Style

Car Style

Es gibt Autos, die gehen einfach gar nicht:  Der Playboy mit lilafarbenem Ford K, Frau Merkel mit einer „Ente“, der Manager im Micra. Aber, warum eigentlich nicht?

In einer Studie der Zeitschrift absatzwirtschaft sollten die Befragten zu bestimmten Auto-Besitzern Eigenschafts-Paare zuordnen: spießig/weltläufig, attraktiv/unattraktiv, arrogant/bescheiden, sportlich/unsportlich. Der Artikel erklärte außerdem welche Automarken eher alt machen. Ob das alles so stimmt? Denn Trends sind schnelllebig und Papier ist geduldig. Ein Porsche soll spießig sein? Naja, da schwingt wohl auch ein bisschen Neid mit (… aber, ich schweife ab).

Man könnte ja sagen: Hauptsache, die Kiste fährt. Aber mitnichten! Es ist wie mit dem „Kleider machen Leute“ Ding. Schnell hat man seinen Ruf weg. Die Typakademie nennt das Personal Branding. Und im Grunde verhält es sich bei uns wie bei einer Marke. Manche Aktivitäten fördern das Image, manche eher nicht.

Künstler und Kreative haben wesentlich größeren Spielraum. Im Privaten ist man eh freier. Dienstleister, die mit einem alten und klapprigen Auto daher kommen, wirken schnell inkompetent. Dasselbe gilt für ein altes Fahrrad. Ein Rad ist inzwischen auch für’s Business akzeptabel, aber dann bitte  stylish, z. B. ein Brompton und kein verrostetes Damenrad mit Dreigangschaltung und Körbchen.

Öffentliche Verkehrsmittel? Nur bedingt. In London oder Frankfurt – klar, da fährt man schon mal mit der S-oder U-Bahn zum Auftraggeber. Aber doch nicht von Pusemuckel mit fünfmal Umsteigen und so.

Klar, man kann sich provokant darüber hinweg setzen. Sicherlich hat es Charme, wenn der Architekt  mit einem Polo inkl. Kindersitz auf der Rückbankn statt mit dem Porsche vorfährt. Meinen Auftrag hätte er damit auf jeden Fall in der Tasche! Andere hätten direkt ein Vorurteil formuliert. Man sollte sich also darüber im Klaren sein, wie weit das Thema „Image“ geht: Es betrifft das gesamte Auftreten einer Person.

Sollte man sich am besten einen unauffälligen Golf kaufen? Genau dieses Image haftet einem dann an: ein bißchen langweilig und eher unauffällig. Fazit: Alles etwas tricky! Damit zu spielen kann auch Spaß machen. Es ist wie mit den Kleidern und den Leuten: Wenn einem bewusst ist, dass danach geurteilt wird, hat man es selbst in der Hand.  Farbenfreundin wünscht viel Spaß in diesem farbenfrohen Herbst!

P.S. Schon ‚mal in dem neuen Fiat 500 eine Runde gedreht? Bericht hier.