Monate: Februar 2014

Rhein und so

Heimatkunde. In Zeiten von ebay und mobile.de lernt man Leute und Ortschaften kennen, die hätte man sonst im Leben nicht entdeckt. Einfach nur mal bei „Suche“ einen Umkreis von 100 km eingegeben, Treffer gelandet, Artikel „nur an Selbstabholer“ gekauft  und los geht’s. Dieses Abenteuer ist spannender als jeder TV-Krimi! 100 km im Umkreis von Wiesbaden. Man meint, man kenne die Ecken. Doch von wegen! Vor allem, wenn man durch eine Umleitung gezwungen wird, von der geplanten Route abzufahren und selbst das Navigationsgerät die Orientierung verliert. Heimatkunde für Fortgeschrittene! Abseits der vielbeschriebenen Rhein-Route. Okay, Rüdesheim und auch die Loreley kennt man. Das kennt die ganze Welt. Ende der Achtzigern erlebte ich dort einige Open-Air-Konzerte auf der Freilichtbühne hoch oben auf dem Felsen (was macht eigentlich der coole Alan Bangs heute?). Aber wer kennt schon Bogel, Auel & Co.? Tief in den Schluchten der Rheinfelsen vergraben. Vergessen, zwischen steilen Weinhängen. Tief vergraben unter Gelsenkirchener Barock. Zum Abend kommt die Sonne noch raus und lässt den Rhein-Lahn-Kreis in goldenem Licht erstrahlen. Der viel zu süße Weißwein verklebt die Kehle. Unvergesslich bizarr …

Upcycling bei Innatex

Seit mehr als 15 Jahren findet zweimal im Jahr nahe Frankfurt die Öko-Modemesse Innatex statt. Dieses Mal war Denim im Fokus. Bestens, denn auch ich bin der blauen Mode verfallen: Blue Jeans forever! Die INNATEX ist die größte internationale Fachmesse für nachhaltige Textilien. Fachbesucher aus aller Welt finden hier ein vielfältiges Angebot im Bereich Mode,Textil, Schuhe und Accessoires. Mehr als 200 Aussteller aus rund 20 Ländern präsentierten die Neuheiten für die Wintersaison 2014/15. Jetzt nicht an braunen Filz und Selbstgebasteltes denken, denn Öko kann auch anders, einfach mal reingucken in den Film der Fashion Show. Meine ersten Eindrücke habe ich bereits beschrieben, heute möchte ich noch das estnische Label Reet Aus vorstellen. Upcycling In der Modeproduktion wird viel weggeschmissen. Insbesondere beim Stoff-Schnitt bleibt viel Stoff übrig und statt die hochwertigen Verschnitt-Reste wiederzuverwenden wird das Meiste verbrannt, weggeworfen, vernichtet. Dabei ist es hochwertiges Material für großartige Mode – dachten auch die Macher von Reet Aus. Sie produzieren nun aus den Verschnitt-Resten oder der B-Ware oder eben dem Produktionsabfall z. B. in der Fabrik in Bangladesch tolle Mode. Upcycling nennt man das. Wow …

Aktion Buntes 2014: Silber

Aktion Buntes 2014 ist das Motto der Blog-Aktion, die die Hamburger Bloggerin Ines Meyrose ins Leben gerufen hat. Jeden Monat eine andere Klamottenfarbe. Im Monat Februar tragen wir Silber. Metallic ist auch in diesem Jahr mega trendy. Ob als Outfit oder nur als Accessoires. Schön BlingBling, vielleicht mit ein paar Nieten oder so. Klasse, nicht nur für abends! Mein Silber-Outfit: Hose: Sisley (okay, die Hosenfarbe ist kein reines Silber, sagen wir Bi-Color) T-Shirt: Mexx Gürtel: Comma Schuhe: Replay P.S. Der Januar stand unter dem Motto Grün und im Monat März heißt es: PINK  

Was sagt #Ambiente?

Die Trendfarben werden auf der weltweit bedeutendsten Kosumgütermesse #AMBIENTE in Frankfurt ausgesprochen. Es ist die Trend-Schau. Ich war dort und habe mich inspirieren lassen. Die Trendexperten des renommierten Stilbüros bora.herke.palmisano haben recherchiert und dem Besucher die Trends der Zukunft erlebbar gemacht: Farben, Formen, Materialien wurde in Form von konkreten Beispielen und Umsetzungsideen gezeigt. Trendfarben 2014 Die Haupt-Strömungen für Interior Design sind : Stunning Temper Subtle Spirit Serene Nature Striking Mind Man könnte sagen: Für jeden etwas dabei. Als Gesamteindruck ist für mich ist Folgendes präsent geblieben: Frische und Natur Zusammen mit dem Trend „Nachhaltigkeit“ werden natürliche Materialien neu entdeckt: Unbehandeltes Holz, Rattan, Bambus – kombiniert mit einer eigenwilligen Frische. Es werden neue Lackier- und Verarbeitungsmethoden ausprobiert und aus Altem entsteht Neues indem wiederverwertet und neu interpretiert wird. Klassisch und Dezent Nach quietschbunt und Colourblocking hat man wieder Lust auf die klassischen Farben, die gedeckt und ruhig daher kommen und damit auch Langlebigkeit und Bodenständigkeit verkörpern: Dunkelbraun, Grau, Nachtblau. Leder, Fell und Wolle. Behaglichkeit. Pure und Pastell Leicht und schlicht, Shabby Style und Skandinavisches Design fällt mir da …

Rosa+Rot

Heute hatte ich folgendes Erlebnis. Eine Verkäuferin sagt zu mir: „Das rote Top ist klasse, aber das können Sie nicht zu dem Rosa tragen. Das beißt sich. Das geht nicht.“ Beißt sich Rosa und Rot?  Hm. Ich finde es sieht prima aus. Das Label Ana Alcazar findet das auch, denn da habe ich ein tolles Kleid in dieser Farbkombi gefunden. Farben Wer legt denn überhaupt fest, was geht und was nicht geht. Wann beißen sich Farben? Was heißt „beißen“ überhaupt? In der Natur geht doch auch alles. Die berühmte bunte Blumenwiese – da finden wir es schön, wenn Blüten in Gelb, Lila und dann noch Kornblumenblau neben Sonnenblumengelb und Zartrosa und Hellgrün beieinander stehen und um die Wette blühen. Oder in Afrika, dort trägt man tolle bunte Stoffe und viele Farb-Mischungen, die für uns zunächst ungewöhnlich sind, sehen klasse aus. Man könnte annehmen, dass es nur Gewohnheit ist, welche Farbkombination geht und welche nicht. Ungewohnt für’s Auge – und dann sagt man „es beißt sich“. Um’s kurz zu machen: Ich habe keine Antwort. Google hat auch keine …

Film Tipp: Genug gesagt

… und als Filmtipp heute wieder eine Liebes-Komödie: Genug Gesagt. (Original-Titel: Enough Said) Zwei Singles, geschieden und alleinerziehend treffen sich auf einer Party, ein erstes Date, man verliebt sich, es gibt Komplikationen – doch die Liebe ist am Ende doch stärker. Da kann die Ex noch so zetern, das Outfit und das Übergewicht nicht so ins Bild passen oder auch der Beruf des anderen irgendwie irritieren. Nur die Liebe zählt! Sehr romantisch, oder? Ist doch auch richtig: Hauptsache die Chemie stimmt. Ein ganz un-amerikanischer Independent-Film. Den Single-Mann spielt großartig und einfühlsam James Gandolfini (inzwischen leider verstorben). Genau richtig für einen grauen, trüben Winterabend. Wo läuft der Film derzeit im Kino? Einfach auf diesen Link klicken.

Öko-Jeans

Die Jeans ist mit das giftigste Kleidungsstück. Das war mir bislang nicht klar. Die Herstellung einer Jeans ist ein extremes Umwelt-Desaster. Uff. Etwa 1,6 kg giftige Substanzen werden eingesetzt, um die Jeans so cool aussehen zu lassen, dass wir sie kaufen wollen. Doch zuvor wird jede Hose noch zig mal gewaschen und das kostbare Gut Wasser mit den Chemikalien verunreinigt. Viel Wasser, denn pro Jeans werden etwa 60 Liter nur für die Waschungen verbraucht. Bei einer Öko-Jeans sind es nur noch etwa 2 Liter Wasser. Okay, über die schlechten Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern (Bangladesch, China usw) wird derzeit viel in den Medien viel diskutiert. Trotzdem ist mir erst beim Besuch der Moden-Messe in Berlin, der Green Lounge und der Innatex in Hofheim die Tragweite richtig bewusst geworden. Ein Umdenken ist dringend notwendig! Während wir hier über Bio-Gemüse und die grüne Plakette diskutieren, sterben in den Mode-Produktionsländern die Menschen daran, dass sie unsere Jeans in „used-Look“ verwandeln. Das kann’s doch irgendwie nicht sein. Ganz kurz auf den Punkt gebraucht wird es in dem Radio-Bericht im SWR2 in dem auch der Global Organic Textile Standard (GOTS) für Jeans erklärt wird. Die Leute von Wunderwerk …

Total floral

Blumen treffen auf Kleider. Flowerpower! Der Sommer wird blumig. Wir erblühen – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Trend begann schon 2013 und bleibt uns erhalten. Das sagt auch die Zeitschrift MYSELF. Schön! Und nachdem es nun schon überall Primeln und so gibt, konnte ich mich nicht mehr zurück halten und habe meinen Kleiderschrank jetzt schon zum Blühen gebracht: Flowerpower. Ganz toll in fließender Seide und leichtem Jersey. Nun kann’s Sommer werden – und bis es soweit ist, ziehe ich einfach Stiefel dazu an. Trägt sich klasse! Das Thema Nachhaltigkeit habe ich nicht vergessen: Die Kleider sind Second Hand, denn in Wiesbaden gibt es ein paar tolle Second Hand Boutiquen. Meine Favoriten sind „Courage“ in der Neugasse, das „Gewandhaus“ in der Taunusstraße und „Zweite Liebe“ nahe der Marktkirche. Findet man nichts im Second Hand, dann ist vielleicht in der aktuellen Kollektion von Karen Miller etwas Passendes dabei. Total floral!

… nicht mein Tag

Passend zum heutigen Montag mein Filmtipp: Nicht mein Tag. Roadmovie Ein deutscher Roadmovie mit Moritz Bleibtreu; von Regisseur Peter Thorwarth, der gerne als „die  Antwort des Ruhrpotts auf Quentin Tarantino“ gehandelt wird. Fühlen wir uns nicht alle manchmal vom Alltag aufgefressen, die Träume verkauft, im Hamsterrad festgefahren zwischen Einbauküche, Bausparvertrag und Riester-Rente? Ausbrechen? Maximal am Wochenende! Oder eher im wohlverdienten Jahresurlaub, aber wahrscheinlich nur in der Fantasie… Genau da holt uns dieser kleine, dreckige, so ganz und gar nicht anständige Film ab. Die Bankräuber-Geisel wird selbst zum Ganoven und die Dinge nehmen ihren Lauf und das F-Wort wird zum Standard. Man möchte direkt einsteigen in die rasante Fahrt mit dem Mustang, Sprüche klopfen, laut rumbrüllen und einfach mal alle Fünfe grade sein lassen. Perfekt für den nächsten Freitagabend, oder auch für den Montag-, Dienstag- oder Mittwochabend. Ein Film, leicht, lustig und vergnüglich. Vielleicht ein bisschen vulgär, aber wären wir das nicht alle gerne manchmal, ein kleines bisschen? Läuft seit 16. Januar in vielen deutschen Kinos. Hingehn. Reingehn. Ansehn. Und nach dem Kino-Besuch: Welchen Spruch fandet ihr am besten? Den mit dem Skoda? Oder das mit der …

Nachlese #MBFW 2014

Der Monat Januar stand im Zeichen der MODE: Mercedes Benz Fashion Week 1) Mercedes Benz Fashion Week in Berlin. Anja Gockel hatte mich zur Show eingeladen, ebenso LAVERA Naturkosmetik für den Lavera Showfloor, wo ausgesuchte Designer aus dem Bereich Ökomode und Upcycling präsentierten. Parallel dazu fand die Green Lounge und die Ethical Fashion Show statt und ich muss sagen – inzwischen bin ich überzeugt von Öko-Mode! Es gibt tolle Ansätze und Ideen und ich bin froh zu lesen, dass inzwischen auch konventionelle Hersteller wie z. B. Burberry und Gardeur das Thema Nachhaltigkeit endlich für sich entdeckt haben. Fashion Blogger Café 2) Am Freitag fand dann das „Fashion Blogger Café“ statt. Von Styleranking toll organisiert , wie immer! Es gab informative Vorträge zu verschiedenen Blogger-Themen und bei leckeren Häppchen und einer klasse Getränke-Auswahl konnten sich die über hundert Blogger kennenlernen und austauschen und einen netten Tag verleben. Ich habe ausführlich mit Samsung über die neueste Technik geplaudert und dann ließ ich mir vor meinem Heimflug noch beim Lavera-Stand das Make-Up auffrischen. Lavera war nämlich neben Samsung der Hauptsponsor. Klasse: Lavera – eine wirklich innovative …

Knigge in the air

Bei Nachflügen transformiert ein Flugzeug zum großen Schlafsaal. International, Männer und Frauen gemischt, dabei trotzdem schön ordentlich getrennt jeder auf seinem zugewiesenen Sitzplatz, der dann doch zu eng ist, um wirklich Privatsphäre zu haben. Beim Nachtflug wird kurz nach dem Start die Bettruhe eingeläutet, wie damals in der Jugendherberge. Wie damals halten sich manche nicht daran und es wird gequatscht, gelesen, manche schauen TV oder spielen bzw. arbeiten mit dem Computer. Was sagt Knigge dazu? Muss man sich an die verordnete Schlafenszeit halten? Welche Regeln gelten „up-in-the-air“? Welche Uhrzeit ist überhaupt ausschlaggebend, wenn Bettruhe angeordnet wird? Vielleicht bin ich ja eine Eule und mache lieber die Nacht zum Tag? Vielleicht will ich noch einen letzten Drink nehmen statt zu dösen? Auch nervig: Schnarchende Sitznachbarn. Was sagt Knigge dazu? Darf man den Schnarcher wecken, stupsen, um Ruhe bitten? Ist das Aufgabe der Stewardess, für Ruhe im Flieger zu sorgen? Aber was heißt schon Ruhe? Ist ein quengelndes Kind Lärm oder Musik in den Ohren? Also ich sag mal so: Manchmal muss man sein Lebensglück einfach selbst in die Hand …