Wiesbaden

Zweirad fahrn…

Mit oder ohne Helm? …
Ich komme mal wieder ins Grübeln, aus gegebenem Anlass
Denn wo ich wohne, in Wiesbaden und da geht es nicht sehr radfahrerfreundlich zu. Deshalb fahre ich eher in wenig befahrenen Wohngegenden oder gleich auf dem Bürgersteig. Noch ohne Helm. Schutzlos. Ohne ABS und Stoßdämpfer.

„Ist schon lästig, wenn einem in einer eh schon engen Straße ein Radler dazwischen kommt. Da kriecht der mit 10 Stundenkilometer vor einem die Straße entlang, dabei hat man es doch eilig. Manoman. Man quetscht sich mit dem Auto vorbei. Ja, es ist knapp, aber ach, da passiert schon nichts. Kurz mal aufs Gas und weg ist man. Die sollen doch im Park radeln oder auf der grünen Wiese, statt hier den Verkehr aufzuhalten. Immerhin zahle ich KFZ-Steuer und der Radler nicht…“ So oder ähnlich denkt der Autofahrer. Oder etwa nicht? Naja, vielleicht nicht ganz so krass. Dabei haben Radler sehr viele Vorteile: Kein Schadstoffausstoß, kein Lärm, kaum Verbrauch von (Park-)fläche etc.

Auch ich fahre Auto. Aber auch Mini, Cabrio, Wohnmobil, Vespa, Bus und auch mal mit dem Zug. Und ich fahre Rad. Ich kenne also beide Seiten und sage: Rücksichtnahme ist das Zauberwort. Rücksicht gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern. Sonst haben wir bald überall Zone 30 und das ist doch auch keine Lösung.

Es gibt Momente, da wünsche ich mir als Radfahrer eine Knautschzone, also, ein Helm muss her. Die Statistik sagt jedoch, dass ein Fahrradhelm bewirkt, dass die Autos noch enger an einem vorbei heizen („der hat ja einen Helm auf, da kann nichts passieren“). Was jetzt? Wie fahrt ihr Rad – mit oder ohne?

P.S. Für alle Autofahrer unter Euch:
„Kraftfahrer, die einen Radfahrer überholen, müssen mindestens einen Abstand von 1,5 m bis 2 m einhalten – im Zweifel mehr. Ist kein ausreichender Abstand aufgrund der Verkehrssituation einzuhalten, muss das Überholen unterbleiben und es ist hinter dem Radfahrer zu bleiben. Da diese Regel in der Vergangenheit von vielen Autofahrern nicht eingehalten wurde, ist die Straßenverkehrsordnung zusätzlich ergänzt worden.“ siehe auch hier

 

5 Kommentare

  1. Sonja sagt

    Das ist mal ein Sylvestervorsatz, den wir (mein Mann und ich) bis jetzt einhalten.

    Seit 2014 ist der Helm unser ständiger Begleiter auf dem Rad und ich muss sagen, so viel Frisur geht gar nicht kaputt und wenn man ein bisschen Zeit und Geld in die Auswahl eines guten Helms investiert, dann stört der auch nicht.

    Ich kann übrigens nicht feststellen, dass man jetzt anders mit mir als Verkehrsteilnehmer umgeht. Im Gegenteil, ich werde oft positiv angesprochen, weil ich den Helm bei kurzen Wegen ohne Rad (wir kaufen auch viel mit dem Rad ein) gar nicht absetze, weil mir sonst „eine Hand fehlt“, wenn ich ihn tragen würde.

    Allzeit gute Fahrt
    Sonja

  2. Liebe Kerstin,
    ganz herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Der Unfallbericht ist wirklich besonders tragisch und gibt schwer zu denken. Du hast recht, man muss das Glück nicht unnötig herausfordern.
    Schöne Grüße aus Wiesbaden
    Bärbel

  3. Liebe Jule, vielen Dank für Deinen Kommentar. Ja, ich denke auch bei mir ist der Zeitpunkt gekommen, dass ich lieber mit Helm fahre. Schöne Grüße, Bärbel

  4. Jule sagt

    Hallöchen, ich fahre mit Helm. Ich hatte zwei Fahrradunfälle (ohne Helm getragen zu haben) und beiden liefen glimpflich ab. Mein Glück möchte ich aber nicht nochmal herausfordern und fahre seither immer mit Helm.
    Eine Helmpflicht lehne ich aber ab. Ich fänd es echt sch…e, wenn in diesem Land ALLES reglementiert werden sollte und der Bürger so langsam entmündigt wird. Soll doch jeder bitte selbst entscheiden, wie wichtig ihm seine Sicherheit auf dem Fahrrad ist!
    Und erwiesenermaßen schützt ein Helm auch nicht immer und überhaupt kann am Leben teilnehmen, gefährlich oder gar tödlich sein 😉
    Ein schönes Wochenende wünscht
    Jule

  5. Zu diesem Thema habe ich eine Menge zu erzählen…
    Eins vorab: Ich bin für Helme und habe/nutze auch einen!
    Es gab in meiner (weiteren) Familie schon 2 Fälle wo ein Sturz auf den Kopf (einmal mit dem Rad, einmal mit Inlinern) schwerwiegende Folgen hatte, die das ganze Leben beeinflusst haben. Und das ist es mir einfach nicht wert.
    Sicherlich ist es hier am Dorfe nicht so extrem mit dem Verkehr, aber man kann auch hier ohne Probleme stürzen…
    Letzte Woche gab es hier einen besonders tragischen Unfall. Eine Frau wollte aufgrund des aktuellen Urteils einen Helm kaufen, also ist sie mit ihrem Mann zum nächstgelegenen Ort geradelt. Auf dem Weg dort hin musste er abrupt bremsen, sie konnte nicht rechtzeitig reagieren, ist aufgefahren und gestürzt. Wenige Tage später ist sie an ihren Kopfverletzungen verstorben.

    Also, ich bin der Meinung: Wer Köpfchen hat, der trägt einen Helm – sicherlich kein Garant unfallfrei zu fahren, aber man muss sein Glück ja nicht unnötig herausfordern.

    Schönes Wochenende 🙂
    LG Kerstin

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