Leben

Was sagst Du zum Clooney Effekt?

Schlau ist das neue sexy –  Könnte man meinen, wenn man derzeit den Medienberichten folgt. Mit „Clooney Effekt“ ist nicht George Clooney gemeint, sondern sie, Frau Clooney, genau Amal Clooney.  Schon gemerkt? Plötzlich sind überall die erfolgreichen Frauen am Start. So ganz still sind es plötzlich ganz viele.

Bossypants

Es gibt inzwischen einige Beispiele von Frauen, die die Hosen anhaben. Zum Beispiel Sheryl Sandberg, die eine IT Firma nach der anderen klar macht. Auch unser Export-Schlager Heidi Klum hat voll die Hosen an und mischt mit im Big Business. Jetzt auch die Präsidentschaftskandidatin Frau Clinton, eigentlich eher als „Frau von“ bekannt geworden, rückt nun weiter vor in Richtung Macht. Und wir finden es alle großartig. Auch Männer unterstützen den „neuen“ Feminismus – siehe die Kampagne #HeforShe für mehr Gleichheit der Geschlechter, bei der auch Matt Damon & Co. mitmacht.

Die Gesellschaft ist inzwischen angetan, wenn eine Frau erfolgreich ist. Man schenkt Anerkennung und schreit nicht mehr „Emanze“. Naja, zumindest ein Großteil der Gesellschaft. Was bei einer Frau weiterhin wichtig bleibt ist die Optik. Interessant, dass das bei uns Frauen ein solcher Karrierefaktor ist. Aber – heute wollen wir mal nicht so streng sein. Kurz und gut, offensichtlich hat sich also doch etwas verändert in der Geschlechterpolitik (…dass ich das noch erleben darf!).

Damals…

In den Sechzigern durfte man im Schuldienst als Frau noch keine Hosen tragen. Bis in die Siebziger mussten die Ehemänner die Erlaubnis geben, dass die Gattin Arbeiten gehen darf. Oder wenn es drum ging, eine Waschmaschine zu kaufen – größere Anschaffungen mussten vom Ehemann genehmigt werden. In dieser Hinsicht war die ehemalige DDR schon etwas fortschrittlicher, denn dort gab es auch ausreichend Kinderbetreuung, In der heutigen BRD klappt das ja heute noch nicht.

Andere Länder andere Sitten: Das Wahlrecht für Frauen in der Schweiz gibt es erst seit 1971 und erst seit 1990 auch in allen Kantonen. Haha, kein Witz: 1990!

Was heißt da sexy!?

Apropos sexy. Was soll uns dieser Begriff eigentlich sagen?! Anlässlich ihres sechzigsten Geburtstag gab die große Mode-Chefin Donatella Versace ein Interview. Die Mode von Versace! Wow, die ist laut, auffällig, mutig. Viele nennen die Kollektionen auch sexy. Donatella Versace sagte aber kürzlich im Interview, sie sei leicht genervt von dieser Klassifizierung. Ein kurzer Rock, enge Hosen, tiefe Ausschnitte – das seien eben freche Kleider, basta. Die zu tragen erfordere Mut, weil man sich damit präsentiere, ja, zur Schau stelle. Aber, zum Sex wolle man doch damit nicht auffordern. Zumindest nicht in erster Linie.

Recht hat sie!

Zeigt ein Mann viel Bein, denke ich auch nicht, dass er Sex möchte. Er trägt einfach nur eine kurze Sommerhose, basta. Vielleicht sogar eine enge körperbetonte Hose, na und? Ebenso Männer oben ohne, im Park oder Schrebergarten, auf der Baustelle, oder auf dem Fussballplatz… uhhh, die sind halb nackt, die wollen jetzt Sex. Nein, bestimmt nicht!  …oder etwa doch? Aber ich schweife ab…

Okay, also hat sich doch noch nicht so sehr viel verändert. Noch immer wird bei Frauen anders geschaut und geurteilt, noch immer brauchen wir den „Equal Pay Day“ oder komische Quotenregelungen.

Doch, doch. Im Kleinen tut sich etwas und sei es nur, dass das neue Bond-Girl nicht mehr halb so alt ist wie die restlichen Schauspieler im Film, sondern eine Hammer-Frau mit über Fünfzig, Monica Bellucci nämlich. Und die ist echt sexy.

#HeforShe