#endlichfrei
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Schöne neue Arbeitswelt

Wir haben uns also getrennt. Ein Arbeitsverhältnis ist wie die eine Partnerschaft und bestimmt sehr stark das Leben, den Lebensrhythmus und überhaupt, denn man verbringt viel Zeit miteinander. Wenn es also nicht mehr passt, dann geht man besser getrennte Wege und startet einen Neuanfang. Oder wie geht es Dir im Job und mit den Kollegen?

Naja, es gehören ja immer zwei dazu… über die Jahre verändert man sich und dann kann sich auch der Arbeitsplatz verändern. Mein Credo heißt nun, neue Wege gehen. Das Leben ist zu kurz und die Möglichkeiten zu vielfältig, als dass man in derselben Nische hocken bleibt. Finde ich. Auf zu neuen Ufern, denn Du bist frei!

Arbeiten 4.0

Neue Arbeit. So stand es auf dem Titel der Brandeins. Ja, Papier lässt sich viel damit füllen, auch die Studie des Bundesministerium für Arbeit mit dem schönen Titel Arbeiten 4.0. In der Praxis, also im Büroalltag, habe ich von den vielen innovativen Ideen noch nichts mitbekommen. Ich bin gespannt, ob die internationale Konferenz der EWMD, die Ende September bei Boehringer Ingelheim stattfindet, mir dazu neue Ideen und Einblicke gibt.

Wie ist das bei Euch? Wie arbeitet man im Jahre 2017? Klar, Emails und Mobiltelefone sind großartige Helfer, doch damit entsteht auch eine höhere Geschwindigkeit. Die große Veränderung in der Arbeitswelt empfinde ich, dass der Druck in den Unternehmen immer größer wird. DIe Technik wird viel zu selten als großartiger Helfer eingesetzt. Papierloses Büro? Eher wird zusätzlich zum Datenmanagement noch eine Papierablage erstellt („zur Sicherheit“). Flextime steht bei vielen zwar auf dem Papier, doch irgendwie haben immer nur die Kollegen Anspruch darauf und es bedeutet auch eher, dass man auch am Wochenende flexibel einsetzbar ist. Oder wie ist das bei Dir? Kennst Du jemanden, der am Freitag um 12 geht, wegen Gleitzeit oder zuhause arbeitet, um nicht im Stau zu stehen?

Flexibilisierung der Arbeit

Die viel diskutierte Flexibilisierung findet nicht wirklich statt, denn in Deutschland zählt Präsenz. Im Home-Office sind immer nur die anderen und dort wird dann noch viel mehr gearbeitet, weil man vor lauter schlechtem Gewissen zeigen möchte (muss), dass man nicht faulenzt und in der Hängematte liegt, im Gegensatz zu den Kollegen, die tagtäglich im Büro präsent sind.

Teilzeit wegen Familie, Kinder- oder Altenbetreuung muss zwar heute angeboten werden, gibt es es aber erst nach Genehmigung durch den Vorgesetzten und der möchte einen ja am liebsten rund um die Uhr beschäftigen. Also auch eher nein. Auch dieses Thema ist im Blog des Arbeitsministeriums so viel schöner beschrieben. Ich habe nach mehreren Anläufen aufgegeben. Zumal ich mir ja selbst ein Teilzeit-Bein stelle (weniger Rentenzahlung, weniger Gehalt, weniger Karrierechance) und naja, dann eben besser nicht.

Ich lese gerne Edition F und andere Publikationen, doch die dort beschriebene moderne Arbeitswelt habe ich noch nie kennen gelernt. Auch die wunderbar abwechslungsreiche Assistentinnen-Tätigkeit, die bei Working@Office beschrieben wird, findet vermutlich nur auf dem Papier statt, denn ich kenne niemanden im Sekretariat, der Projektarbeit macht und mitbestimmen kann. Ebenso ein wertschätzendes Miteinander muss man in vielen Büros mit der Lupe suchen, seit durch Lean Management & Co. auch in der Verwaltung der Druck so viel größer geworden ist. Auch dazu hat Brandeins einen feinen Artikel geschrieben. Ja, schöne neue Arbeitswelt. Ist sie bei Dir auch schon angekommen?

Schöne neue Arbeitswelt

Neue Mitarbeiter werden von den großen Unternehmen nur noch per Zeitvertrag eingestellt und wenn möglich lässt man viele Vorgänge einfach in Billiglohnländern erledigen. Internet macht’s möglich. Nur Home-Office macht das Internet irgendwie in Deutschlang immer noch nicht möglich (siehe oben). Dabei wäre die Flexibisierung der Arbeitswelt auch für das Pendler-Problem eine Lösung.

In einem letzten Beitrag habe ich über die Digitalisierung gesprochen und welche Arbeitsplätze in Zukunft wegfallen werden. Doch das passiert bereits heute schon, denn Assistenztätigkeiten brauchen nicht von der Sekretärin im Vorzimmer erledigt werden.

Grenzenlos arbeiten

Die Vorgesetzten reisen in der globalen Welt und Kommunikation findet per Telefon und Email statt und Englisch spricht man sowieso den ganzen Tag – dann kann die Sekretärin auch in Indien oder Polen sitzen und von dort einen Flug oder Hotel buchen, Lunchtermine koordinieren und dann noch die Travel Expenses abrechnen. Die Zeiten sind vorbei, dass eine Sekretärin im Vorzimmer die Zimmerpflanzen hütet und an die Geburtstage der Gattin erinnert (kleiner Scherz, denn das gab es in meinem Berufsleben tatsächlich noch nie). Schöne neue Arbeitswelt, Frau Nahles.

Wohin meine berufliche Reise jetzt geht weiß ich noch nicht, aber der Blog wird bleiben und in er neuen Blog-Rubrik #endlichfrei werde ich regelmäßig berichten.

Mehr zum Thema Arbeitenviernull findest Du hier, auch den Film der Abschlusskonferenz.

 

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