Leben

Blogparade #Beste Freundin

Frauen sind anders… Frauen parken anders, Frauen kommunizieren anders, sie räumen auch das Geschirr anders in die Spülmaschine. Sie verdienen anders, nämlich meist weniger, und überhaupt – bestimmt habt ihr auch noch einige Beispiele parat, oder? Frauen sind auf jeden Fall anders.

Früher war es mir immer wichtig, wegen Emanzipation und so, die Gleichheit der Geschlechter zu bestärken. Das war eine zeitlang auch wichtig, denn, zur Erinnerung: Bis in die Sechziger Jahre hinein war es Frauen in Deutschland untersagt, Hosen im Schuldienst zu tragen und ein Auto oder eine Waschmaschine zu kaufen ging nicht ohne die Erlaubnis des Ehegatten. Kein Witz! Inzwischen erfreue ich mich wieder an den Unterschieden, weil, das macht es doch gerade spannend. Deshalb plädiere ich inzwischen auch für die Vielfalt und auf das Recht auf’s Anderssein.

Anders sind Frauen auch in Bezug auf ihre Freundschaften, heißt es. Viel wurde darüber schon geschrieben, aber ist eine Frauenfreundschaften wirkich so anders als eine Männerfreundschaft? Aber wie anders und warum? Und ist das gut so?

Die Autorin Kari Lessir hat zu einer #Blogparade aufgerufen. Das Thema – sehr spannend: Beste Freundinnen. Braucht man eine beste Freundin? Ich bin sehr auf die unterschiedlichen Sichtweisen gespannt. Schaut bei ihr im Blog vorbei, denn spätestens ab 11. Dezember kann man die Ergebnisse dort nachlesen. Tolle Sache! Interessant auch der Beitrag von Dani mit dem folgende Satz: „Freundschaft ist wie eine Zugfahrt. Man fährt ein Stück zusammen und geht dann wieder getrennte Wege.“
Hm, ja, da ist ‚was dran.

Es gibt Frauen, mit denen kann ich gut zusammen arbeiten oder auch feiern, beste Freudinnnen sind wir trotzdem nicht. Nein, wir sind Kollegen, Geschäftsfreunde, Freundinnen. Ja, aber beste Freundin? Das braucht auf jeden Fall viel Zeit. Man muss schon einiges an Weg zusammen gegangen sein, um sich „best friend“ nennen zu können. Das ist aber bei den Männerfreundschaften nicht anders. Oder wie siehst Du das?

Braucht man eine beste Freundin? Ist das Bild von „Hanni & Nanni“, die fast zwillingsgleich verbunden waren, heute noch aktuell? Passt das noch zu uns Frauen? Auf jeden Fall braucht es gute Freunde und dann ist es schön, wenn sich eine Freundschaft entwickeln kann und Zeit bekommt und eine Vertrauensbasis entsteht. Da komm‘ ich dann zu dem Punkt, wo ich sagen muss, ganz ehrlich, ich finde nicht, dass es unbedingt eine Frau sein muss, die mein „best friend“ ist. Außerdem unterscheidet sich hier nichts zu den Männerfreundschaften die ich um mich herum erlebe.

Von den Männern gelernt

Männer sind anders – und das ist gut so. Die guten und cleveren Sachen schau ich mir gerne bei Ihnen ab. Autofahren zum Beispiel. Da habe ich mir viel bei meinem Bruder abgeguckt und das hat’s echt gebracht. Es gibt noch einige Beispiele mehr und eines davon ist eben der Umgang mit „best friends“.

Während eine Frauen-Freundschaft gerne mal zerbricht, weil sich der eine Teil der Beziehung verändert. Weil…
– sie heiratet, die andere nicht (weil überzeugter Single oder so)
– sie bekommt Kind(er), die andere nicht
– sie macht Karriere, die andre nicht
– sie zieht mit dem Kerl zusammen oder ins Ausland, die andre nicht
– sie nimmt ab und die andere nicht (oh ja, das killt unter Umständen eine Freundschaft unter Frauen – man(n) glaubt es nicht!)

Veränderung hält eine Frauenfreundschaft schwer aus. Frauen sind in Freundesdingen unflexibler. Eine beste Freundin muss ein bisschen wie ein Zwilling sein, ein Herz und eine Seele. Klar, das ist wohlig, da fühlt man sich geborgen – doch wehe, eine bricht aus dem Rhythmus aus, dann gibt es Risse. Doch, Leben ist Veränderung.

Veränderungen machen das Leben bunt

Männer scheinen damit weniger Probleme zu haben. Männer geben sich mehr Spielraum zur Veränderung, ohne dass es die Freundschaft betrifft. Man(n) braucht nicht diese enge Bindung, die regelmäßigen Freundschaftsbeteuerungen, sondern man gibt sich gegenseitig eine längere Leine. Egal, ob der Freund jetzt Kinder hat, eine neue Frau, ein viel größeres Gehalt, einen großen Sportwagen… die vertraute Freundschaft nimmt erst einmal keinen Schaden. Klar, sollte es irgendwann keine gemeinsame Schnittmenge mehr geben und man hat sich total auseinander gelebt, dann geht auch diese Freundschaft zu Bruch. Trotzdem, Männer trennen das zunächst. War man vorher gut befreundet, ist man das auch weiterhin, auch wenn sich einer verändert. Vielleicht sieht man sich nicht mehr so oft wegen der neuen Verpflichtungen, aber man bleibt verbunden und findet einfach einen neuen Rhythmus.

Bei Frauen-Freundschaften gibt es weniger Spielraum. Eine beste Freundin, oder Freundinnen überhaupt, möchten regelmäßige gemeinsame Aktivitäten und häufigen  Austausch, weil dadurch eine Vertrautheit entsteht. Das klappt nicht mehr, wenn durch Veränderung plötzlich eine Lücke entsteht – weil da plötzlich ein Baby, eine Karriere, ein neuer Kerl, ein Ehegatte oder ein zeitintensives Hobby das Leben bereichert. Das Bild der Frauen-Freundschaft funktioniert nur in engen Bahnen. Das passt vielleicht nicht mehr so ganz zu unserer schnellebigen, globalisierten Welt, wo schnell mal ein Job oder ein Liebesleben auf einem anderen Kontinent angenommen wird.

Ziemlich beste Freunde

Es tut gut, einen besten Freund oder Freundin im Leben zu haben. Das bestärkt und gibt uns Kraft. Vertrauen baut sich über die Zeit auf, deshalb ist ein wichtiger Faktor auf jeden Fall, dass man schon einige Zeit des Lebens miteinander erlebt hat und dadurch den anderen in vielen unterschiedlichen Situationen kennenlernen konnte. Hier unterscheiden sich die Frauen- nicht von den Männerfreundschaften. Die lange Leine aber, die schaue ich mir bei den Männern ab, weil, ich verändere mich einfach zu gerne. In diesem Sinne – und das gilt auch für Freundschaften: Veränderung ist Leben. Deshalb: Lasst uns die Frauenfreundschaften beleben!

P.S. Mir fällt gerade der Song-Text „Wolke vier“ von Philipp Dittmeyer ein. Kennst Du den? Anderes Thema, okay, aber Liebe kann auch in die Brüche gehen und mit den Jahren lernt man, dass eine freiere Beziehung, eine vielleicht weniger besitzergreifende, viel besser tut. So habe ich den Songtext jedenfalls für mich begriffen. Einfach mal reinhören…

 

 

2 Kommentare

  1. Hallo liebe Julia,
    vielen Dank!
    Ja, da stimme ich Dir zu – wichtig ist, dass man einfach offen bleibt. Entweder für neue oder aber für alte, neue Kontakte.
    Schönen Gruß
    Bärbel

  2. Toller Text, gefällt mir sehr! Ich bin durch Umzüge, Beruf, Trennungen usw. nie zu einer wirklich lebenslangen besten Freundin gekommen. Es gab und gibt immer Menschen, die mich eine Zeit lang begleitet haben, bis sich unsere Wege wieder trennten. Das ist schade und tut dann auch mal weh. Aber wunderschön ist es auch, wenn sich alte Freundschaften wiederbeleben, weil es dann halt doch wieder passt (man ist wieder zurück in der „alten“ Stadt oder die Kinder sind aus dem Haus, der blöde Freund ist nicht mehr aktuell…) Ich finde wichtig, immer die Augen offen zu halten und Kontakte zu knüpfen. Egal, ob neue Stadt, neuer Job, neuer Freund… Denn manchmal ergeben sich aus solchen Kontakten echte Freundschaften. Egal, wie lange sie dann halten…

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