkeit. Heute sage ich dazu oft: „Die Goldmasche war mein bestes Seminar:“

Auf dem Weg in die Selbständigkeit als Business Moderatorin und Coach hat mich eine zentrale Sorge begleitet, und die war: „Wie kann ich ohne Kollegen arbeiten?“ Und meine Beobachtung sagt mir, dass es ganz vielen (Neu-)Selbständigen – vor allem den Unternehmerinnen – offenbar ganz ähnlich geht.

Wie kann ich gezielt in den Austausch mit anderen spannenden Menschen treten und bleiben? Und geht das auch in unkompliziert? Und welche Themen bewegen die Menschen im Moment. Ich gehe mit sehr wachen und großen Augen durch die Welt, halte Ausschau nach Strömungen, globalen Trends, Innovationen, interessanten und interessierten Menschen. Und das bringe ich in den Frühstückssalon: eine Idee, ein Gedanke, kluge Köpfe, Inspirationen.

Auf einem Wochenendtrip in London habe ich eine interessante Erfahrung gemacht: Dort trifft sich die Businesswelt zum Frühstücken. Für mich ein relativ neues Phänomen, das mich in den Bann zog. Wie könnte es funktionieren, Menschen einen guten, inspirierenden Start in den Tag zu bescheren, hier in Wiesbaden? Nach diesem Impuls habe ich mich gezielt auf eine Locationsuche begeben und mit dem Heimathafen einen Ort gefunden, der für meine Vision und Vorstellung perfekt ist.

Woher nimmst Du die Energie für deine Projekte als Selbständige, neben Kind & Kegel?

Energie ist keine Frage von Arbeitsumfang oder Stundenpensum. Wenn wir das tun, was uns wirklich begeistert, stellt sich die Frage nach Motivation nicht mehr. Dann geht es eher darum, eine gesunde Grenze zu ziehen und allen Themen – auch den häuslichen – den Raum zu geben, der angemessen ist. Und ich bin ehrlich: Da kann ich auch noch was lernen … (wie wahr!)

Und nach getaner Arbeit: Wie sieht die perfekte Happytime aus?

Sicherlich gehöre ich eher zur Gattung der extrovierten Menschen, die nicht so schnell die „Schnauze voll halt“ von der Umwelt. Insofern genieße ich es abends und am Wochenende Zeit mit meiner Familie und mit Freunden zu verbringen. Wenn ich das Thema Austausch und Genuss verbinden kann, dann bin ich glücklich. Eine lange Tafel, lustige Kumpanen, die auch mal hitzige Diskussionen nicht scheuen, ein köstliches Mahl – und alles ist gut.

Natürlich gibt es sie auch bei mir, die kleinen stillen Inseln. Beim Laufen durch den Wald, beim Lesen, beim Stricken, beim Mandala ausmalen … Und jetzt ganz neu entdeckt: für ein paar Tage selbstgewählte Einsamkeit in schöner Natur.

Gibt es ein spezielles Soulfood für Tage die nicht so gut gelaufen sind?

Du meinst: So ein echtes „Das habe ich mich heute einfach mal verdient“-Trost-Essen? Da ist für mich das „Was“ weniger entscheidend als das „Wie“. Ich geniesse es sehr, nach hektischen Zeiten, in denen ich viel unterwegs war, mich zusammen mit meiner Familie in einem netten Restaurant verwöhnen zu lassen. Und wenn die Akkus so richtig leer sind, dann steht ein unkompliziertes Gericht auf dem Plan. Etwas, das alle zu Hause mögen, und das mit den „fruits of the fridge“ zu bewerkstelligen ist. Unser Favorit im Moment: Kichererbsen-Linsen-Curry mit Basmatireis, in 20 Minuten gekocht. Mit ganz viel Ingwer und Kokosmilch ein echter Seelenwärmer.

Oder ein happyfood, für Tage, die es zu feiern gilt? Champagner oder Currywurst?

Am besten beides, nicht gezwungenermaßen zusammen…

Happyfood fängt für mich schon beim Einkaufen und Rezepte stöbern an. Die Vorbereitung und die Vorfreude ist für mich ein wesentlicher Bestandteil von Happyfood. Auf dem Markt einzukaufen, beim Frischparadies Köstlichkeiten zu stöbern, bei Gewürz-Müller in Wiesbaden das leckerste Curry zu ergattern, einen schönen Wein auzuwählen – das hat alles schon etwas mit Happyfood zu tun. Happyfood ist für mich viel mehr als nur ein sehr gutes Essen. Das hat immer etwas mit dem Erlebnis des Vorbereitens, des gemeinsamen Geniessens zu tun.

Als Marokko-Fan liebe ich die arabische Küche – für mich ein phantastisches Spiel mit allen Sinnen. Und das Jerusalem-Kochbuch von Ottolenghi ist bei uns im Dauergebrauch. Ein alltime classic bei uns: der Süßkartoffelsalat mit frischen Feigen und Ziegenfrischkäse.

Jetzt habe ich Hunger bekommen, mmmh! Vielen Dank für das Gespräch und für die spannenden Einblicke in dein neues Projekt, liebe Jule

Frühstückssalon
by Jule B. Jankowski
Walkmühltalanlagen 14b
65195 Wiesbaden
Email info[at]fruehstueckssalon.de
Telefon: 0151 – 5060 1445