Wiesbaden

Blog German Abendbrot

Glückliches Huhn auf Bauernhof

Gutes Essen hält Leib & Seele zusammen – diesen Spruch kenne ich aus Kindertagen und ich muss zugeben, es stimmt für mich heute noch. Im folgenden Interview erzählt die Wiesbadener Food Bloggerin Julia von German Abendbrot von Soulfood und gutem Essen und was dazu gehört. Denn, das Leben ist zu kurz für schlechtes Essen (so steht es auf ihrem Blog)! Den Blog müsst ihr unbedingt abonnieren, denn man erhält tolle Tipps und Rezepte und Einkaufshilfen… Aber jetzt zum Interview:

Gibt es ein spezielles Happy Food für Dich und was macht es aus?

Happy Food richtet sich ganz stark nach Laune, Stimmung und Jahreszeit. Im Winter kann das ein cremiger, herzhafter Eintopf sein, der Wärme im Magen und der Seele ausbreitet – etwa meine vielseitige Kartoffelsuppe. Im Sommer ist es eher ein frischer reichhaltiger Salat, der auch wunderschön anzuschauen ist wie der Tomatensalat mit Vanille, Zitrone und Feta. Und natürlich Pasta! Die Bolognese meines Mannes ist pures Happy Food! Aber als großer Brot-Fan ist schon ein gutes Sauerteigbrot mit Salzbutter und reifen Sommertomaten mit etwas Schnittlauch ein absolutes Happy Food. In meinem Blog gibt es immer mal wieder Ideen für die belegte Stulle – witzigerweise sind das oft die Posts mit den meisten Zugriffen!

Selbstkochen oder bekochen lassen?

Kochen entspannt mich. Wenn ich richtig Muße habe, stehe ich auch schon mal einige Stunden für ein indisches Menü mit zahllosen Aromen in der Küche. Auch für Anfänger geeignet ist mein Malabar Fisch Curry. Nach einem harten Tag schaue ich aber auch meinem Mann gerne beim Kochen zu. Er ist ein großer Fan von Thai-, China- und Vietnam-Gerichten. Wirklich happy macht mich das gebrühte Rindfleisch aus der Szechuan-Küche: Scharf, zart, leicht!

Hast Du die Zutaten denn immer parat?

Ich habe sehr viele Zutaten parat, aus denen sich schnell eine köstliche Pasta, ein scharfes Curry oder ein knackiges Wok-Gericht machen lassen. In erster Linien braucht es dazu Gewürze, Gewürzpasten und ein paar exotische Zutaten. Die halten aber ewig! Mit frischem Gemüse oder etwas Fleisch gibt es so blitzschnell Köstliches auf den Teller. Da ich mich mit meinem Blog speziell an Berufstätige richte, die wenig Zeit zum Einkaufen und Kochen haben, gebe ich auch immer Tipps, was man daheim haben sollte oder wie Du eine Zutat ersetzen kannst.

Mit oder ohne Alkohol?

Im Essen selbst kann etwas Noilly Prat, ein trockener Weißwein oder kräftiger Rotwein entscheidend sein für das Aroma des Gerichts. Zum Kochen trinke ich gerne ein Glas Weißwein oder einen Campari Sprizz. Es tut aber auch mal ein San Bitter mit etwas Zitrone, Eis und Mineralwasser. Da beim indischen Kochen die Gewürze oft so dominant sind, tut es hier auch ein eiskaltes Bier oder ein Tee.

Was macht das Gericht für Dich besonders?

Ein aufwendiges, mit viel Liebe, Zeit und edlen Zutaten gekochtes Gericht ist natürlich eine ganz besondere Wertschätzung. Aber verblüffend finde ich auch die einfachen Gerichte mit wenigen, günstigen Zutaten, die aber ein super köstliches Essen zaubern. Spaghetti Cacio e Pepe ist so ein Beispiel: Nudeln, Parmesan und Pfeffer hat nun wirklich jeder im Haus! Das Gericht kostet fast nichts, ist aber ein echter Seelenstreichler. Ähnlich glücklich machen mich vegetarische Gerichte, bei denen keiner Fleisch vermisst. Zuletzt war mein Aloo Gobi – indischer Blumenkohl mit Kartoffeln als scharfes Curry – so ein Essen.

Ist das Sommers wie Winters gleich oder hat jede Jahreszeit ein anderes Soulfood?

Jeder MONAT hat sein eigenes Soulfood 🙂 Das ist aktuell die Spargelsaison, dann natürlich die Grill-Zeit, süße vollreife Tomaten für Salate, Sugos, Ketchup…, reife Früchte für scharfe Chutneys, wärmende Suppen im Herbst und Winter, Wild-Gerichte in der Saison oder auch Kohl, Wirsing und Sauerkraut im tiefen und ausgehenden Winter… Wer sich auf die Jahreszeiten einlässt, hat einen unfassbar abwechslungsreich gedeckten Tisch. Das macht happy, weil man sich auf die jeweiligen Zutaten freut. Und auch, weil man mit saisonaler Küche den Geldbeutel schont. Zwischendurch dann noch mal was Exotisches vom Asia-Laden und fertig ist mein Soulfood-Kalenderjahr!

Danke Julia, dass Du Dir die Zeit für die Fragen genommen hast! Jetzt habe ich richtig Appetit bekommen. Auf Julia’s Blog finde ich bestimmt ein Rezept zum Nachkochen – denn, das Leben ist zu kurz für schlechtes Essen!